Finale Entscheidung steht noch aus

Ergebnisse des Architekten-Wettbewerbs zur Rathaussanierung werden ausgestellt

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Die Gewinner des interdisziplinären Architektenwettbewerbs aus Köln mit Stadtplaner Thomas Vielhaber (2. v. l.), Stadtkämmerer Peter Bannes (2. v. r.) und Heiner Farwick, Vorsitzender der Jury (r.)

Neheim. Ein öffentliches Gebäude, das seit 50 Jahren genutzt wird, bedarf einer Veränderung, einer Renovierung und einer Neuausrichtung. Für diese Umgestaltung des Arnsberger Rathauses am Rathausplatz in Neheim wurde daher ein interdisziplinärer Architektenwettbewerb unter dem Titel „Rathaus Arnsberg – klimaneutral und offen“ ausgeschrieben.

Nachdem das Preisgericht in einer nicht öffentlichen Sitzung über die Entwürfe entschieden hatte, wurden vier der insgesamt 15 Entwürfe jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt und ausgezeichnet.

Die gestellte Aufgabe bezog sich auch auf den Energieverbrauch und die Barrierefreiheit, die im jetzigen Zustand nicht den heutigen Anforderungen entsprechen, sowie auch die Arbeitsplatz- und Aufenthaltsbedingungen für jene, die jeden Tag hier arbeiten, aber auch für die Besucher des Rathauses. „Das Rathaus braucht eine Frischzellenkur“, erklärte Stadtplaner Thomas Vielhaber. Zukünftig soll das Rathaus auch für kulturelle Vereine und Gruppen geöffnet werden. Außerdem soll das Außengelände aufgewertet werden und besser in den umliegenden Stadtraum eingebunden werden. Das Architekturbüro „v-architekten GmbH“ aus Köln und die „f-Landschaftsarchitektur Bonn“ hatten den Entwurf abgeliefert, der der Jury am besten gefallen hatte. „Das Entscheidende bei diesem Entwurf ist die konsequente Hinwendung nach vorn, weg vom Blick zur Autobahn, offen zur Stadt hin“, machte der Präsident des Bundes Deutscher Architekten und Vorsitzende des Preisgerichts, Heiner Farwick, klar. Der Leitgedanke, den das Architekturbüro zu seinen Plänen verfasst hatte, beinhaltet die Abschirmung der Autobahn mit einem verdichteten Waldsaum und die klare Orientierung des Gebäudes und des Hauptzugangs über eine vorgelagerte Platzfläche zur Ruhr und zur Stadt. Rathaus als „Glaszellenbau“ Wichtig für das Umfeld des neu gestalteten Rathauses ist auch die Unterbringung des ruhenden Verkehrs zu 85 Prozent in einem Parkdeck, womit eine freie Gestaltung eines durchgängigen Landschaftsparks möglich wird. Das Rathaus selbst, so die Vorstellung der Architekten, soll verglast werden, ein „Glaszellenbau“. Der Ratssaal würde nach diesem Architekten-Entwurf an diesen Glaszellenbau angeschlossen werden.

Der erste Preis ging an die „v-Architekten“ aus Köln gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekturbüro „[f] Landschaftsarchitektur“ aus Bonn. Bild: v-Architekten

Die im Wettbewerb geforderte energetische Verbesserung des Rathauses – Stichwort „klimaneutral“ – würde unter anderem durch doppelte Glasscheiben im Glaszellenbau erreicht, die vor Wärmeverlust, vor Überhitzung und auch Schutz vor Lärm bieten würden, heißt es. Vorgesehen sind auch Photovoltaik-Module und möglicherweise eine Dachterrasse. Die landschaftliche Gestaltung ist für die Planer ein wichtiges Kriterium. Hier zeigt der Entwurf zum Beispiel viele neu gepflanzte Bäume, nicht nur zur Autobahn hin, sondern auch im offenen Raum vor dem Rathaus. Thomas Vielhaber machte bei der Vorstellung der Entwürfe aber auch klar, dass es von der Jury keine Empfehlung gegeben habe, diesen oder jenen Plan um zu setzen. „Wir müssen mit den Architekten noch ganz wichtige Planungsschritte überlegen. Am 12. Oktober wird die Entscheidung fallen, welches Architekturbüro den Zuschlag bekommt. Bis Anfang Dezember müssen wir förderungsfähige Unterlagen erarbeiten und eine konkretisierte Kostenplanung aufstellen, um Geld vom Land zu bekommen.“ Baubeginn soll Ende des Jahres 2018 sein. Den zweiten Preis errangen „Gerber Architekten“ aus Dortmund, der dritte Preis ging an „Baumschlager Eberle Architekten“ aus Hamburg/Zürich. Der vierte Preis ging an die SSP AG aus Bochum gemeinsam mit „Brummell Landschaftsarchitekten“. Alle Entwürfe können bis zum 28. September in einer öffentlichen Ausstellung im Foyer des Rathauses in Neheim besichtigt werden. Geöffnet ist die Ausstellung montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr.

Im Mai 2017 hatte die Stadtverwaltung den interdisziplinären Realisierungswettbewerb „Rathaus Arnsberg – klimaneutral und offen“ ausgelobt. Nach einem vorgeschalteten offenen Bewerbungsverfahren zur Auswahl der Wettbewerbsteilnehmer haben 15 Bewerbergemeinschaften aus Architekten und Landschaftsarchitekten ihre Entwürfe eingereicht.

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