Gelebte Vielfalt

Bedarf für das „E“-Zentrum in Hüsten wächst wöchentlich

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Beim Tag der offenen Tür des „E“-Zentrums nutzte Bürgermeister Ralf Paul Bittner (Mitte) die Gelegenheit, mit den Gruppen und Initiativen ins Gespräch zu kommen.

Hüsten. Als positiven Ort, der Mut und Kraft gibt, bezeichnete Arnsbergs Bürgermeister Ralf Paul Bittner das Engagementzentrum „E“ am Freitag beim Tag der offenen Tür. Dabei präsentierten sich nicht nur die vielfältigen Gruppen, die das Zentrum mittlerweile regelmäßig nutzen, sondern die Leiterin Bienetha Beckmann sprach auch über das harmonische Zusammenwirken und die gelebte Integration.

Unter dem Leitgedanken „Für alle offen, mutig und engagiert!“ nahm das Zentrum an der ehemaligen Pestalozzischule in Hüsten Anfang 2017 seine Arbeit auf. Schnell seien diese Schlagworte mit Leben gefüllt worden, freute sich der Bürgermeister. Heute treffen sich in den Räumen 21 Bürgergruppen, Vereine und Initiativen aus zwölf verschiedenen Ländern und Menschen mit 16 Sprachen. Dabei ist das „E“ nicht nur ein Treffpunkt der Kulturen, sondern auch der Generationen. 

Von der Mutter-Kind-Gruppe, über Jugendliche, die gemeinsam an Medienprojekten arbeiten, bis zu Senioren, die regelmäßig ein Seniorenmusikcafé im Haus anbieten oder besuchen reichen die Gruppen. „Wir haben das Ziel erreicht, Menschen hier eine Heimat zu geben, aber auch zusammenzuführen.“ Es sei die absolut richtige Entscheidung gewesen, das „E“ zu gründen. Die dort gelebte Vielfalt nach vorne zu tragen und auch in der gesamten Stadt, in Familien, Schulen, Nachbarschaften, am Arbeitsplatz und in Glaubensgemeinschaften zu leben, sei ihm ein großes Anliegen, so Bittner. „Das ‘E’ ist dabei ein wichtiger Baustein.“ 

"Es ist ein Geben und Nehmen"

Bei internationalen Speisen und Getränken sowie einem Rahmenprogramm – mit indischem Tempeltanz, Trommelvorführung und Filmpräsentation des Projektes „Abgedreht“ – verweilten die Gäste und kamen mit den Mitgliedern der verschiedenen Gruppen ins Gespräch. „Was das Zentrum ausmacht, ist die Vielfalt der Menschen mit ihren unterschiedlichen Sprachen und Kulturen. Das Gemeinsame ist die deutsche Sprache, die hier überwiegend gesprochen wird, um die Menschen zusammen und in ihrer neuen Heimat weiterzubringen“, beschreibt Bienetha Beckmann. Dabei ist der Leiterin der Austausch mit den Menschen vor Ort sehr wichtig, Angebote werden der Nachfrage entsprechend umgesetzt. „Schön ist, dass es mittlerweile ein Geben und Nehmen ist und zum Beispiel auch diejenigen, die anfangs hier neu waren, mittlerweile eigene Kurse anbieten.“ 

Ermöglicht wurde das Begegnungszentrum durch die Fördermittel des NRW-Sonderprogramms „Hilfen im Städtebau für Kommunen zur Integration von Flüchtlingen“. Zuerst begrenzt auf einen Zeitraum von zwei Jahren wurden die Projektgelder inzwischen bereits für ein weiteres Jahr verlängert. Der Fortbestand ist also bis Ende 2019 gesichert. Wie es dann weiter geht, müsse man schauen, so Bienetha Beckmann, die aber auf jeden Fall noch viele Ideen für das „E“ hat: „Wir würden das Zentrum gerne noch vergrößern. Der Bedarf wächst wöchentlich und ich bekomme immer mehr Anfragen von Gruppen und Initiativen, die das Zentrum auch gerne nutzen möchten.“ Ein besseres Zeichen dafür, dass sich das „E“ in der Stadt gut etabliert hat, gibt es wohl nicht.

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