Austausch sichert Versorgung

Arnsberger Tafel ist nicht von Lebensmittelengpässen betroffen

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Zahlreiche ehrenamtliche Helfer sorgen bei den Tafeln für einen reibungslosen Ablauf.

Arnsberg/Sundern. Sie sind für viele bedürftige Menschen im ganzen Land eine der wichtigsten Anlaufstellen überhaupt: die Tafeln. Viele dieser Einrichtungen in ganz Deutschland beklagen allerdings, dass sie immer weniger Lebensmittel von Discountern und Supermärkten zur Verfügung gestellt bekommen, um sie an ihre Kunden zu verteilen – Probleme, die man bei der Arnsberger Tafel glücklicherweise nicht kennt.

„Früher gab es schon mal Engpässe, aber seit drei bis vier Jahren läuft es super“, berichtet die Vorsitzende Anna Brökelmann. Die heimischen Lebensmittelhändler stellten regelmäßig viel Ware bereit. Darüber hinaus erhalte die Arnsberger Einrichtung als sogenannte „Verteiler-Tafel“ Produkte aus Großspenden, die dem Landesverband aus der Industrie und vom Bundesverband zulaufen. Diese werden zwar auch an sechs weitere Tafeln weitergeleitet, doch natürlich bleibt etwas für den eigenen Bedarf in Arnsberg. 

Als „großes Glück“ bezeichnet Brökelmann, die erst seit etwa eineinhalb Monaten Vorsitzende ist, dass die Pappierfabrik Wepa aus Müschede die Tafel mit Toilettenpapier, Küchenrollen und Taschentüchern versorgt. „Diese Hygieneartikel sind bei anderen Tafeln absolute Mangelware. Daher können wir sie immer gegen andere Waren tauschen“, erklärt Brökelmann. So sei sichergestellt, dass die etwa 3200 Kunden, die die Ausgabestellen in Neheim, Arnsberg und Sundern versorgen, immer ausreichend Lebensmittel und andere Produkte erhalten. 

"Die Arbeit macht sehr viel Spaß"

Die Menschen, die das Angebot der Tafel in Anspruch nehmen, sind laut der Vorsitzenden ganz verschieden: Natürlich gehörten Flüchtlinge zur Kundschaft, doch hier habe sich der Zustand nach dem großen Zustrom im Jahr 2015, der eine „echte Herausforderung“ gewesen sei, normalisiert. Stattdessen sorge die voranschreitende Altersarmut dafür, dass immer mehr ältere Menschen zur Tafel kommen. „Das sind in erster Linie verwitwete Frauen, die nicht gearbeitet haben und jetzt nicht mit ihrer knappen Rente auskommen“, erläutert Brökelmann. 

Die Nachfolgerin von Gisela Cloer hat in den ersten Wochen im neuen Amt einige Eindrücke gesammelt: „Am Anfang war das sehr viel auf einmal. Aber die anderen Ehrenamtlichen haben mich toll unterstützt. Die Arbeit macht sehr viel Spaß.“ Das soll auch weiterhin so bleiben, denn Anna Brökelmann möchte in Zukunft an die erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre anknüpfen. „Dafür sind wir aber weiter auf die große Spendenbereitschaft der Bevölkerung angewiesen. Wenn da etwas wegfällt, stehen wir da“, berichtet Brökelmann. 

Ohne die Gelder von Privatpersonen und Unternehmen könne man die laufenden Kosten (Miete, Strom, Unterhalt für Fahrzeuge) nicht mehr stemmen. Und das würde für die Tafel auf lange Sicht das Aus bedeuten.

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