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Belastet das Tour-Chaos auch den heimischen Radsport:

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Lokale Radsportevents, wie hier bei "Neheim live", leben von Zuschauern und Sponsoren. Noch ist nicht klar, ob der Zuspruch nach dieser Tour erhalten bleibt. Foto: Patrick Donatil
Lokale Radsportevents, wie hier bei "Neheim live", leben von Zuschauern und Sponsoren. Noch ist nicht klar, ob der Zuspruch nach dieser Tour erhalten bleibt. Foto: Patrick Donatil

Rückzug von Sponsoren befürchtet — Vortrag über Doping

Neheim. (wbr)

Die Tour de France ist das pure Chaos: Erst Buh-Rufe für das Gelbe Trikot, ein Tag später sogar eine ganze Etappe ohne das "Maillot Jaune". Klar, es muss etwas passieren. Wie weit die Konsequenzen der dopingbeschmutzten Frankreich-Rundfahrt auch in die heimische Radsportszene reichen, bleibt noch abzuwarten.Trotz allem: Jürgen Scherf, Vorsitzender des RC Victoria Neheim, wird heute vor dem TV sitzen und sich die Zieleinfahrt der Tour de France auf den Champs-Élysées ansehen. Er fiebert mit den deutschen Fahrern bis zuletzt mit, denn er glaubt, dass sie eine reine Weste haben. "Die Deutschen sind doch die Gelackmeierten", so Scherf, der für die "Ausnahme Sinkewitz" keine schönen Worte übrig hat. Die verbliebenen jungen Radprofis und auch Erik Zabel, der sein Epo-Vergehen reuig gestanden hat, genießen Scherfs Vertrauen. So auch Marcel Sieberg vom Team Milram, der seine ersten Sporen beim RC in Neheim verdient hat. Es seien vielmehr die üblichen Verdächtigen aus Italien oder Spanien, so Scherf, die das Ansehen der Tour in den Dreck ziehen.

Die "Tour de Farce", wie sie mittlerweile von vielen Experten betitelt wird, könnte nach seiner Meinung auch Konsequenzen für die heimische Radsportszene nach sich ziehen. "Wir fürchten schon um Sponsoren für unser Radrennen. Es gibt zwar noch keine Erklärungen, aber ich bin mir nicht sicher, ob da noch alle mitmachen." Wird das Geld knapp, kann der RC nicht mehr die Hochkaräter einladen, die in den letzten Jahren so viele Menschen auf die Straße lockten. Die Profis hätten nicht bedacht, was sie nach unten hin anrichten, ist sein Vorwurf an die gedopten "Elite-Fahrer".

Einbrüche bei den Mitgliederzahlen fürchtet Scherf allerdings nicht. Schließlich gehe es hierzulande nicht um das große Geld.

In den Reihen des Radsportclubs rückt das Thema Doping dieser Tage selbstverständlich mehr in den Fokus und man hat schon darauf reagiert: Die nächste Vortragsreihe, die beim RC regelmäßig angeboten wird, behandelt das Thema. Dazu werden sowohl Fahrer als auch Eltern und Bekannte geladen, um über Doping aufgeklärt zu werden. Und, so macht Scherf klar: "Wer beim RC mit Doping erwischt werden sollte, fliegt."

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