Zusammenspiel dreier Künstler harmoniert in Kloster-Ausstellung

„Blind Date“ im Kunstsommer

+
Zeigen für den Kunstsommer ihre Werke im Kloster Wedinghausen unter dem Titel „Blind Date“: Ina Schüttler, Ronna Stirnberg und Christoph Mause.

Arnsberg – Der Name der Ausstellung ist „Blind Date“ und sagt damit viel über das aus, was zu dieser Ausstellung im Kloster Wedinghausen geführt hat. Großformatige Bilder von zwei Künstlerinnen, Ina Schüttler und Ronna Stirnberg, und naturgetreue Nachahmungen von Tieren in besonderen Situationen von Christoph Mause. Dass der Kunstsommer in diesem Jahr umständehalber etwas anders ist, führte dazu, dass Kuratorin Kathrin Brandt vom Arnsberger Kulturbüro erst vor ein paar Wochen auf die Künstler zuging und sie die drei schnell dazu brachte, sich auf dieses Kunstsommer-Experiment einzulassen.

Ronna Stirnberg lebt in Bachum und malt schon seit mehr als 40 Jahren. Sie ist die Oma von Ina Schüttler, die in Köln lebt. Ihre Bilder sind großformatig und in ausdrucksstarken Farben gemalt. Die meisten haben eine Hintergrundgeschichte. So entstand beispielsweise der von ihr so genannte Walfischfänger nach einer Urlaubsreise ans Nordkap. Stirnberg lässt sich quasi von ihrer Hand leiten. „Auf einmal entsteht etwas, womit ich dann bewusster weiterarbeiten kann“.

Bei Ina Schüttler, sie ist von Beruf Wirtschaftspsychologin, gibt es eine andere Vorgehensweise. „Meine Bilder entstehen meist durch Sprache. Ich höre etwas und denke, das muss ich unbedingt umsetzen, mit diesen Worten kann ich etwas anfangen.“ Manchmal sind es auch die Situationen oder Wahrnehmungen, die sie inspirieren. So entstanden Bilder, bei denen aus den markanten Farben plötzlich Gartenzwerge heraustreten. „Ich habe eine Fläche mit Gartenzwergen gesehen, die dicht an dicht standen und musste dieses innere Bild, das dabei entstand, verarbeiten“. Manchmal muss sie sich aber auch ihren politischen Frust von der Seele malen. Dabei entstand ein Porträt von Donald Trump mit der Aufschrift „Return to sender“, frei übersetzt – geh dahin zurück, wo du hergekommen bist.

Manches regt zum Schmunzeln an 

Christoph Mause, er lebt in Meschede und unterrichtet am Gymnasium der Benediktiner, stellt mit seinen Tierskulpturen die gelungene Verbindung zu den Acryl-Gemälden her. Gleich am Anfang der Ausstellung stehen viele kleine Zinkeimer. Darüber steht, oder man kann fast sagen schwebt, eine Ziege. Dem Betrachter kommt das Tierwohl in den Sinn bei den Fragen, die sich hier stellen, etwa: „Soll die kleine Ziege allein jetzt alle Eimer mit ihrer Milch füllen?“ Oder sind die kleinen Vögel, die in einem Käfig sitzen, bereit, ihr Gefängnis zu verlassen – denn die Tür steht offen. Manches regt auch zum Schmunzeln an. Die Schlange, die neugierig aus einem Wasserkessel guckt, oder der Hase in seinem Stall hinter Gittern. Wird er es schaffen die daneben hängende Möhre zu bekommen? Nicht nur Christoph Mause, der auch ein Studium der Freien Kunst absolviert hat, lädt zur freien Interpretation ein, auch Ronna Stirnberg und Ina Schüttler lassen mit ihren großformatigen Acryl-Gemälden viel Raum zum eigenen Nachdenken.

Die drei Künstler hatten die Ausstellung ihrer Werke, die von Kathrin Brandt kuratiert wurde, bis Anfang der Woche selbst noch nicht gesehen und waren sehr positiv überrascht, wie gut das Zusammenspiel harmoniert.

Die Ausstellung ist bis zum 9. August im Kloster Wedinghausen in Arnsberg zu sehen. Geöffnet ist sie von Montag bis Donnerstag und Sonntag jeweils von 14 bis 17 Uhr. Gruppenführungen können unter k.brandt@arnsberg.de angemeldet werden. Das Tragen einer Mund-Nasen-Maske ist obligatorisch.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare