Ausstellungen im Kunstverein und im Lichthaus in Arnsberg eröffnet

„Ein neues Bewusstsein schaffen“

Ausstellung Arnsberg

Kunst ist immer wieder neu, überraschend und vielfältig, das zeigen auch die neue Ausstellung „bruzzy“ im Kunstverein Arnsberg und die Installation „Maria Aspera“ im Lichthaus Arnsberg, die beide am Freitag eröffnet wurden.

In seiner Einzelausstellung „bruzzy“, präsentiert der aus Genova stammende Künstler Marco Bruzzone verschiedene seiner Serienwerke. Trotzdem ist jedes ein Unikat für sich. Gemeinsam ist ihnen allen, dass sie nicht auf konventionellen Leinwänden entstanden sind, sondern auf Gegenständen und Untergründen, die in ihrem ursprünglichen Gebrauch kaum etwas mit Kunst zu tun hatten.

Wie die weiß gemusterten Tischdecken, auf denen der Künstler mit blauer Farbe und Pizzen gedruckt hat. Für seine Serie „Blisters“ dagegen, benutzte er die Kartonverpackungen des Arnsberger Papierwerkes und sprayte auf ihnen frei Hand mit typischen Graffiti-Techniken. Auch so entstand ein eigener Zyklus mit mehreren Werken, die jeweils für sich, aber auch gemeinsam wirken. Und für „Cables“ benutze er ganz normale Kabelstränge als Leinwand. „Malen“ kann Bruzzone aber nicht nur mit Farbe, für ein anderes seiner Werke hat er sich geflügelte Hilfe geholt, nämlich die von Tauben, die er so über einer Leinwand platzierte und fütterte, dass ihre Hinterlassenschaften nun die strenge, geometrische Form des Kreises mit dem unvorhersehbaren, natürlichen Chaos in Einklang bringen. „Für mich ist es wichtig ein neues Bewusstsein zu schaffen, das versuche ich durch außergewöhnliche Techniken und Leinwände zu erzeugen“, erklärt Marco Bruzzone. Die Werke des Künstlers sind noch bis 15. November in den Räumlichkeiten des Kunstverein Arnsberg zu sehen.

Zeitgleich mit „bruzzy“ wurde auch die Installation „Maria Aspera“ von Timo Klöppel im Lichthaus Arnsberg der Öffentlichkeit vorgestellt. Dort hat der gebürtige Berliner ein schwarzes Wellenmeer erschaffen. Als wäre das Lichthaus schon immer dafür vorgesehen, schwappen die schwarzen Wellen vom rückwärtigen Gartenzugang durch das Lichthaus und wieder hinaus.

Die endlose Weite des Atlantik

Je nach Lichteinfall und Tageszeit scheinen die Wellen daher in ständiger Bewegung zu sein. Inspiriert wurde der gelernte Bildhauer bei seinem Werk durch die schier endlose Weite des Atlantik, die ihn seit einer dreimonatigen Reise auf einem Frachtsegler in ihren Bann gezogen hat. „Ich wollte schon immer mal Amerika von der Seeseite aus entdecken, wie damals Kolumbus, daher war diese Reise die Erfüllung eines Traums“, sagt er. Ein einzelner Fixstern, im Fall der Skulptur eine kleine Radlampe über den schwarzen Wellen, gibt dem Besucher auch nachts einen Anhaltspunkt für das eigene Sein und damit wieder eine neue, einzigartige Perspektive.

Als besonderes Highlight wird das Lichthaus am Sonntag, 22. November zwischen 14 und 16 Uhr geöffnet und die Holzskulptur damit zugänglich. So kann die Installation nicht nur von außen bewundert, sondern auch erlaufen und so mit dem ganzen Körper erfahren werden. Auch das eröffnet völlig neue Perspektiven auf die Skulptur. Bis 12. Dezember ist Timo Klöppels „Maria Aspera“ noch im Lichthaus Arnsberg zu sehen, am Sonntag,  13. Dezember ist hier außerdem eine Filmvorführung, natürlich mit passendem Seefahrt-Thema, geplant. Gruppen können auf Anfrage auch außerhalb dieser Zeiten die Installation mit allen Sinnen erforschen.

Neben der neuen Ausstellung in den eigenen Räumlichkeiten und der Skulptur im Lichthaus, dem Projektraum des Kulturbüros der Stadt Arnsberg in Kooperation mit dem Kunstverein Arnsberg, konnte das Team des Kunstvereins auch ein neues Gesicht in seinen Reihen vorstellen. Christopher Petersen wird künftig Geschäftsführerin Juliane Rogge während ihrer Elternzeit vertreten. „Als Besucher kenne ich den Kunstverein schon länger und freue mich auf die neue Herausforderung“, sagt der 25-Jährige, der beruflich bedingt erst vor einem Monat nach Arnsberg gezogen ist. Somit ist der Kunstverein bestens aufgestellt, um auch in Zukunft immer wieder neue, ungewöhnliche und überraschende Ausstellungen nach Arnsberg zu bringen.

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