UPDATE - Drei Personen verletzt -</b> <b>10 weitere Personen evakuiert - Vier Wohnungen nicht mehr bewohnbar

Brand in Mehrfamilienhaus

Foto: Feuerwehr Arnsberg

Aus bislang unbekannten Gründen kam es am frühen Montagmorgen zum Brand einer Wohnung im 3. Obergeschoß eines Mehrfamilienhauses am Fresekenweg.

Aus bislang unbekannten Gründen kam es am frühen Montagmorgen gegen 2.30 Uhr zum Brand einer Wohnung im 3. Obergeschoß eines Mehrfamilienhauses am Fresekenweg in Neheim. Es wurden drei Personen (im Alter zwischen 21 und 59 Jahren) mit Verdacht auf eine Rauchgasinhalation in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Arnsberger Feuerwehr hat darüber hinaus in Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst und zwei Hilfsorganisationen 10 unverletzte Hausbewohner, die wegen des Brandgeschehens vorübergehend ihre Wohnungen verlassen mussten, betreut.

Um 2.40 Uhr alarmierte die Feuerwehr-Leitstelle in Meschede die Hauptwachen Arnsberg und Neheim sowie den Löschzug Neheim. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte schlugen bereits Flammen aus den Fenstern und der Balkontür der betroffenen Wohnung auf der Rückseite des Gebäudes, wie die Feuerwehr berichtet. Außerdem machten sich mehrere Personen aus weiteren Wohnungen auf der betroffenen Etage an einem Fenster und auf einem Balkon bemerkbar, denen der Fluchtweg abgeschnitten war und die sich somit nicht mehr aus eigener Kraft in Sicherheit bringen konnten. Daraufhin wurde durch die Einsatzleitung die Alarmstufe erhöht und für den Löschzug Neheim Sirenenalarm ausgelöst. Zudem wurden der Fernmeldedienst der Arnsberger Feuerwehr und im Einsatzverlauf insgesamt vier Rettungswagen sowie ein Notarzteinsatzfahrzeug zur Einsatzstelle beordert. 

Schwerpunkt liegt zunächst auf Menschenrettung

Die ersten Einsatzmaßnahmen der Feuerwehr konzentrierten sich  auf die Menschenrettung. Insgesamt konnten eine Person aus der Brandwohnung, eine weitere Person aus einer benachbarten Wohnung von der Vorderseite des Gebäudes über eine Drehleiter und eine dritte Person von dem Balkon einer ebenfalls benachbarten Wohnung über eine Steckleiter gerettet werden. Sie wurden jeweils mit Verdacht auf Rauchgasinhalation in umliegende Krankenhäuser transportiert. Das Gebäude wurde komplett evakuiert, um eine etwaige Gefährdung der übrigen Hausbewohner auszuschließen. Insgesamt mussten für die Zeit des Einsatzes weitere 10 unverletzte Bewohner durch die vor Ort befindlichen Kräfte von Feuerwehr und SEG Rettungsdienst betreut werden. Die zwischenzeitlich an die Feuerwehr herangetragene Vermutung, dass eine weitere Person in einer der Wohnungen vermisst werde, bestätigte sich nach einer gründlichen Durchsuchung aller Wohnungen durch mehrere unter Atemschutz vorgehende Einsatz-Trupps glücklicherweise nicht.

Umfangreicher Löschangriff nimmt einige Zeit in Anspruch

Parallel zu der Menschenrettung wurde ein umfangreicher Löschangriff durch mehrere Trupps von inner- und außerhalb des Gebäudes vorgetragen, der auch rasch Erfolg zeigte. So konnte der Brand binnen kurzer Zeit unter Kontrolle gebracht werden. Jedoch hatten die Flammen im Brandverlauf auch die über den rückwärtigen Fenstern und der Balkontür befindliche verkleidete Hausfassade angegriffen. Dies führte dazu, dass die Fassade teilweise entfernt werden musste, um dahinter befindliche Glutnester aufspüren und löschen zu können. Diese Arbeiten nahmen einige Zeit in Anspruch. Die Brandwohnung und die benachbarten Bereiche wurden mit einer Wärmebildkamera auf weitere Glutnester kontrolliert. Außerdem wurde das Gebäude mit Hilfe eines Hochleistungslüfters vom Brandrauch befreit.

Zusätzlich Wasserrohrbruch in Brandwohnung

Durch die Flammen- und die Wärmeeinwirkung kam es in der Brandwohnung zusätzlich noch zu einem Wasserrohrbruch, den die Wehrleute jedoch provisorisch abdichten konnten, bevor ein größerer Schaden in weiteren Wohnungen entstand. Die zuständige Hausverwaltung wurde hierüber zwecks Durchführung der erforderlichen Reparaturarbeiten informiert. Von den insgesamt 13 in dem Mehrfamilienhaus befindlichen Wohnungen mussten vier nach dem Brand für nicht mehr bewohnbar erklärt werden. Die übrigen neun Wohnungen wurden im späteren Einsatzverlauf durch die Feuerwehr wieder freigegeben, so dass die vor Ort betreuten Personen, die alle diesen Wohnungen entstammten, wieder in ihre Domizile zurückkehren konnten.  Nach etwa zwei Stunden konnte ein Großteil der insgesamt 75 vor Ort befindlichen Kräfte wieder einrücken. Es verblieb noch eine Brandwache vom Löschzug Neheim vor Ort, die schließlich nach mehr als vier Stunden gegen 7 Uhr wieder in ihren Standort einrücken konnte.

"Angesichts des mit dem Vollbrand einer Einliegerwohnung vorliegenden umfangreichen Schadensszenarios und des gegebenen Gefährdungspotenzials für die Hausbewohner/innen kann in diesem Fall von einem noch relativ glimpflichen Ausgang dieses Brandereignisses gesprochen werden. Dies ist sicherlich auch auf das schnelle und effektive Eingreifen sowie auf die gute und reibungslose Zusammenarbeit aller Rettungskräfte zurückzuführen", so die Bilanz der Feuerwehr.

Wie die Polizei berichtet, gibt es Brandursache derzeit keine Hinweise. Ein Brandermittler der Kriminalpolizei hat am Montagmorgen die Ermittlungen zur Ursache des Feuers aufgenommen. Gemeinsam mit einem durch die Staatsanwaltschaft Arnsberg beauftragten Gutachter geht er der Frage nach, wie es zu dem Brand kommen konnte. Diese Ermittlungen dauern an, wobei eine eindeutige Ursache bislang noch nicht feststeht. Die betroffene Wohnung ist durch das Feuer und die Löscharbeiten bis auf weiteres nicht mehr bewohnbar. Der entstandene Sachschaden wird von der Polizei auf etwa 100.000 Euro geschätzt. Einer der drei in ein Krankenhaus gebrachten Hausbewohner konnte mittlerweile bereits entlassen werden.

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