„Die Steine dieser Straße sind etwas Besonderes“

Aufwendige Sanierung der historischen Soester Straße in Arnsberg ist abgeschlossen

Mit dem Durchschneiden des Bandes wurde die Untere Soester Straße im Stadtteil Arnsberg offizielle wieder eröffnet. Foto: Gaby Decker

Arnsberg. Die Untere Soester Straße ist eine sehr kleine Straße, allerdings mit einer einmaligen Pflasterung von 1848. Oft wurde sie ausgebessert, um das Laufen und Fahren auf der Straße zu erleichtern. Diese Straße führt zum Lichtturm mit der Camera Obscura, was ihre kulturelle Bedeutung noch erhöht. Im vergangenen Jahr hatte sich ihr Zustand so verschlechtert, dass der Rat der Stadt den Beschluss fasste, die Straße zu sanieren. Gemeinsam mit den Stadtwerken wurde die Erneuerung in Angriff genommen. Die Eröffnung fand nun im Beisein der Bevölkerung und Verantwortlichen statt.

„Die Steine dieser Straße sind etwas Besonderes“, so Bürgermeister Ralf Paul Bittner. Er verwies auf die Historie der Altstadt, die auch in diesen Steinen zu sehen sei. „Es ist circa die Hälfte der alten Steine wieder verwandt worden, was natürlich bedeutete, jeden Stein in die Hand zu nehmen und zu prüfen.“ Planungs- und Baudezernent Thomas Vielhaber erklärte, dass es in einem Altstadtkern wie Arnsberg eine Verpflichtung sei, sich um den öffentlichen Raum zu kümmern und sehr pfleglich mit den alten Dingen um zu gehen. „Die Untere Soester Straße steht auch im Verhältnis zu den anderen Gassen in der Altstadt, die wir natürlich auch erhalten müssen. Die Stadt ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadtkerne, dort sehen wir, wie diese Dinge in anderen Städten gehandhabt werden und können vom Austausch lernen.“ 

Pflaster aufwendig durch neue Ruhrsteine ergänzt

Von den weiteren Arbeiten in der Straße berichtete Thorsten Kleff von den Stadtwerken Arnsberg: „Ein neuer Kanal ist verlegt worden. Danach kam ein tragfähiger Untergrund für die Pflastersteine. Durch eine neue Wasserführung auf der gepflasterten Straße mit beidseitiger Rinne kann das Wasser besser abfließen.“ Volker Hilgenhaus, von der Firma Hilgenhaus Grünbau, die die Pflasterarbeiten übernommen hatten, berichtete über diese Arbeiten, für die etwa vier Wochen benötigt wurden. „Zu den alten Pflastersteinen, die noch verwendet wurden, haben wir zusätzlich noch Steine von der Ruhrnaturierung (entstandene Kieselbänke) genommen, was ein sehr mühsames Unterfangen war. Die Steine wurden mit einer speziellen Baggerschaufel aufgenommen, durch die die kleinen Steine hin durch fielen. Pro Schaufel blieben dann etwa acht bis zehn brauchbare Steine übrig. Die Steine wurden hochkant gesetzt – so wie es war und auch das interessante Bild einer alten Gasse gibt – und zum Schluss eingesandet und verdichtet.“ Michaela Röbke von der Stadt Arnsberg, Stadtentwicklung, berichtete, dass die Anlieger der Straße keine erhöhten Kosten zu tragen hätten. „Der Aufwand für eine gepflasterte Straße ist ungleich höher als für eine geteerte Straße. Durch eine neue Satzung konnten wir es für die Bürger bei den Kosten für eine Teerstraße belassen.“ Im Zuge der Sanierung wurde auch die Straßenbeleuchtung erneuert, was von den Anwohnern, die zur Eröffnung gekommen waren, wohlwollend zur Kenntnis genommen wurde. Mit dem symbolischen Durchschneiden eines Bandes war es dann soweit, die Untere Soester Straße war wieder frei gegeben.

Die Kosten für die Untere Soester Straße betragen 175.000 Euro. Die Anlieger bezahlten 40.000 Euro. Der Eigenanteil für die Stadt Arnsberg kam aus dem Topf für städtebaulichen Denkmalschutz. Obendrauf kamen noch die Kosten für den Kanalbau von 55.000 Euro.

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