Dr. Brigitte Mohn informiert sich über „Kein Kind zurücklassen“

Eine sorgende Gemeinschaft

Die Kinder der Bodelschwinghschule begrüßten den hohen Besuch und erfreuten die Gäste mit drei Liedern, teilweise in Gebärdensprache.

Die Stadt Arnsberg erhält für die Teilnahme am Pilotprojekt „Kein Kind zurücklassen“ immer mehr Lob und Anerkennung.

Dr. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann-Stiftung und gemeinsam mit NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft Mitorganisatorin des Modellvorhabens, informierte sich jetzt über die vorbeugende Netzwerkarbeit am Arnsberger Schreppenberg. Ihr Fazit: „Es ist toll, wie hier gemeinsam zum Wohl der Kinder gearbeitet wird.“

Fast genau vor einem Jahr hatte Hannelore Kraft das Netzwerk in Neheim-Moosfelde besucht und die Quartiersentwicklung als vorbildlich gelobt. „Hier geht ein Stadtteil mit seinem Nachwuchs vorbildlich um.“ Das gilt auch für den Schreppenberg. Ähnlich wie in Moosfelde arbeiten „im Sozialraum“ Schreppenberg das Familienzentrum, die Kita Heilig Kreuz, die Verbundschule Bodelschwingh/Wannetal, die Fröbelschule und die Stadt eng zusammen. „Weitere Partner wie Vereine sind erwünscht“, erklärte Arnsbergs kommissarischer Jugendamtsleiter Elmar Dransfeld.

Bürgermeister Hans-Josef Vogel stellte das Arnsberger Projekt unter dem Titel „Wie neue Nachbarschaft funktioniert“ vor. „Wir müssen Potenziale entfalten, nicht alle Kinder über einen Kamm scheren, in den Stadtteilen eng kooperieren, sprich alles vernetzen“, sagte Vogel und zitierte ein afrikanisches Sprichwort: „Um ein Kind zu erziehen, bedarf es eines ganzen Dorfes.“

Dr. Brigitte Mohn informierte sich in Arnsberg über den Alltag der Kooperation, über die Förderung der Kinder und ließ sich dies an Beispielen erläutern. Bei der „Buddy-AG“ der Kita Heilig Kreuz und der benachbarten Bodelschwinghschule bereiten Schulkinder die Kindergartenkinder auf die Schule vor. Hier werden Patenschaften angebahnt. Geplant ist demnächst ein Projekttag in der Schule: Kindergartenkinder verbringen dort einen Tag.

„Wollen uns noch stärker vernetzen“

Das „SAMS-Projekt“ der Fröbelschule (Förderschule) ist ein wichtiges Mittel der sozialen Gruppenarbeit, die in den Unterricht eingebaut ist. Hier sollen die Kinder Selbstwert, Akzeptanz, Motivation und Stärkung (SAMS) erfahren. Kinder können beispielsweise in einer Wunschmaschine Wünsche äußern. „Ziel ist die Rückkehr in die Regelschule“, erklärte die Schulsozialarbeiterin Kristin Schott.

„Wir wollen uns noch stärker mit der Grundschule, der Kita und dem Familienzentrum vernetzen“, erläuterte Schulleiter Markus Bong. Ein weiteres zukunftsorientiertes Projekt der Fröbelschule ist die Theater-AG, die den Besuchern eine Kostprobe ihres Könnens präsentierte. Hier brillierte unter anderen die 16-jährige Madalena als Sängerin und Schauspielerin. „Das sind auch meine Berufswünsche“, meinte sie. Übrigens: Die Fröbelschule hat 2013 beim städtischen, schulübergreifenden Theaterprojekt „Schools on Stage“ den 1. Preis gewonnen. Bei diesem Projekt arbeitet die Stadt mit dem Bochumer Schauspielhaus zusammen.

Arnsberg – so war der Tenor - ist auf einem guten Weg, was die „sorgende Gemeinschaft“ von Eltern, Familien, Freiwilligen, Kindergärten, Schulen und Jugendamt betrifft. Das Arnsberger Modell umfasst einen Verbund von neun Familienzentren mit zwölf Kitas.

Das Projekt „Kein Kind zurücklassen“ läuft seit dem Jahr 2012. In diesem Jahr soll in Arnsberg und den anderen beteiligten Kommunen (insgesamt 18 in NRW) Bilanz gezogen werden. Fest steht schon jetzt, so Karl Janssen von der Bertelsmann-Stiftung, dass es bis 2020 weiter läuft. (Von Paul Senske, neheim@sauerlandkurier.de)

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