"Shoppingerlebnis mit allen Sinnen"

Wie der Einzelhandel die Kaufkraft in der Weihnachtszeit vor Ort binden möchte

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Geschenke in vorweihnachtlicher Atmosphäre einkaufen – das können die Kunden vor Ort in der heimischen Geschäftswelt.

Arnsberg/Sundern. Gerade jetzt im umsatzstarken Weihnachtsgeschäft spüren die heimischen Einzelhändler den zunehmenden Druck durch das Online-Shopping. Vielen Kunden setzen mittlerweile auf den bequemen Einkauf per Mausklick von zu Hause aus - ohne lästige Parkplatzsuche, frühe Ladenschlusszeiten oder nervtötendes Gedrängel. Wie die Werbegemeinschaften und Einzelhändler in Arnsberg und Sundern mit dieser Konkurrenzsituation umgehen, welche Vorteile Kunden beim Online-Einkauf oder Heimatshopping sehen und mit welchen Strategien es dem heimischen Einzelhandel häufig dennoch gelingt, die Kaufkraft vor Ort zu binden, erfahren Sie hier:

Um die Kunden davon zu überzeugen, den Weg in die Geschäfte und nicht ins Internet zu gehen, setzen die lokalen Einzelhändler verschiedene Schwerpunkte wie besonderen Service und Aufenthaltsqualität. Die Vorteile, die der stationäre Einzelhandel bietet, kennt auch Christian Prange von Schuhhaus Prange im Stadtteil Arnsberg: „Gerade in unserer Branche sind die richtige Größe und Passform besonders wichtig. Vor Ort kann der Kunde direkt verschiedene Marken und Modelle anprobieren, ohne viel Aufwand und große Bestellungen.“ Die persönliche und individuelle Beratung, zum Beispiel wenn es um Schuhe für orthopädische Einlagen geht, könnten Online-Händler so nicht leisten, weiß der Inhaber des Arnsberger Fachgeschäfts, das seit einiger Zeit auch eine Auswahl an Damenoberbekleidung führt.

Die persönliche Beratung und den Kontakt zum Kunden nennen auch Sunderner Einzelhändler als Vorteile eines Einkaufes vor Ort. „Wir bieten unaufdringlich eine individuelle, intensive und kompetente Beratung und passen gegebenenfalls durch unsere hauseigene Schneiderei Artikel figurgerecht an“, berichtet Günther Vonde vom Modehaus Haake und zählt damit Services auf, die es im Internet nicht gibt. Clemens Becker-Jostes vom gleichnamigen Spielwarengeschäft in Sundern setzt ebenfalls auf das „Shopping-Erlebnis“ im lokalen Handel. Allerdings werde die Konkurrenz aus dem Netz immer stärker. „Als Vergleichsmerkmal wird immer der Preis herangezogen, da können Einzelhändler meist nur verlieren“, meint Becker-Jostes. Er ist sich allerdings auch sicher: „Die Kunden, die den Einzelhandel mit seiner Beratung und dem Service schätzen, sind zufrieden. Diejenigen, die nur über den Preis gehen, werden wir mit unseren Argumenten so nicht erreichen.“ 

"Möglichtkeiten vor Ort nutzen"

In der Neheimer Einkaufswelt ist auch das erste Adventswochenende sehr positiv mit Top-Frequenzen verlaufen, resümiert die Werbegemeinschaft Aktives Neheim. „Das war ungewöhnlich gut, weil die Kunden am ersten Wochenende eher ‘nach auswärts’ fahren“, ordnet Citymanager Konrad Buchheister ein. Für die nächsten Wochen seien die Erwartungen der Neheimer Händler ebenfalls positiv. Auch Konrad Buchheister weiß, was die Innenstadt im Vergleich zum Internet zu bieten hat: „Persönliche, kundenorientierte Beratung und unkomplizierte Auswahl und Anprobe sofort verfügbarer Ware vor Ort. Darüber hinaus trifft man in adventlicher Atmosphäre Freunde und Bekannte. So hat man insgesamt ein Shoppingerlebnis mit allen Sinnen.“ 

Der SauerlandKurier hat sich außerdem umgehört, warum die Kunden gerne direkt vor Ort einkaufen: „Ich finde es gut, dass durch den Einzelhandel die Innenstadt belebt wird“, sagt Sascha Weber aus Arnsberg. Allerdings greift er auch auf das Internet zurück: „Zuletzt bestellt habe ich Spielzeug für meine Kinder, weil es in Alt-Arnsberg keinen Spielzeugladen gibt.“ Auch Lars Schmitten aus Hüsten bestellt ab und zu im Netz. Er sagt aber auch: „Am lokalen Einzelhandel schätze ich vor allem die persönliche Beratung.“ Christiane Götte aus Arnsberg betont: „Ich schätze die Möglichkeit, einfach zu stöbern und bummeln zu gehen. Man kann sich die Dinge anschauen, anfassen und vergleichen.“ Auch Nicole Hermes aus Sundern bevorzugt den Einkauf im lokalen Handel. „Ich bin nicht so der Internet-Besteller. Da sind manche Dinge vielleicht billiger, aber wenn man die Möglichkeit hat, vor Ort zu kaufen, sollte man sie auch nutzen – sonst hat man sie in Zukunft vielleicht nicht mehr.“

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