Förderanträge in Arbeit

"Bürgerregion am Sorpesee": Neue Leader-Projekte in den Startlöchern

Die „Bürgerregion am Sorpesee“ Vereinsvorstand, Mitglieder der LAG, Kernteammitglieder und Projektträger weiter voran bringen.

Arnsberg/Sundern. In der Leader-Region am Sorpesee, die Arnsberg, Sundern, Balve und Neuenrade umfasst, ist einiges im Gange: Die Lokale Arbeitsgruppe (LAG) des Vereins „Leader sein“ hat in dieser Woche gleich sechs Projekte für das Jahr 2017 beschlossen. Für die Projekte werden knapp 280.000 Euro an Leader-Fördermitteln investiert. „Da kommt ganz schön was ins Rollen“, sagte Klaus Peter Sasse, Vorsitzender der LAG.

Dass das vor allem auf die Vereine, Kommunen und die intensive Arbeit aller Beteiligten zurückzuführen ist, wissen auch die Regionalmanager Lars Morgenbrod und Annika Kabbert. „Wir haben Expertenkreise entwickelt, mit Leuten aus der Region, um gemeinsam Strategien zu entwickeln“, sagte Morgenbrod.

So befindet sich das erste Projekt „Generationenpunkt Altenaffeln“ in der letzten Phase der Umsetzung. Mit den Vorhaben „Matinee im Grünen – so klingen die Gärten am Sorpesee“ und „Jugendraum Westenfeld“ dürfen zwei weitere Projekte mit den Maßnahmen beginnen. Bisher sind rund 147.000 Euro an LEADER-Fördermitteln in die Region geflossen.

Weitere knapp 280.000 Euro für insgesamt sechs Projekte, die zum Teil bis Ende 2019 laufen sollen, sind in der gestrigen LAG-Sitzung durch ihre Mitglieder positiv beschieden worden. „Es sind sechs Projekte, die unterschiedlicher nicht sein können und die Vielfalt unserer Region bestens widerspiegeln. Jeweils ein Projekt kommt aus Balve, Neuenrade und Sundern und drei weitere Vorhaben betreffen das gesamte LEADER-Gebiet“, erläutert Klaus Peter Sasse im Pressegespräch.

Meinkenbracht als "Sternendorf"

Mit dem Bildungs- und Partizipationsprojekt „POWER UP – Bring Deine Ideen in Form“ werden junge Erwachsene zwischen 16 und 20 Jahren aufgerufen sich weiterzubilden und mit den erlernten Modulen während eines „Sommers am See“ aktiv in die Ideenumsetzung einzusteigen und eigene Projekte in ihrem Dorf, in ihrer Stadt und in ihrer Region umzusetzen. Hier sollen alle jungen Erwachsenen im LEADER-Gebiet angesprochen werden. „Wir wollen in die jungen Köpfe investieren“, sagte Kappert.

Ein weiteres Projekt für die Gesamtregion ist die „Regionsweite Erwerbstätigenbefragung“ in Form einer Marktforschungsstudie. Hiermit soll belegt werden, wie gut die bisher immer betont herausragenden beruflichen Möglichkeiten bei gleichzeitig hoher Lebensqualität wirklich zueinander passen. Gleichzeitig werden aus den Ergebnissen Handlungsfelder für weitere Themen wie Fachkräftesicherung, Arbeitnehmerzufriedenheit und Weiterentwicklung der Region herausgefiltert.

Größere Strahlkraft in die Region erhofft sich das Dorf Sundern-Meinkenbracht. Die Bewohner wollen sich die Lage mitten in der Natur zum Vorteil machen und Meinkenbracht zum „Sternendorf“ entwickeln. Hier gibt es wenig so genannte „Lichtverschmutzung“ und somit beste Bedingungen zur Sternenbeobachtung. Installiert werden sollen ein Planeten- und ein Sternenbeobachtungspfad sowie Liegeplätze mit Sternenkarten.

Das teuerste der sechs neuen Projekte ist das „App-Netzwerk“. Es wird im Frühjahr dieses Jahres in der ganzen Leader-Region und Meschede starten und Leader-Fördermittel in Höhe von 146.763 Euro erhalten. Antragsteller – im Sinne aller Städte – ist die Wirtschaftsförderung Arnsberg GmbH. Der Eigenanteil beträgt 79.026 Euro. Besonders teuer an dem Projekt sei die Entwicklung der Software, weiß Regionalmanager Morgenbrod.

"Bestenfalls alles investieren"

Geplant ist ein digitaler Standortkatalog, der an mehrere Schul-Apps angeschlossen werden soll. Eine solche App gibt es bereits für die Realschule Balve – sie könnte als Vorreiter für die weiteren Planungen dienen. Ziel des Projekts ist die Bindung junger Leute an die Region. „Der Fachkräftemangel ist akut“, sagte Morgenbrod. Neben Informationen über Veranstaltungen, Freizeitangebote und Gastronomie sollen auch Stellenangebote integriert werden. Schüler können sich direkt über Arbeitgeber, Ausbildungs- und Praktikumsangebote in der Region informieren.

Die ersten Projektträger stehen schon in den Startlöchern und können nun mit der Zusage der LAG die Förderanträge vorbereiten und zeitnah einreichen. Mit Erhalt des Förderbescheides durch die Bezirksregierung Arnsberg können die Projekte dann in die Umsetzung gehen.

3,1 Millionen Euro Leader-Fördermittel stehen für sieben Jahre zur Verfügung – „und es soll bestenfalls alles investiert werden“, sagte Morgenbrod. „Es braucht in erster Linie exzellente Ideen“, sagte Sasse.

Bereits sieben weitere Projekte seien für 2018 in Planung.

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