Stolpersteine am ursprünglichen Platz

Steine an Burgstraße und Mendener Straße wieder eingesetzt

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Über den Wiedereinbau der Stolpersteine freuten sich Vertreter der Stadtverwaltung, des Heimatbundes, der ANH Hausbesitz, der Ortsheimatpfleger für Neheim, der Stadtarchivar und interessierte Bürger.

Neheim – Die drei Stolpersteine in der Burgstraße und der Mendener Straße, die vor eineinhalb Jahren der Renovierung der Marktpassage hatten weichen müssen, befinden sich wieder an ihren ursprünglichen Plätzen. Am Donnerstagmorgen wurden die steinernen Erinnerungen an Sally und Josef Schnellenberg und Lore David wiedereingesetzt.

In der Bauphase rund um die Marktpassage waren die Stolpersteine durch die ANH Hausbesitz geborgen und gelagert worden. Die Steine, die an den letzten Wohnsitz der jüdischen Mitbürger Sally und Josef Schnellenberg und Lore David vor deren Deportation erinnern, waren 2010 von Künstler Gunter Demnig verlegt worden – als drei von insgesamt mehr als 20 im Stadtgebiet Arnsberg.

Zum Wiedereinbau der Stolpersteine trafen sich am Donnerstag Vertreter der Stadtverwaltung, des Heimatbundes, der ANH Hausbesitz, der Ortsheimatpfleger für Neheim, der Stadtarchivar und interessierte Bürger an den beiden Plätzen der ehemaligen Wohnhäuser der Ermordeten, um die Steine wieder ihrem alten Standort zu übergeben.

Mitarbeiter der Firma Strassing brachten die Stolpersteine, die den Renovierungsarbeiten der Marktpassage hatten weichen müssen, wieder an ihre alten Plätze.


Die Stolpersteine, die von Demnig deutschlandweit verlegt wurden und werden, erfüllen zwei Funktionen: Sie sind Teil einer kritischen Erinnerungskultur, mit der man Finger auf die Wunden legt, erklärte Peter M. Kleine, der Vorsitzende des Heimatbundes Neheim-Hüsten, in einer kurzen Ansprache. Und sie halten persönliche Erinnerungen hoch. „Zahlen sind abstrakt“, so Kleine. Daher müsse man bei der Erinnerungskultur bei Menschen ansetzen. Die Familie Schnellenberg sei vor der NS-Diktatur ein Inbegriff von integrierten und in Neheim anerkannten Mitbürgern gewesen, erinnerte Stadtarchivar Michael Gosmann. Davon zeuge auch der Schnellenberg-Saal im Rathaus. Sally Schnellenberg hatte in der Burgstraße 2 eine Fleischerei geführt, Josef Schnellenberg verkaufte in der Burgstraße 4 Haushaltswaren. Sie kamen in Auschwitz beziehungsweise Buchenwald ums Leben.

Lore David lebte in der Mendener Straße 5 und verlor mit nicht einmal 20 Jahren ihr Leben in Auschwitz.

Weitere, neue Stolpersteine sollen folgen 

Und noch nicht alle Schicksale im Stadtgebiet Arnsberg seien aufgearbeitet. „Wir sind noch lange nicht durch“, sagte Gosmann. Geplant ist daher, im kommenden Jahr noch einige zusätzliche Stolpersteine zu verlegen. „Vermutlich acht in Neheim, Hüsten und Arnsberg, vielleicht werden es noch mehr“, sagte der Stadtarchivar.

Auch beim Heimatbund beschäftigt man sich weiter mit dem Thema kritische Erinnerungskultur. Im Auftrag der Stadt arbeite man an einem Konzept gegen Rassismus und Antisemitismus, berichtete Peter M. Kleine.

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