Für einen Tag ein Duo bilden

"Duoday“ bringt  Menschen mit Handycap und Unternehmen zusammen

Den „Duoday“ stellten jetzt die Verwaltung der Stadt Arnsberg,die Handwerkskammer Arnsberg und andere Beteiligte vor.
+
Den „Duoday“ stellten jetzt die Verwaltung der Stadt Arnsberg,die Handwerkskammer Arnsberg und andere Beteiligte vor.

Es ist heute immer noch nicht selbstverständlich, dass Menschen mit Handycap in den ersten Arbeitsmarkt gehen. Dafür gibt es sehr viele unterschiedliche Gründe. Die Stadt Arnsberg – mit im Boot ist die Handwerkskammer – hat sich daher entschlossen, einen Tag der Begegnung ins Leben zu rufen, einen Tag, der Austausch und gegenseitiges Lernen möglich macht. Und um die Inklusion voranzubringen.

Arnsberg – Der „Duoday“ soll die Menschen mit Handycap sowie Unternehmen und deren Mitarbeiter für einen Tag zusammen bringen, die gemeinsam für einen Tag ein Duo bilden. 

Im Bürgerbahnhof in Arnsberg waren die zusammengekommen, die mit diesem Projekt befasst sind. Bürgermeister Ralf Paul Bittner erklärte zu Beginn der Veranstaltung: „Dieses Thema steht der Stadt gut zu Gesicht und ist uns sehr wichtig. Als Verwaltung haben wir auch eine Haltung dazu. So kann dieser Duoday Türen öffnen, die vielleicht verschlossen scheinen“. 

Der Duoday stammt ursprünglich aus Irland, wo er unter dem Namen „Job Shadowday“ bekannt geworden ist. Seit dem hat er sich über verschiedene Länder Europas verbreitet. Am 19. November findet er erstmals in Arnsberg statt. So gibt es an diesem Tag für Menschen mit Handycap einen Blick in die verschiedenen Welten des Handwerks oder auch des öffentlichen Dienstes. Meinolf Niemand von der Handwerkskammer Südwestfalen betonte: „Nicht zuletzt können Menschen mit den verschiedensten Behinderungen, unabhängig von der Betriebsgröße wertvolle Mitarbeiter sein. Es ist wichtig, dass wir sie in den ersten Arbeitsmarkt bringen.“ 

"Es ist normal verschieden zu sein"

Dabei ist es nicht Ziel dieses Tages, die Wege für ein Arbeitsverhältnis zu ebnen. Derjenige, der teilnimmt, macht für einen Tag ein Praktikum, um in diese Welt hinein zu schnuppern, um möglicherweise zu merken: „Das kann ich, das wäre etwas für mich.“

„Die Bandbreite der Behinderungen ist groß“, weiß Michael John, Leiter des Jugendamtes. „Das kann körperliche oder geistige Ursachen haben oder die Psyche spielt nicht mehr mit. Es ist normal verschieden zu sein, daran müssen wir immer denken. Es kann jeden treffen. Uns können im Laufe des Berufslebens viele Einschränkungen treffen, an die wir nicht gedacht haben. So zum Beispiel Krankheit oder Unfall“. 

Alle Beteiligten sind sich sicher, dass das alltägliche Miteinander in dieser Form das Klima eines Betriebes zum Positiven hin verändern kann. Die Hilfsbereitschaft dem Kollegen mit Handycap gegenüber kann das Miteinander des ganzen Teams verändern. 

Inklusionsberaterin Karin-Görtz-Brose und Doris Feindt von der Fachstelle Behindertenhilfe haben maßgeblich diese Projekt für Arnsberg angestoßen. Doris Feindt ist es wichtig, „dass wir das als Stadt vorleben“. Feindt erklärt weiter: „Wir bewegen uns hier in internationalem Gewässer, allerdings vergleichsweise auf einem kleinen Fluss“. 

Aus der Erfahrung kann Birgit Möller, die selbst im Rollstuhl sitzt, berichten. Sie arbeitete 43 Jahre bei der Bezirksregierung. „Es ist schon schwierig, wenn man als Mensch mit Behinderung einem eventuellen Arbeitgeber gegenüber sitzt. Jeder Blick vom Gegenüber wird als abschätzend oder irgendwie negativ gedeutet, was er ja eigentlich gar nicht ist. Ich hatte Glück. Das Arbeitsverhältnis war von Anfang an sehr positiv. Aber die Chefs in den Unternehmen sollten immer im Hinterkopf haben, wie sich der andere fühlt“.

Anmeldung 

Der Link zur Anmeldung für Betriebe (Es werden auch noch Handwerksbetriebe gesucht) und Praktikanten: http://umfrage.handwerk.nrw/s/duoday oder https://ogy.de/2nhp Doris Feindt ist unter Tel. 0 29 32/20 1-13 09 und Tel. 0 15 1/ 14 93 76 21 und unter d.feindt@arnsberg.de zu erreichen. Inklusionsberaterin Karin Görtz-Brose ist unter Tel. 0 29 31/ 87 7-4 90 oder Tel. 0 29 31/8 77-24 72 und karin.goertz-brose@hwk-swf.de zu erreichen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare