17 Frauen, 17 Schicksale

Denkmal im Ohl soll an die „Opfer der Möhnewiesen“ erinnern 

Denkmal Ohl Neheim Opfer Möhnewiesen
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Denkmal unter der Autobahnbrücke im Ohl: Die Porträts der „Opfer der Möhnewiesen“ wurden an den Pfeilern der Autobahnbrücke angebracht.

17 Porträts in schwarz-weiß sollen zukünftig an den Säulen der Autobahnbrücke im Ohl in Neheim stellvertretend an die rund 700 Zwangsarbeiterinnen erinnern, die bei der Möhnekatastrophe im Jahr 1943 durch Flutwellen ums Leben kamen.

Neheim – „Die ukrainischen Frauen waren nicht freiwillig hier und sie waren in ihren Baracken eingesperrt. Mit dem Denkmal ,Opfer der Möhnewiesen‘ soll die Tragik dieses Ereignisses weitergegeben werden“, erklärt Künstlerin und Ideengeberin Astrid Breuer. Zusammen mit der BürgerStiftung Arnsberg, der Stadt Arnsberg und dem Kunst-Werk im Kaiserhaus möchte Breuer mit diesem Projekt eine dauerhafte und sichtbare Erinnerung an die Schicksale der Zwangsarbeiterinnen schaffen und „die Menschen miteinbeziehen und zum Nachdenken anregen“. Um eine dauerhafte Haltbarkeit bei allen Witterungsverhältnissen zu gewährleisten, bestehen die einzelnen Platten aus Edelstahl.

Stilmittel der Reflexion

Bei ihrem Werk bedient sich die Künstlerin dem Stilmittel der Reflexion. „Reflexionen dienen heute als Möglichkeit der Bewusstseinserweiterung, der Selbst- und Welterkenntnis. Für das Denkmal habe ich als Bild-Medium Spiegel gewählt, weil diese als Membran zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft dienen soll.“ Auf diese Weise soll sich kein Porträt dem Betrachter auf den ersten Blick erschließen, sondern es müsse zuerst der richtige Blickwinkel und Standpunkt gefunden worden. Mit jeder Jahres- und Tageszeit verändert sich das Licht und somit die Reflexionen. „Der Betrachter soll in eine Interaktion mit den Bildnissen gezogen werden, um mehr über deren Geschichte zu erfahren.“

Die Künstlerin und Ideengeberin Astrid Breuer begleitet das Projekt.

Weitere Infos zur Geschichte und zum Denkmal sollen zwei Infotafeln bieten. Eine Infotafel soll direkt am Ruhrtalradweg aufgestellt werden, „um auch die zahlreichen Radtouristen auf das Erinnerungsmal aufmerksam zu machen.“ Mithilfe von QR-Codes sollen weitere Inhalte im Internet abrufbar sein. Sobald es die Rahmenbedingungen möglich machen, soll es eine Einweihungsfeier geben, „um das Projekt in einem würdigen und ansprechenden Rahmen der Öffentlichkeit vorstellen zu können“, heißt es vonseiten der BürgerStiftung Arnsberg.

Kein Ort mit „Friedhofsstimmung“

Auch wenn das Denkmal an ein tragisches Ereignis erinnert, soll es jedoch kein Ort mit „Friedhofsstimmung“ sein. „Hier soll kein trauriger Ort entstehen, sondern ein Gedenkort, eine neue Kulturstädte. Und es soll auch weiterhin ein Treffpunkt für Jugendliche bleiben, die hier Spaß haben“, betont Astrid Breuer abschließend.

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