Interessierte können Café-Flat mit Arbeitsplatz nutzen

Erster Coworking Space der Region im Neheimer Kaiserhaus ist bezugsfertig

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Erste Gespräche führten die Mentoren (rechts von hinten) Arnsbergs Wirtschaftsförderer Bernd Lepski, Kumru Demir (Projektmanagerin Fachhochschule Südwestfalen), Nadine Hyna (Projektmanagement Coworking Kaiserhaus) und Prof. Dr. Ewald Mittelstädt (Fachhochschule Südwestfalen) bereits mit ersten Interessenten: Jannik Becher, Kevin Japes und Tim Nehring aus Warstein (links von hinten) im neuen Coworking Space.

Arnsberg/Hochsauerland. „Bei uns mietet man eine Café-Flat und bekommt einen Arbeitsplatz gestellt“, sagt Nadine Hyna (Projektmanagement Coworking), die am vergangenen Donnerstag den neuen Coworking Space im Kaiserhaus Arnsberg – den ersten in der Region –vorstellte. Auf 250 Quadratmetern können Start-ups nicht nur günstig und flexibel auf 20 Arbeitsplätze, Meetingraum und die Küche mit Kaffeemaschine zugreifen, sondern auch von Coaching und Mentoring profitieren. Hier soll die digitale Start-up-Szene mit dem Mittelstand in Südwestfalen zusammenkommen.

Die Digitalisierung hält immer weiter Einzug in die Wirtschaft und ist eine ihrer größten Herausforderungen. Doch eine aktuelle Studie von Prof. Dr. Ewald Mittelstädt (Fachhochschule Südwestfalen) zeigt, dass die Zusammenarbeit zwischen Mittelstand und Start-ups in Südwestfalen weit hinterherhinkt – in Südwestfalen gibt es mehr als drei Mal weniger Kooperationen als im Bundesdurchschnitt, der bereits schon nicht dem internationalen Vergleich standhalten kann. Der Coworking Space soll jetzt den räumlichen Anker schaffen, um Mittelstand und Start-ups zusammenzubringen, damit beide gemeinsam in eine digitale Zukunft starten. „Unternehmen bekommen die Gelegenheit mit Start-ups an Innovationsprojekten zu arbeiten“, ermuntert Mittelstädt.

Im Coworking Space sollen Start-ups derweil Unterstützung erhalten und vom Networking profitieren, „damit sich kleine Pflänzchen zu riesen großen blühenden Organisationen entwickeln,“ wünscht sich Bernd Lepski (Wirtschaftsförderung Arnsberg), um junge innovative Menschen in der Region zu halten und den Wirtschaftsstandort zu stärken.

Individuelle Lösungen finden

Erstes Interesse signalisierte ein Start-up aus Warstein. „Es ist nicht einfach an Büroräume zu kommen“, bestätigt Tim Nehring, der mit seinen Kollegen ein Feinstaubmessgerät entwickelt. „Wir nutzen das Büro nicht jeden Tag, es kommt aber vor, dass wir uns beispielsweise vor einem Kundentermin mal eine Woche einschließen wollen. Da ist ein Coworking Space flexibler als klassische Büroräume“, so der Warsteiner.

Die Arbeitsplätze können per Tages-, Wochen- oder Monatsticket gebucht werden, auch Unternehmen können beispielsweise für eine Projektarbeit auf die Plätze zurückgreifen. Ein Rechenbeispiel: Ein Tagesticket pro Arbeitsplatz für Start-ups kostet 9 Euro und 25 Euro für Unternehmen. Die Arbeitsplätze sind nicht nur zu den normalen Bürozeiten nutzbar. „Wir bemühen uns auch, individuelle Lösungen zu finden“, sagt Nadine Hyna, die den Coworking Space als Coach betreut. „Die Arbeitsplätze sind nicht nur günstiger, man sitzt auch nicht isoliert“, betont die Projektmanagerin einen weiteren wesentlichen Vorteil. 

Networking entsteht nicht nur an der Kaffeemaschine in der Küche untereinander, auch dem Start-up-Coach ist das persönliche Gespräch wichtig, um zu erfahren, wo Unterstützung gebraucht wird. „Ansprechpartner sind da und kümmern sich intensiv“, so Hyna mit Blick auf Netzwerkpartner und auch Ansprechpartner in Unternehmen. Der Kontakt zwischen Mittelstand und Start-ups wird zusätzlich durch Formate wie Netzwerkveranstaltungen, Seminare und Workshops initiiert. Am 6. November stellen Start-ups etwa Mittelständlern ihre Unternehmen vor.

Start-up-Coach Nadine Hyna ist zu erreichen unter coworking@kaiserhaus-arnsberg.de. Hier finden Start-ups die ersten wichtigsten Infos online. Weitere Infos

Das Förderprojekt

Der Coworking Space im Arnsberger Kaiserhaus ist im Zuge des Förderprojekts „Digitale Wirtschaft Südwestfalen (#dwsf) entstanden. Projektbeteiligte sind die Fachhochschule Südwestfalen und die Wirtschaftsförderung Arnsberg GmbH. Als Partner und Verbindung ins Ruhrgebiet agiert der ruhr:HUB

#dswf ist Teil von Digitale Wirtschaft NRW (DWNRW) – eine Initiative des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW.

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