Ein Stückchen Lebensqualität geben

Eine Rikscha für mehr Teilhabe: Erste Touren des Vereins „drehMomente“ starten im August

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Strahlende Gesichter: Der Verein drehMomente Arnsberg um seine Vorsitzende Barbara Köster-Ewald (vorne in der Rikscha) und Arnsbergs Bürgermeister Ralf Paul Bittner (rechts als Fahrer) freuen sich, dass mit der Fahrradrikscha bald mehr Teilhabe und Lebensqualität für beeinträchtige Menschen möglich ist.

Menschen mit Beeinträchtigungen mobil machen und ihnen ein Stückchen Lebensqualität geben – das hat sich der Verein drehMomente Arnsberg auf die Fahne geschrieben. Am vergangenen Donnerstag stellten die Ehrenamtlichen ihre erste Fahrradrikscha mit elektrisch unterstütztem Antrieb vor. 

Neheim - Leuchtend orange, rund 100 Kilogramm schwer und eine Sitzfläche für zwei Personen – die erste Fahrradrikscha des Vereins drehMomente Arnsberg steht bereit und soll voraussichtlich ab August ihre ersten Touren mit Passagieren starten. „Wir müssen ja erst einmal etwas Übung mit dem Gerät bekommen. Das ist ein ganz anderes Fahrgefühl als bei einem normalen Fahrrad“, sagte Ulrich von Dreusche, Vorstandsmitglied von drehMomente Arnsberg, im Gespräch mit dem SauerlandKurier schmunzelnd, während er eine Runde entlang des RadeXpressweges in Richtung des Neheimer Freibads drehte. Die Jungfernfahrt sei für etwa Mitte August geplant. Erster Passagier ist ein 100-Jähriger, dem die Fahrt zu seinem besonderen Ehrentag versprochen wurde. „Wir werden natürlich, um möglichst vielen Menschen eine Fahrt ermöglichen zu können, einen Pool von Fahrern benötigen“, betonte von Dreusche im Rahmen der Vorstellung der Rikscha. Die Fahrer müssen dann speziell geschult werden.

Wir wollen das sich wirklich jeder Interessierte eine Fahrt auch leisten kann.

Barbara Köster-Ewald

Die Fahrten mit dem elektrisch angetriebenen Gefährt, das mit Mitteln aus dem Leader-Programm gefördert wurde, sollen kostenlos und im Stadtgebiet von Arnsberg möglich sein. „Wir wollen das sich wirklich jeder Interessierte eine Fahrt auch leisten kann“, betonte Barbara Köster-Ewald, Vorsitzende von drehMomente Arnsberg. Menschen mit Beeinträchtigungen, egal ob jung oder alt, soll so ein Stückchen „Lebensqualität und Teilhabe“ gegeben werden. Wo die Tour hingehen soll, das entscheiden die Fahrgäste selbst: ob eine Fahrt zum Lieblingscafé oder aber zum Bummeln in die Stadt, der Verein drehMomente möchte die Menschen mobil machen und ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Ein Moment der Freude: Bürgermeister Ralf Paul Bittner und Barbara Köster-Ewald taufen die erste Fahrradrikscha des Vereins drehMomente Arnsberg.

Dieses „tolle Projekt“ unterstützt auch Arnsbergs Bürgermeister Ralf Paul Bittner, der die Taufe der ersten Fahrradrikscha vornahm. „Mobilität ist das Stichwort der Zukunft. Wer mobil ist, weiß es oft nicht zu schätzen. Wer beeinträchtigt ist, dem fehlt etwas“, betonte Bittner, der im Anschluss an die Taufe selbst eine kleine Runde als „Rikschapilot“ drehte.

Für die Zukunft hat der Verein drehMomente schon einige Wünsche und Ziele vor Augen: „Wir freuen uns natürlich über neue engagierte Mitglieder. Und ich hätte gern noch weitere Fahrradrikschas. Es gibt da welche, die mich interessieren würde“, sagte Barbara Köster-Ewald abschließend.

Initiative „Radeln ohne Alter“

Die Idee, ältere Menschen mit einer Rikscha zu befördern, stammt aus Kopenhagen. Die Initiative ist in Deutschland unter dem Namen „Radeln ohne Alter“ bekannt, die auch den Spruch „Jeder Mensch hat das Recht auf Wind in den Haaren“ geprägt hat. Zu dem Netzwerk „Radeln ohne Altern Deutschland“ zählt auch der Verein drehMomente Arnsberg. Der Arnsberger Verein wurde im März 2020 gegründet und hofft noch auf weitere Mitglieder. Wer Lust hat, bei dem Projekt mitzuwirken, kann sich unter www.radelnohnealter.de/arnsberg/ informieren oder sich bei den Initiato

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