Fußball-Profi Daniel Ginczek unterstützt Auszeichnung

Berufskolleg am Berliner Platz ist "Schule ohne Rassismus" - mit prominemtem Paten

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Lehrer Klaus Marschall, Martin Rietsch, Daniel Ginczek und Lehrer Dr. Christian Jansen (v. l.) stehen hinter dem Gedanken Schule ohne Rassismus.

Hüsten. Es war ein großes Ereignis für das Berufskolleg am Berliner Platz, die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu bekommen. Nach einem Bewerbungsverfahren, das die Schule erfolgreich absolvierte, konnten sich Schüler und Lehrer über die bundesweit etablierte Auszeichnung freuen. In dem der Feier vorgeschalteten Pressegespräch waren die Paten Daniel Ginczek vom VfB Stuttgart und der Rapper "2schneidig" (Martin Rietsch) mit dabei.

Die beiden Paten waren über private Kontakte dazu gekommen, das Amt zu übernehmen. Warum ausgerechnet Musiker und Fußballer? Berthold Hohmann, Schulleiter des Berufskollegs, erklärte: „Gerade in diesen Bereichen ist dieses Thema sehr auffällig, hier nimmt man den Rassismus besonders wahr und mit diesen Paten erzeugt man natürlich Aufmerksamkeit“. 

Martin Rietsch, nicht nur Musiker sondern auch Fußballer beim FC Oberneuland Bremen ist schon seit langem tief im Thema. Er ist bei Jugendcamps tätig und geht in die Schulen mit der Kampagne „Against racism – for a better tomorrow“, um das, was ihm am Herzen liegt, schon bei Kindern und Jugendlichen zum Thema zu machen. Auch am Berufskolleg hat er schon Vorträge gehalten. Seit 2001 ist er als Künstler (2schneidig) unterwegs, mal solo und mal mit Band, um auch mit seinen Songs an das Thema anzuknüpfen. 

Der gebürtige Neheimer Daniel Ginczek ist Fußballer beim VfB Stuttgart und ist über einen Hinweis seines Vaters Pate am Berufskolleg geworden. „Außerdem war ich selbst früher einmal hier Schüler“, erklärte er. Daniel Ginczek findet es naheliegend, dass ein Fußballer bei dem Thema Rassismus involviert wird: „Es ist ein Thema im Fußball und ich stelle mich sehr gerne als Pate zur Verfügung“. 

1470 Schüler haben unterschrieben 

„Um an ,Schule ohne Rassismus’ teilnehmen zu können, muss zunächst eine Unterschriftenliste geführt werden“, erklärt Klaus Marschall der für die Projekte an der Schule zuständig ist und dabei von Dr. Christian Jansen unterstützt wird, der für die Schülervertretung zuständig ist. „70 Prozent der Schüler, also 1470, haben unterschrieben. Das ist eine ganze Menge, außerdem muss man an unserer Schule bedenken, dass viele Schüler ja nicht immer anwesend und deshalb schwer zu erreichen sind. Es ist uns wichtig, zu vermitteln, dass wir hier nicht mit erhobenen Zeigefinger dastehen. Jeder Schüler, der unterschreibt, hat sich Gedanken dazu gemacht und steht auch hinter dem, was hier an der Schule zu diesem Thema gemacht wird“. 

Es ist am Berufskolleg schon einiges in dieser Richtung geschehen. Angefangen hat alles mit der „Luftpost für Afrika“ und der Gruppe Culcha Candela mit ihrem Frontmann Johnny Strange. Lehrer Klaus Marschall fand damals, dass etwas geschehen müsse, da die Jugendlichen in seiner Klasse erschreckend uninformiert über die Flüchtlingswelle gewesen seien. Diesem Event folgte unter anderem ein internationales Kochbuch und es wurde eine Mitfahrzentrale gegründet. „Wir müssen die Probleme bewusst machen, denn den einen oder anderen provokanten Spruch gibt es auch hier. Aber dabei bleibt es dann auch“, weiß Klaus Marschall. 

Um die Auszeichnung zu bekommen, muss der Antrag gestellt werden, in das Netzwerk aufgenommen zu werden. „Das ist uns jetzt gelungen. Bei der Feierstunde nachher wird einer der deutschlandweit agierenden Repräsentanten das Schild „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ überreichen“, ergänzte Schulleiter Berthold Hohmann. Am 26. Juni wird das Berufskolleg der Partnerschule FH Soest einen Besuch abstatten. Dort gibt es ein Konzert der Gruppe Culcha Candela.

Das Berufskolleg am Berliner Platz hat die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ bekommen.

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