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Jagdschloss Herdringen wird zum Museum: Leiter verrät geplantes Eröffnungsdatum

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Von: Stefanie Nöcker

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Jagdschloss Herdringen
Das Jagdschloss Herdringen wird zum Museum. © Robert Scheck - Kulturstiftung Schloss Herdringen

Es ist bekannt als Drehort und Kulisse für die Edgar-Wallace-Filme und Veranstaltungsort für Feierlichkeiten und Konzerte: Die Rede ist vom Jagdschloss Herdringen. Jetzt soll das Schloss zu einem Museum werden. Die Eröffnung ist für etwa Mai 2023 geplant. Das verriet Museumsleiter Robert Scheck in dieser Woche im Gespräch mit dem SauerlandKurier.

Herdringen - „Der Veranstaltungsbetrieb läuft trotzdem weiter. Wir werden das Schloss also sowohl museal als auch veranstaltungstechnisch betreiben. Nur ist der Museumsteilbereich dann größer“, erklärt Robert Scheck.

Prachtsäle, historische Waffen und Rüstungen

Fest steht auch: Das Museum wird „etappenweise“ seine Türen öffnen. Die einzelnen Ausstellungsbereiche und Stockwerke werden nach und nach der Öffentlichkeit präsentiert. „Als erstes möchten wir die Prachtsäle im Erdgeschoss eröffnen“, informiert der Museumsleiter. „Da haben wir einmal die Gerichtslaube aus der Burg Schnellenberg oder den Ledersaal mit einer flämischen Ledertapete aus dem 17. Jahrhundert von der Adolfsburg.“ Historische Waffen, Kleider und Rüstungen können im Erdgeschoss in der Rüstkammer bestaunt werden.

Rundgang geplant

Auch die Gemälde-Galerie im ersten Obergeschoss wird direkt zu Beginn zugänglich sein. Besucher können sich auf flämische und holländische Malerei freuen. Viele „Alte Meister“ hängen bereits in den frisch renovierten Räumen. „Die Menschen werden das Museum in einem Rundgang erfahren können. Zunächst wird es allerdings nur Führungen geben.“ Für das Frühjahr 2024 planen die Verantwortlichen eine naturhistorische Ausstellung.

Aber ein Museum neu aufzubauen, das ist einfach mal etwas ganz anderes. Es ist eine spannende Herausforderung für einen Historiker, der vorher im Landesmuseum angestellt war. Jetzt kann ich mich komplett austoben.

Robert Scheck, Museumsleiter

Werdegang von Robert Scheck

„Dafür haben wir bereits einen Geowissenschaftler eingestellt, der sich gerade um die Mineralien- und Fossiliensammlung kümmert. Da wird es an allen Ecken glitzern und glänzen“, kündigt Robert Scheck an. Dieser ist für den Job des Museumsleiters extra ins Sauerland gezogen. Aber erstmal zurück zum Anfang: Scheck ist in der Lüneburger Heide aufgewachsen, die letzten 15 Jahre lebte er in Göttingen, war Lehrbeauftragter und hat zeitweise als Kurator für das Landesmuseum Hannover gearbeitet. „Ich habe diese Stellenausschreibung gesehen und gedacht: ,Mensch, das ist doch eine klasse Möglichkeit’“, erzählt der 38-Jährige.

Gemeinsam mit Frau und Kind ist er dann also ins Sauerland gezogen. „Ich war als Kind schon immer hier, da ich Verwandte in der Region habe. Deswegen war es gar nicht so eine große Umstellung für mich“, sagt Scheck. „Aber ein Museum neu aufzubauen, das ist einfach mal etwas ganz anderes. Es ist eine spannende Herausforderung für einen Historiker, der vorher im Landesmuseum angestellt war. Jetzt kann ich mich komplett austoben.“

Hintergrund

Wennemar Freiherr von Fürstenberg war letzter Bewohner und Besitzer des Jagdschlosses Herdringen. Nach seinem Tod im Frühjahr 2022 floss sein Vermögen in die Kulturstiftung Schloss Herdringen. Das ermöglichte, das Schloss in ein Museum umzuwandeln.

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