Gemeinde kann Vorschläge ab Mai einsehen

Auferstehungskirche soll „Zentraler Ort des Gemeindelebens“ werden

Prädikant Christoph Decker, Pfarrerin Claudia Schäfer, Sophie Meier und Pfarrer Johannes Böhnke waren an der Diskussion in der Auferstehungskirche beteiligt. Foto: gd

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Arnsberg.

Eine Informationsveranstaltung zur „Nutzungserweiterung der Kirche zum zentralen Ort des Gemeindelebens“ gab es am vergangenen Sonntag in der Auferstehungskirche. Die das Projekt begleitende Architektin Sophie Meier berichtete über den Stand der Dinge. Das Presbyterium will die Gemeinde mit einbeziehen und legt daher Wert auf fortlaufende Information der Gemeinde. Dies machte Pfarrer Johannes Böhnke zu Beginn der Veranstaltung noch einmal deutlich.

Vor einem Jahr gab es einen ersten Planungstag, an dem sich die Gemeindemitglieder beteiligen und ihre Ideen und Vorstellungen einbringen konnten. Die Ergebnisse und deren Auswertung stellte Sophie Meier vor. Zunächst stand die Frage im Raum, ob der Schinkelbau Auferstehungskirche, der 1825 eingeweiht und 1891 erweitert wurde, zentraler Ort des Gemeindelebens werden kann? Können zum Beispiel festliche Veranstaltungen oder auch Konzerte sowie Ausstellungen im Kunstsommer hier stattfinden? Diese Frage beantwortete die Architektin mit einem eindeutigen „Ja“. Nach Testentwürfen, Anfragen bei der Denkmalpflege und der Genehmigungsbehörde war sich Sophie Meier sicher, dass die Auferstehungskirche den richtigen Rahmen hierfür bieten würde. Geplant ist neben Änderungen in der Kirche auch ein Erweiterungsbau von etwa 40 Quadratmetern Fläche, dessen Nutzung aber noch nicht ganz fest steht. Die Anforderungen an die Nutzungserweiterung sind unter anderem Barrierefreiheit, Beleuchtung, ein Raumprogramm für Kirche, Gemeinde und Jugend sowie die Heizungstechnik.

Nach dem ersten Teil der Information entstand eine lebhafte Diskussion der anwesenden Gemeindemitglieder sowie Architektin und Pfarrer. Argumente gegen und für die hintere Glaswand in der Kirche, die einen Raum für verschiedene Veranstaltungen abtrennt, waren einerseits die Schwierigkeiten bei der Beheizbarkeit des kleinen Raumes, (die Tür lasse zu viel kalte Luft in den Raum) aber auch die Einsehbarkeit. Es gebe Situationen, in denen für die Nutzer eine wirkliche Trennung anstatt einer Glaswand von Vorteil wäre. Vorgeschlagen wurden dafür eine Holzabtrennung, die auch den Vorteil hätte, Geräusche mehr zu dämpfen, oder auch ein schlichtes Rollo, das die zusammen schiebbare Glaswand erhalten würde. Befürworter fanden die Glaswand einfach schön, da sie den Raum mit in die Kirche einbezieht und das Ganze lichtdurchflutet wirken lässt.

Das neu aufgehängte Banner im Eingangsbereich erhitzte ebenfalls die Gemüter. „Es macht den Eindruck des gleichschenkeligen griechischen Kreuzes, auf dessen Grundriss die Kirche erbaut wurde, zunichte“, war die Meinung mancher Gemeindemitglieder. „Es verwehrt den offenen Blick in die Kirche, der von vielen Besuchern so geschätzt wird“, war eine andere Meinung. Pfarrer Böhnke schaltete sich an dieser Stelle ein und wies darauf hin, dass es auch andere Bedürfnisse gäbe, zum Beispiel sei manch einem in der Gemeinde die Geborgenheit während des Gottesdienstes wichtig, wozu das Banner beitragen könne.

Im zweiten Teil der Infoveranstaltung stellte Sophie Meier das Prozedere der Ausschreibung vor. „Es wird einen Realisierungswettbewerb geben nach den Richtlinien für Planungswettbewerbe. Es ist ein Einladungswettbewerb. Zwischen fünf und zehn Büros werden angeschrieben. Diese werden ihre Pläne ausarbeiten und anonym abgeben.“ Meier wies auch darauf hin, dass es eine Wettbewerbsbetreuung geben werde sowie eine Vorprüfung. „Die Fachpreisrichter werden frühzeitig prüfen, ob alles im Finanzierungsrahmen liegt.“

Die Kirchengemeinde ist der Auftraggeber. Inhalte der Ausschreibung werden mit der Gemeinde abgestimmt. „Am Ende wird es ein Kolloquium geben, eine Vorprüfung der Arbeiten und eine Jurysitzung“, erklärte die Architektin. Ab Mai 2017 können die Vorschläge von der Gemeinde in Augenschein genommen werden.

Zu den Kosten erklärte Pfarrer Böhnke: „Die Maßnahme wird 750.000 Euro kosten. In die Finanzierung wird unter anderem der Erlös von den Vermarktungserträgen Erlöserkirche fließen.“ Für die Außensanierung würden noch einmal 250.000 Euro benötigt. „Hierfür werden allerdings öffentliche Mittel in Anspruch genommen, sodass der Eigenanteil deutlich unter 100.000 bleiben wird.“

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