Großstadt trifft Sauerland

Dreimal volles Haus für „Käthe holt die Kuh vom Eis“ im Sauerlandtheater

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Bäuerin Käthe (William Danne ) hat auf ihrem Hof allerhand zu tun, auch der Schweinestall muss dringend ausgemistet werden.

Arnsberg/Hövel. „Käthe holt die Kuh vom Eis“ – diese Komödie von und mit William Danne aus Hövel begeisterte am vergangenen Wochenende die Zuschauer im ausverkauften Sauerlandtheater in Arnsberg. Es dauerte keine fünf Minuten, da brach der Saal angesichts der typischen Sauerländer Begriffe und Sätze wie „Ich hab Tach für dich gesacht“ in schallendem Gelächter aus. Am Ende wurden die Darsteller mit minutenlangem Applaus für ihr schauspielerisches und komödiantisches Talent belohnt.

Die rustikale Sauerländer Bäuerin Käthe ist hoch verschuldet und bangt um ihren Hof, bis ein Jugendlicher aus der Großstadt, eine überdrehte Kindergärtnerin und ein schnöseliger Wiener einen verrückten Plan entwickeln, um Käthe vor der Insolvenzverwalterin zu bewahren... – so der Inhalt in Kurzform. 

Der gebürtige Höveler William Danne, der sonst im Schmidt Theater in Hamburg auf der Bühne steht, ist nicht nur Hauptdarsteller, sondern auch Autor und Regisseur des Stückes. In seine „Käthe“ hat er eine ganze Menge Lokalkolorit einfließen lassen: „Ich komme selbst vom Bauernhof und habe auch viele Bauern im Sauerland, viele urige Unikate, kennengelernt. Dann bin ich aus dem Sauerland in die Stadt gezogen und da traf der Landjunge dann auf die Großstadt. Da habe ich gedacht: ‘Das hat schon eine Komik’ und habe es genau umgedreht und die Großstadt auf das Sauerland treffen lassen“, beschreibt er die Grundidee. 

„Sauerländer kann über sich lachen“ 

Viele Absurditäten der Handlung seien natürlich erfunden, aber hier und da ließ Danne auch Dinge einfließen lassen, die er selbst mal mitbekommen oder beobachtet hat. So beruht es zum Beispiel auf einer wahren Begebenheit, dass Käthe dem hippen Großstadtjungen seine stylisch-zerschlissene Jeans mit bunten Kinderflicken wieder „heile“ macht, berichtet William Danne. Er und seine vier Kompagnons haben sich auch auf der Bühne im Sauerlandtheater auf jeden Fall sehr wohl und vom Sauerländer Publikum gut aufgenommen gefühlt. So stimmten die Zuschauer direkt in bekanntes Liedgut mit ein und machten sogar beim „Ententanz“ mit. „Interaktion ist sehr leicht“, freut sich William Danne. „Durch die Schützenfest- und Karnevalskultur hier kann man die Leute sehr schnell zum Schunkeln und Mitmachen animieren, das ist sehr schön. Und der Sauerländer kann auch über sich selber lachen.“ 

So war die Begeisterung nach dem Finale groß, wie William Danne in persönlichen Gesprächen und über Facebook erfahren hat: „Viele haben gesagt: ‘Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so gelacht habe und wann ich das letzte Mal im Theater so einen Abend hatte’. Das hat uns natürlich alle sehr gefreut.“ 

„Käthe holt die Kuh vom Eis“ wird am kommenden Wochenende erneut im Sauerland aufgeführt: am Samstag, 25. März, in der Hawerlandhalle in Wormbach und am Sonntag, 26. März, im Kolpinghaus Brilon.

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