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Fördermittel für zwei Arnsberger Denkmäler - diese Projekte sind geplant

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Von: Gaby Decker

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Kloster Rumbeck Fördermittel Planung
Wolfram Blanke (li.) und Dr. Wilhelm Stewen setzen sich mit dem Förderverein dafür ein, dass das Kloster wieder interessant wird für Besucher. © Gaby Decker

Es ist ein besonderes Alleinstellungsmerkmal, dass es in der Stadt Arnsberg gleich drei Prämonstratenserklöster gibt.  Für verschiedene Projekte gibt es jetzt Fördermittel.

Arnsberg/Rumbeck/Oelinghausen - Dass die Klosterlandschaft vor hunderten von Jahren lebendig war, zeigte in den vergangenen Wochen die Ausstellung zu „900 Jahre Prämonstratenserorden“. Dass die historischen Gemäuer auch in Zukunft lebendig sind ist das Anliegen zahlreicher Ehrenamtler im Stadtgebiet Arnsberg.

Der Förderverein Dorf und Kloster Rumbeck hat sich vorgenommen, das Gebäude und alles was dazu gehört, wieder mit Leben zu füllen. Um dies finanziell stemmen zu können, ist in diesen Tagen der Zuwendungsbescheid über 106.390 Euro gekommen. Genehmigt vom NRW-Heimatministerium und zugestellt von der Bezirksregierung in Arnsberg.

Spurensuche führt in die Vergangenheit

Um das Kloster wieder voranzubringen erfolgt zunächst eine Spurensuche. „Was war hier los in der Vergangenheit? Wie lebten die Menschen hier? Wieviel Bewusstsein für diese Dinge ist uns verloren gegangen?“, fragt Wolfram Blanke, Mitglied des Fördervereins. Ihn treibt diese Spurensuche um und Begeisterung ist zu spüren, wenn er auf Auffälligkeiten etwa an der Kirchenmauer zeigt, die darauf hinweisen, dass hier zum Beispiel ein besonderer Eingang gewesen sein könnte, über den die Prämonstatenserinnen unbehelligt vom „Volk“ in die Kirche gelangen konnten. Zu dieser Tür gelangten sie über den ehemaligen Krankentrakt.

Die Idee ist, dass für alle Gebäude, zum Beispiel der Krankentrakt, die hier und auch auf der gegenüberliegenden Straße, wo das Sägewerk stand, Bodenmarkierungen vorgenommen werden. So könnten Besucher nachvollziehen, wo welche Gebäude gestanden haben. Außer den Bodenmarkierungen wird es auch überall modern gestaltete Stelen geben, an denen es viel Wissenswertes über das Kloster zu erfahren gibt.

Inszenierung des Klosters mit Licht

Als erstes wird die Inszenierung des Klosters mit Licht in Angriff genommen. „Wir wollen diese Bauten aus der Dunkelheit und Düsternis hervorheben, damit sie von den Bürgern gesehen werden“, erklärte Dr. Wilhelm Stewen vom Förderverein. „Der Auftrag für das Mühlrad ist auch schon vergeben“, so Stewen weiter. „Das Mühlrad wird in Süddeutschland hergestellt. Es ist die einzige Firma, die sich noch auf das Design und die Herstellung von hölzernen Mühlrädern versteht.“ Bei den Bodenmarkierungen für das Sägerwerk hofft Wolfram Blanke noch auf Fundamente zu stoßen, was, wie er sagt, natürlich ein Glücksfall wäre. Weniger spektakulär, dafür aber umso notwendiger ist die Verstärkung der Rückwand eines noch bestehenden Gebäudes. Hier wurde das Korn eingelagert und viele weitere Arbeitsgänge geleistet.

Der Gesamtbetrag des Projekts beträgt 113.211 Euro. Die Differenz zum Zuwendungsbescheid von 106.390 Euro muss durch Spenden oder Eigenleistung erbracht werden. Das Projekt muss bis Ende 2023 abgeschlossen sein.
Übrigens: Auch der Wanderweg „Klosterwirtschaft Rumbeck“ thematisiert das damalige Leben im Kloster. Erst vor wenigen Wochen wurde eine Broschüre dazu vorgestellt.

Auch Klosterkirche Oelinghausen erhält Fördergelder

Eine so alt-ehrwürdige Kirche, wie die Kirche in Oelinghausen zu erhalten, ist eine Mammutaufgabe. Neben allen Plänen und Arbeiten kostet die Restaurierung viel Geld. In Vertretung für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz kam jetzt die NRW-Projektreferentin Karin Gehrmann und überbrachte unterstützende 40.000 Euro für die Außenfassade des östlichen Chores.

Kloster Oelinghausen Außenfassade Sanierung
Über die finanzielle Unterstützung freuen sich Alfred Hilbig (Gemeindeteam), Olav Renger (Spezialfirma), Karin Gehrmann (Deutsche Stiftung Denkmalschutz), Norbert Hollmann (Kirchenvorstand) und Bernhard Padberg (Freundeskreis Oelinghausen) (v.li.). © Gaby Decker

Dr. Bettina Heine-Hippler vom Landschaftsverband Westfalen Lippe erklärte den Zustand dieser Außenfassade: „Die Außenwände des östlichen Chores waren stark verwittert. Der Putz musste abgeschlagen werden, um den Sandstein darunter zu retten, der stark in Mitleidenschaft gezogen war.“ Es wird nun von einer Paderborner Spezialfirma eine Schlemme aufgetragen, sozusagen eine erste Haut, der den Sandstein schützt. „Der Substanzverlust des Gemäuers muss verhindert werden, denn die Steine werden weniger. Wenn man in eine Kerbe hinein fasst, bröckelt der Stein“, erläutert Heine Hippler.

Die Fassade soll am Ende allerdings nicht eintönig werden. Man kann an einer „Probewand“ sehen, dass Putz aufgetragen wird, aber auch der grüne Sandstein wieder zu sehen ist. „Seit den 1970er Jahren besteht ein Gesamtkonzept für den Erhalt der Kirche. Es braucht Kontinuität für solch ein Vorhaben. Da muss auch die nächste Generation weiter daran arbeiten“, sind sich die Anwesenden einig.

Kloster Oelinghausen Außenfassade Sanierung Stein
Ein kleines Stück an der Wand des östlichen Chores ist bereits so hergestellt, wie die Außenwände künftig sein sollen. © Gaby Decker

Die ganze Maßnahme an der Klosterkirche kostet 180.000 Euro. Es fließen Bistumsmittel, Eigenanteil und 80.000 Euro vom NRW-Heimatministerium ein.

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