1. Phase abgeschlossen

City Lab Südwestfalen: Wie kann die Zukunft südwestfälischer Innenstädte 2030 aussehen?

Werden die Innenstädte in zehn Jahren noch so aussehen wie heute beispielsweise in Meschede? Das Projekt City Lab Südwestfalen geht dieser Frage nach.
+
Werden die Innenstädte in zehn Jahren noch so aussehen wie heute beispielsweise in Meschede? Das Projekt City Lab Südwestfalen geht dieser Frage nach.

Hochsauerland - Wie kann die Zukunft südwestfälischer Innenstädte im Jahr 2030 aussehen? Welche Wege können Städte und Gemeinden gehen, um die Aufenthaltsqualität und Attraktivität für Einwohner, Besucher und Touristen zu steigern? Diesen Fragen möchte das Projekt City Lab Südwestfalen auf den Grund gehen.

In der ersten Phase des auf drei Jahre angelegten Projekts entwickelte die FH Südwestfalen acht mögliche Szenarien, die den heimischen Kommunen bei ihrer Zukunftsplanung helfen sollen. Die Ergebnisse präsentierte und diskutierte das Team der FH, unterstützt von der Scenario Management International AG, am Dienstag in einem Abschlussworkshop mit den Vertretern der Partnerkommunen. 

Die Szenarien beschreiben, in welche Richtung sich Innenstädte in Südwestfalen in den kommenden zehn Jahren entwickeln könnten. Mindestens genauso wichtig wie das Ergebnis sei der Weg dorthin gewesen: Vertreter aus den Partnerkommunen tauschten sich intensiv zu dem Thema Innenstadtentwicklung aus und haben so die Grundlage für die Szenarien erarbeitet. Zu den Beteiligten gehörten unter anderem Vertreter aus den Bereichen Politik, Bürgerschaft, Einzelhandel, Dienstleistung, Tourismus, Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung. Zusätzlich haben Experten aus der Startup-Szene und der Stadtplanung das Szenarioteam verstärkt. 

Die ersten Untersuchungsergebnisse des City Lab Südwestfalen zeigen die Nähe zur gewünschten Zukunft der Innenstädte (zum Vergrößern rechts klicken).

Die acht entwickelten Szenarien behandeln vier Kernbereiche: die wirtschaftliche Entwicklung und Digitalisierung, Lebensqualität und Bürgerbeteiligung, Nachhaltigkeit und Kommunalpolitik sowie den Einzelhandel und die Marktplatzfunktion der Innenstadt. Diese Kernbereiche umfassen acht der 22 Schlüsselfaktoren, auf deren Zukunftsprojektionen die Szenarien beruhen. „Da sich generell alle Einflussfaktoren sehr unterschiedlich entwickeln können, sind die Szenarien komplexer als klassische Best-Case-/ Worst-Case-Szenarien“, erläutert Dr. Alexander Fink von der Scenario Management International AG, der die Szenarien nicht als Strategie sieht, sondern eher mit dem „Wetterbericht“ vergleicht. Der Prozess sei längst noch nicht abgeschlossen. 

Chance für alle Kommunen

Das Ergebnis: eine „Landkarte der Zukunft“, auf der sich die Vertreter der Partnerkommunen in die möglichen Szenarien einordnen konnten. Dabei sehen sich die Städte und Gemeinden in der Gegenwart mehrheitlich in einem Szenario, in der die Innenstadt Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens ist, während sich das wirtschaftliche Umfeld und die Digitalisierung eher schleppend entwickeln. 

Für die Zukunft wünschen sich die Kommunen die Innenstädte als regionalen Marktplatz mit erlebnisorientiertem Shopping. Ein Wandel der Innenstadt zur Erlebniswelt wird von den Beteiligten am stärksten erwartet, so Dr. Alexander Fink. 

Die entwickelten Szenarien werden den Kommunen nun als Werkzeuge zur Verfügung gestellt, um Entscheidungen über Innenstadtprojekte unter Berücksichtigung möglicher zukünftiger Entwicklungen und damit zukunftsrobuster treffen zu können. In der zweiten „City Lab“-Phase wird mit zwei Kommunen an konkreten Projekten weitergearbeitet. Dafür wird ihnen ein „Kümmerer“ als Ansprechpartner an die Seite gestellt. Die Kommunen müssen sich dafür bewerben. Aber auch für alle anderen bietet sich eine Chance: „Viele Projekte werden übertragbar sein“, versichert Prof. Dr. Peter Weber von der FH Südwestfalen.

City Lab Südwestfalen

Das City Lab Südwestfalen startete am 1. Oktober 2019. Der Projektzeitraum beträgt drei Jahre. Projektpartner sind die IHK aus Arnsberg und Hagen sowie die FH Südwestfalen und die TU Dortmund. Ziel des City Labs ist es, die Attraktivität und die Aufenthaltsqualität für Einwohner, Besucher, Touristen und zuzugswillige Fachkräfte in den Innenstädten Südwestfalens zu steigern. Dabei steht vor allem die digitale und betriebswirtschaftliche Stärkung der innenstadtrelevanten Unternehmen aus Einzelhandel, Gastronomie, Ladenhandwerk und Dienstleistern im Fokus. 

Folgende 25 Partnerkommunen nehmen am Projekt teil: Altena, Arnsberg, Bad Sassendorf, Balve, Geseke, Gevelsberg, Hagen, Hemer, Herdecke, Iserlohn, Lippstadt, Lüdenscheid, Medebach, Meinerzhagen, Menden, Meschede, Schwelm, Soest, Sprockhövel, Sundern, Warstein, Werdohl, Werl, Wetter (Ruhr) und Winterberg. 

Gefördert wird das City Lab Südwestfalen aus den Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und dem Land Nordrhein-Westfalen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare