Dartsfieber im Sauerland

Auch in Arnsberg und Sundern entwickelt sich die Trendsportart „Darts“ zum Boom

dpa-Story: Darts
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„Triple 20“ oder „Bulls Eye“: Beim Darts geht es darum, mit möglichst wenigen Versuchen, 501 Punkte zu werfen.

Arnsberg/Sundern. Ein gezielter Wurf auf das „Bulls Eye“ oder Jubel über die „180“ – das Hochsauerland wird mehr und mehr zur Darts-Hochburg. Während der eine Teil der Fans an diesem Wochenende bei der EM in Göttingen mitansehen muss, wie ein Topstar nach dem anderen ausscheidet, hat der andere Teil längst selbst die Pfeile in der Hand und die Darts-Leidenschaft zum eigenen Hobby gemacht.

„Es boomt tatsächlich“, sagt Michael Ternes, Beisitzer im Stadtsportverband Arnsberg und dort zuständig für Stadtmeisterschaften. Anlass genug, eine Arnsberger Darts-Stadtmeisterschaft auf die Beine zu stellen. In der kommenden Woche finden die finalen Gespräche statt, dann werden die letzten Modalitäten geklärt.

Fest steht aber schon, dass der Stadtwettbewerb im Steeldarts Mitte Januar in der Schützenhalle Niedereimer stattfinden wird. Schon jetzt sei das Feedback enorm, berichtet Ternes, der das Event ab Anfang November dann auch offiziell anpreisen möchte. Antreten kann jeder – Profi und Amateur, Vereine und Einzelpersonen. Voraussetzung: entweder ein Wohnsitz in Arnsberg oder eine Mitgliedschaft in einem Arnsberger Verein. Profis und Amateure werden separat gewertet.

„Wir werden ein Highlight daraus machen“, verspricht Ternes einen Eventcharakter, wie man ihn von der WM kennt: mit einem DJ und ein bisschen Partystimmung und Walk-On-Musik für die Sportler ab der Finalrunde. Dann werden die Spiele auch live auf Großleinwand übertragen. Und auch die Idee für eine zweite Stadtmeisterschaft – im E-Darts – im Sommer in Bruchhausen ist bereits angedacht.

Denn Darts ist nicht gleich Darts, das hat Michael Ternes schon gelernt. „Es gibt E-Darts und Steeldarts – das ist wie bei Schalke und Borussia“, sagt Ternes lachend.

So bietet der TuS Bruchhausen, der im September die jüngste Darts-Abteilung im Stadtgebiet gegründet hat, E-Darts an – auch im Ligabetrieb. Der TuS Niedereimer hat sich Ende Mai mit Steeldarts neu aufgestellt. Seit einigen Monaten kann man beispielsweise auch beim TuS Vosswinkel Steeldarts spielen. Der Verein stellt mittwochsabends im Tennisheim die Grundausrüstung. Nicht alle Dartsvereine sind im Fachverband gelistet. Darüberhinaus gibt es noch einige Kneipentruppen – zwei in Hüsten, zwei in Arnsberg und eine in Neheim –, die im Ligabetrieb spielen, sagt Michael Ternes.

„Wir versuchen alles zu pushen, was zu pushen ist“

Den Eindruck, dass es sich nicht nur um ein lokales, kleines Phänomen handelt, sondern sich in die Breite entwickelt, hat auch Michael Kaiser, Vorsitzender des Stadtsportverbandes Sundern. Im Sunderner Stadtgebiet war der TuS Hachen 2016 Vorreiter, der im Sommer jetzt zusätzlich in die erste Meisterschaftssaison im Steeldarts startete. Mit zwei Mannschaften tritt man in der Kreisliga Westfalen Süd an. Beispielsweise in Endorf sei Darts im Clubhaus integriert, weiß Kaiser.

„Als Ergänzung bietet sich das an, weil es nicht mit mega viel Aufwand verbunden ist und es dem Verein ermöglicht, noch andere Leute zu erreichen“, hebt Kaiser die Vorteile der Sportart hervor. Einen Zuschauerboom erlebt die Sportart meist während der WM-Zeit (in diesem Jahr vom 13. Dezember bis 1. Januar im Londoner „Alexandra Palace“). „Das hält dann meistens zwei bis vier Wochen an“, weiß sein Kollege aus Arnsberg. Und es würden immer einige übrig bleiben, die dem Sport dann die Treue halten, berichtet Michael Ternes, der zusammen mit seinen Kollegen beim Stadtsportverband Arnsberg immer gerne einen Blick auch auf die „unüblichen“ Sportarten hat, um sie durch Veranstaltungen – so etwa auch das Eisstockschießen, für das am 15. Dezember eine Stadtmeisterschaft auf der Eisbahn am Neheimer Dom geplant ist – bekannter zu machen.

 „Wir versuchen alles zu pushen, was zu pushen ist“, sagt Michael Ternes. Und er hat inzwischen gelernt, dass Darts als Sport nicht zu unterschätzen ist. „Dafür muss man auch konditionell fit sein“, so der Stadtsportverbandsakteur. Nicht nur die Oberarmbewegung will trainiert sein. „Auch der Kopf spielt eine riesen Rolle und der Kopf arbeitet nur, wenn man körperlich fit ist“, sagt Ternes, der überrascht war, als er in einer Dokumentation erfuhr, dass Profis sechs bis acht Stunden Training pro Tag absolvieren.

 Wer Interesse hat, in den Sport reinzuschnuppern oder seinen Leistungsstand zu verbessern, der kann auch bei den heimischen Vereinen vorbeischauen.

Weitere Informationen zur Sauerland-Dartliga gibt es hier. 

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