„Wir haben tolle Menschen hier in Arnsberg“

Arnsbergs Bürgermeister blickt bei Neujahrsempfang auf Herausforderungen und verleiht Bürgermedaillen

+
An Einzelpersonen und Initiativen verlieh Bürgermeister Ralf Paul Bittner die Bürgermedaillen.

Arnsberg - „Wir haben tolle Menschen hier in Arnsberg“, fasste Bürgermeister Ralf Paul Bittner am Ende des Neujahrsempfangs der Stadt Arnsberg zusammen. Zuvor hatte er insgesamt 16 Personen und Initiativen die Bürgermedaille und Willy Hesse das Ehrenbürgerrecht der Stadt verliehen.

Vor den Ehrungen blickte das Stadtoberhaupt in seiner Ansprache im sanierten Sauerland-Theater auf die Erfolge des vergangenen Jahres zurück und stimmte auf die Herausforderungen der kommenden Monate ein. 

„Lassen Sie uns etwas Gutes aus dem neuen Jahr machen, lassen Sie uns die vielen wichtigen Themen und Aufgaben, die vor uns liegen, tatkräftig angehen, mit einem reflektierenden, aber nicht verzagenden Blick nach hinten und einem zuversichtlichen Blick nach vorn.“ Die Kommunen könnten in unbeständigen und unberechenbaren Zeiten – angesichts internationaler Ereignisse wie etwa der Brexit oder die Präsidentschaftswahlen in den USA – eine verlässliche Konstante sein. „Gemeinsam haben wir viel erreicht“, blickte der Bürgermeister unter anderem auf das Sauerland-Museum, das neue „A“ im Kreisverkehr Brückenplatz, aber auch die Gemeinschaftsleistung „Eisbahn Neheim“ sowie den im Dezember verabschiedeten Doppelhaushalt 20/21 an. 

"Nur gemeinsam kann viel erreicht werden"

Ein weiterer Höhepunkt sei für ihn der Besuch bei NRW-Umweltministerin Dr. Heinen-Esser gewesen, wo er für Arnsberg als Standort für wissenschaftlichen Bildungs- und Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit und Forst warb. Gespannt werde auf eine Rückmeldung aus dem Ministerium gewartet. „Dieses Beispiel zeigt sehr eindrucksvoll: Nur gemeinsam kann viel erreicht werden. Es ist gut und wichtig, dass die Entwicklung von Städten und Gemeinden mittlerweile noch mehr als Gemeinschaftsaufgabe verstanden wird. Damit meine ich sowohl Bund, Land und die Kommune selbst, aber auch die Akteure vor Ort aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft.“ 

Weiterentwicklung der "Smart City"

Unter dem Stichwort „interkommunale Zusammenarbeit“ sprach Bittner auch das „Smart City“-Projekt „5 aus Südwestfalen“ an, an dem Arnsberg unter Koordination der Südwestfalen Agentur mitwirkt. Smart City umfasse alle Bereiche des städtischen Lebens. Um die damit verbundenen Aufgaben zu entwickeln und voranzutreiben gibt es in Arnsberg ab April einen Smart-City-Manager: Wie Bittner bekannt gab, wird Lars Morgenbrod, aktuell Regionalmanager im Leader-Programm der Bürgerregion am Sorpesee, diesen Posten übernehmen. Smart City solle den Bürgern den Alltag erleichtern. So sei bereits im November 2019 nach intensiven Vorarbeiten das neue Bürgerportal an den Start gegangen, das auch eine Online-Bezahlfunktion enthält. „Derzeit gibt es 60 Dienste im Service-Portal, die Top-Themen aus Sicht der Nutzer sind neben allgemeinen Anfragen bislang Urkundenanforderungen, Beantragung der Familienkarte die Statusabfrage für beantragte Pässe und Ausweise. Als weitere Dienste sollen als nächstes Online-Anhörungsbogen für Verwarngelder bei Verkehrsordnungswidrigkeiten, die Anmeldung von Sperrmüll und der Online-Traukalender integriert werden.“ 

In seiner Ansprache ging der Bürgermeister auf Erreichtes und künftige Herausforderungen ein. (Für Vollbild oben rechts clicken)

Als weitere Aufgaben zur Gestaltung des Wandels nannte Bittner unter anderem den Ausbau der Kindertagesbetreuung, die Schulbausanierung, den Neubau der Feuer- und Rettungswache in Arnsberg, den Neubau des Notfall- und Intensivzentrums des Klinikums Hochsauerland sowie die weitere Planung der Sanierung des Rathauses in Neheim. Aber auch die Situation in den Wäldern und im Forst sei ein bestimmendes Thema der Zukunft. „Die Aufforstung stellt eine Mammutaufgabe für die Kommunen dar, die nur gemeinsam bewältigt werden kann.“ Darüber hinaus werde weiter am „Masterplan Sport“ gearbeitet. 

Das Thema Nachhaltigkeit ist Bürgermeister Bittner ein persönliches Anliegen. „Nachhaltigkeit ist ein Schlagwort, das bei jeder unserer künftigen Handlungen mitgedacht werden muss. Ich verspreche Ihnen, dass unser Verwaltungshandeln dementsprechend auch in Zukunft einen zentralen Fokus auf den nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen legen wird.“ Als Beispiele nannte er unter anderem die sukzessive Umwandlung von öffentlichen Grünflächen in naturnahe extensiv gepflegte Blühflächen sowie die Schaffung eines lokalen „Ökoprofit Netzwerkes“ mit lokalen Unternehmen oder auch die Möglichkeit von „fairen“ Beschaffungen. 

Kein Platz für Antisemitismus

Abschließend warb Bürgermeister Bittner ausdrücklich für Demokratie und die Beteiligung an der Kommunalwahl am 13. September. „Eine hohe Wahlbeteiligung ist für den Fortbestand unserer Demokratie äußerst wichtig, daher möchte ich Sie darum bitten, von Ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.“ Darüber hinaus machte er deutlich: „Eine klare Position müssen wir Arnsbergerinnen und Arnsberger auch gegen Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit beziehen. Arnsberg hat dafür keinen Platz.“ Das Publikum stimmte ihm mit anhaltendem Applaus an dieser Stelle zu. 

Darsteller der Freilichtbühne umrahmten den Neujahrsempfang musikalisch.

Im Anschluss an seine Rede verlieh Ralf Paul Bittner schließlich die Bürgermedaillen an Einzelpersonen und Institutionen. Dabei lobte er das Engagement jedes einzelnen für die Gemeinschaft mit persönlichen Worten. Erstmals wurden die Preisträger jeweils in einem kleinen Filminterview vorgestellt. Die Film-AG des Franz-Stock-Gymnasiums hatte diese erstellt. Ein besonderer Höhepunkt war die Verleihung des Ehrenbürgerrechtes an Willy Hesse. Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang von Darstellern der Freilichtbühne Herdringen.

Neujahrsempfang 2020 der Stadt Arnsberg mit Verleihung der Bürgermedaillen

  • Carlos Joao Henriques Soares (Arnsberg): Für seinen vielfältigen Einsatz für hilfsbedürftige Menschen, er gilt als unverzichtbarer Ansprechpartner bei der Diakonie 
  • Theo Hilligsberg (Arnsberg): Für sein über 50-jähriges Engagement in der Arnsberger Bürgerschützengesellschaft, unter anderem als Kompanieführer der „4.“ 
  • Förderverein Rodentelgenkapelle (Bruchhausen): Für sein beharrlichen und beachtlichen Engagement rund um die Restaurierung 
  • Moritz Voßbeck (Herdringen): Für seine erstaunlich lange Liste ehrenamtlicher Leistungen in jungen Jahren, insbesondere für die Freilichtbühne Herdringen 
  • Werner Mutzenbach (Holzen): Für sein vielfältiges Engagement im Ort, darunter viele Jahre im Schützenverein, bei der Gründung des SGV sowie als Ortsheimatpfleger 
  • Waldemar Senft (Hüsten): Für sein musikalisches Engagement, mit seinem Akkordeon erfreut er Jung und Alt und nicht zuletzt die Hüstener Karnevalisten 
  • Julius Probst (Hüsten): Für sein seine jahrzehntelange Tätigkeit in der Schützenbruderschaft, unter anderem als Hallenwart, sowie sein Mitwirken in Männerchor und Männerballett 
  • Robert Jäger (Müschede): Für sein Engagement als Ausbilungspate an der Grimmeschule in Neheim, hier hilft er beim Übergang zwischen Schule und Beruf 
  • Monika Nückel (Neheim): Für ihren Einsatz als Stadtführerin, sie bewahrt die Erinnerungen an stadtbekannte Persönlichkeiten und historische Orte, sowie für ihr Engagement in der Kirche 
  • SV Neptun (Neheim): Für sein breit gefächertes und hochwertiges Programm sowie die Schwimmfeste 
  • Rudolf Hahne und Georg Schüttler (Breitenbruch): Für vielfältigen Leistungen für die Dorfgemeinschaft 
  • Sebastian Niggemann (Oeventrop): Für seinen Einsatz bei der Feuerwehr Oeventrop 
  • Initiative Oeventrop: Für sein das Engagement zur Attraktivierung des Stadtteils 
  • Interessengemeinschaft Osterfeuer (Uentrop): Für die jahrelange Brauchtumspflege rund um das traditionelle Osterfeuer 
  • TuS Voßwinkel: Für den unermüdlichen Einsatz für ein sportliches Angebot und attraktive Rahmenbedingungen für alle Generationen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare