Staatssekretär informiert sich über Feuerwehr-Projekt

„Ein gutes Beispiel“

Der Integrationsstaatssekretär Thorsten Klute informierte sich in Arnsberg über die Integrationsarbeit der Freiwilligen Feuerwehr. Foto: Denise Weber

Als „ein ganz gutes Projekt“, bezeichnete Integrationsstaatssekretär Thorsten Klute das Integrationsprojekt der Arnsberger Feuerwehr, über das er sich am Mittwoch im Feuerwehr-Museum „Brennpunkt“ informierte.

Dazu waren neben Bürgermeister Hans-Josef Vogel etliche Vertreter von Feuerwehr und weiteren Institutionen anwesend.

Auch Jan Heinisch, Vorsitzender des Verband der Feuerwehren in NRW, war gekommen, um sich „einen der vier Leuchttürme anzusehen, die Arnsberg darstellt.“ Damit meinte er, dass das Arnsberger Integrationsprojekt der freiwilligen Feuerwehr eines von lediglich vier solcher Projekte in NRW ist. Dabei ist es gerade für die freiwilligen Feuerwehren wichtig auch Kameraden mit Migrationshintergrund zu haben, denn diese Beschreibung trifft inzwischen auf jeden vierten Bürger in NRW zu. „In den KiTas haben 40 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund und die müssen wir jetzt ins Boot holen, denn sie sind unsere Zukunft“, sagte Klute und lobte in diesem Zusammenhang die Arbeit der Arnsberger Kinder- und Jugendfeuerwehr. Jan Heinisch ergänzte: „Die freiwillige Feuerwehr muss in Zukunft ein deutlich offeneres Bild von sich zeigen und die Arnsberger geben da ein gutes Beispiel ab.“

Ursprünglich entstand das Integrationsprojekt aus dem Bemühen heraus, neue Mitglieder für die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehr zu gewinnen. Da die Arnsberger mit Migrationshintergrund durch Kulturvereine und ähnliche Institutionen gut aufgestellt sind, fanden die Verantwortlichen beider Seiten schnell zusammen und zu einem gemeinsamen Dialog.

Sechs Kameraden als Dolmetscher

Dabei entstand das Einsatz-Wörterbuch der Arnsberger Feuerwehr, das seitdem in jedem Einsatzwagen zu finden ist. Das erleichtert den Kameraden während eines Einsatzes die Kommunikation mit Betroffenen, die Deutsch nicht oder nur bruchstückhaft beherrschen. Inzwischen gibt es in der Arnsberger Wehr sogar sechs Kameraden, die als Dolmetscher fungieren können. „Das ist für uns eine große Erleichterung, denn unsere Kameraden sind natürlich in brandschutztechnischen Dingen gut geschult und ihre Übersetzungen von taktischem und fachlichen Wissen kann für uns im Einsatz wertvolle Hilfe sein“, sagte Peter Krämer, der gleichzeitig als Projektverantwortlicher fungiert. Mehr als 2000 Exemplare des Einsatz-Wörterbuches wurden bereits gedruckt und deutschlandweit von anderen Feuerwehren angefordert, demnächst soll eine dritte Auflage mit weiteren Sprachen folgen. Doch das ist nur ein Teil des Integrationsprojektes. „Entscheidend ist immer noch der direkte, persönliche Kontakt und den hoffen wir mit einer herzlichen Atmosphäre bei uns weiter ausbauen zu können“, so Krämer. (Von Denise Weber, neheim@sauerlandkurier.de)

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