Neheimer Kegler feiern Aufstieg in Zweite Bundesliga

„Das Team war der Star“

So freuen sich Aufsteiger, die ein echtes Team sind: Die Neheimer Kegler spielen nächste Saison in der Zweiten Bundesliga. Foto: Neheimer Kegler

Sie sind wieder da, mitten in den „Vollen“, dort, wo sie nach eigenem Anspruch auch hingehören: Die Neheimer Kegler haben nach einem Jahr den Wiederaufstieg in die Zweite Bundesliga geschafft.

„Einen solchen Teamgeist wie in dieser Saison habe ich noch nie erlebt“, erzählt Matthias Gronwald, der Sportliche Leiter und Mannschaftsführer.

„Das Team war buchstäblich der Star.“ Der Teamgedanke wurde auch bei einer Geste, die mehr als eine Geste war, deutlich: Als nach dem letzten Spiel in Langenfeld gegen Köln der Aufstieg des Vereins Neheimer Kegler perfekt war, enthüllten die Lampenstädter ein T-Shirt, auf dem in großen Lettern der Name „Hans“ prangerte. „Wir wollten damit Hans Müller grüßen, ihm Dank sagen und ihn am Aufstieg teilhaben lassen“, sagt der 1. Vorsitzende und Spieler Daniel Kurzius.

Hans Müller (79), über Jahrzehnte Spieler, Vorsitzender, Mannschaftsführer und Betreuer der Neheimer, weilt derzeit in Reha, um die Folgen eines schweren Sturzes auszukurieren. Wie reagierte Hans Müller auf diese Aktion und den Aufstieg? „Jungs, endlich seid ihr erwachsen geworden“, teilte Müller, um ein Wort wahrlich nie verlegen, per Telefon mit. „So ist er eben, der Hans“, sagt Kurzius. „Ihm haben wir den Aufstieg von der NRW-Liga in die Zweite Bundesliga gewidmet.“

Aber nicht nur bei der ersten Herren-Mannschaft sieht es gut aus. Die zweite Manschaft belegt bei noch einem Spiel Platz vier in der Regionalliga. Die Damen kämpfen oder besser kegeln Mitte April um den Aufstieg in die NRW-Liga (bei den Frauen die zweithöchste Klasse).

Aktuell keine Sorgen um Nachwuchs

„Auch um den Nachwuchs machen wir uns keine Sorgen, jeden Samstag ist Nachwuchstraining im 1220 angesetzt, rund zehn Nachwuchskegler im Alter von 7 bis 10 Jahren sind immer da“, betont Gronwald. Gleichzeitig stellt er fest: „Kegeln ist ein echter Leistungssport, man muss hart trainieren, um die rund 120 Würfe während einer Partie buchstäblich stemmen zu können.“ Mit Fleiß sei im Kegelsport aber viel möglich, ergänzt Kurzius, der seinen Sport „als den geilsten der Welt“ bezeichnet. Was Kegeln als Gesellschaftssport betrifft, so sei die Tendenz leider rückläufig. „Wirte mit Kegelbahnen haben es nicht einfach“, erläutert Gronwald. Auf der anderen Seite freuen sich die beiden auf die Arnsberger Stadtmeisterschaften der Freizeitkegler (ab 3. April im 1220): 300 Kegler haben sich bereits angemeldet.

Zurück zum Leistungssport: Ziel der neuen Saison ist natürlich der Klassenerhalt in der Zweiten Bundesliga. Dabei setzen die Neheimer vor allem auf den Heimvorteil: „Unsere Anlage im 1220 ist eine anspruchsvolle Holzbahn, hier sind Kraft und ein schneller Wurf erforderlich“, sagt Gronwald. „Unsere Gegner, die eine Kunststoffbahn als Heimstätte haben, kommen nicht gerne nach Neheim und tun sich hier schwer.“

Das Aufstiegsteam

Matthias Gronwald, Thomas Bräutigam, Christian und Stefan Wiese, Frank Störmann, André Schuhmann, Daniel und Thorsten Kurzius, Florian Ehlert. (Von Paul Senske, neheim@sauerlandkurier.de)

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