Arbeit auf mehrere Schultern verteilen

Evangelische Gemeinde Arnsberg wirbt für Presbyteriumswahlen 2020

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Für das Amt des Presbyters werben Wolfgang Ploog, Ingrid Fürstenberg, Pfarrer Johannes Böhnke und Pfarrerin Claudia Schäfer.

Arnsberg – In den evangelischen Kirchengemeinden von Westfalen stehen in 2020 wieder die Presbyteriumswahlen an. Die Wahl steht unter dem Motto: „Gemeinde bewegen“. Auch in der evangelischen Gemeinde Arnsberg wird gewählt. Das Presbyterium ist das Leitungsgremium einer Gemeinde und somit das wichtigste Gremium in einer evangelischen Kirche.

In diesem Presbyterium in Arnsberg gibt es acht Mitglieder. Bei den kommenden Wahlen soll das Gremium auf zehn Presbyter aufgestockt werden. 

„Wir würden gerne die Arbeit auf mehr Schultern verteilen“, erklärt Wolfgang Ploog, Presbyter für Öffentlichkeitsarbeit. Presbyter zu sein, ist ein Ehrenamt. „Je nach dem für welche Aufgaben man sich entscheidet, ist es mehr oder weniger zeitaufwändig“, macht Pfarrerin Claudia Schäfer klar. 

Sie erklärt zunächst die Aufgaben eines Presbyters, die in der Kirchenordnung der evangelischen Kirche von Westfalen verankert sind: „Dem Gremium obliegt die Leitung er Gemeinde zusammen mit den Pfarrern. Dazu gehören unter anderem – falls so etwas ansteht – die Wahlen neuer Pfarrer. Es trägt die Verantwortung für Finanzen, Gebäude und Personal, Vorbereitung junger Menschen auf die Konfirmation, Kinder und Jugendarbeit, Seelsorge und Diakonie sowie die Ökumene und die Entscheidung wann, wo und wie Gottesdienste und Amtshandlungen stattfinden.“ Für Fahrtkosten, Kinderbetreuung, Porto und Telefon gebe es Kostenerstattungen. 

Außerdem wies Schäfer auf die Gemeindekonzeption der Evangelischen Kirchengemeinde Arnsberg hin, die auf Zukunftsfähigkeit mit dem Blick auf 2030 ausgerichtet ist. „Diese beinhaltet unter anderem Pfarrstellen- und Gebäudekonzeption und die Konzeption Konfirmandenarbeit. Die Konzeption für Jugendarbeit und ökumenische Zusammenarbeit befindet sich noch in Arbeit.“ 

Gelegenheit, sich verantwortungsvoll in die Gemeinde einzubringen

Die Kandidaten, die sich für das Presbyterium bewerben, müssen fünf zustimmende Unterschriften aus der Gemeinde bekommen, damit sie zur Wahl zugelassen werden. „Es ist die Gelegenheit, sich verantwortungsvoll in die Gemeinde einzubringen“, erläutert Wolfgang Ploog. Das Presbyterium repräsentiere die Gemeinde und solle sich möglichst so auch in der Zusammensetzung abbilden, wünschte sich Claudia Schäfer. „Das wird nicht immer möglich sein, aber für die Arbeit ist es von Vorteil, wenn sich zum Beispiel die unterschiedliche Altersstruktur und die unterschiedlichen Lebensphasen hier abbilden.“ 

Ingrid Fürstenberg, Presbyterin für unterschiedlichste Belange erklärt: „Ich fühlte mich schon immer in der Gemeinde gut aufgehoben. Über die Frauenhilfe, in der ich schließlich aktiv wurde, bin ich zum Presbyterium gekommen.“ Auch sie würde sich freuen, wenn ihre Arbeit durch neue Mitpresbyter auf mehr Schultern verteilt werden könnte. Fünf Mitglieder des Gremiums stellen sich zur Wiederwahl, fünf weitere müssten neu in dieses Amt einsteigen. 

Auch ein wichtiges Amt solle dann neu besetzt werden, wie Wolfgang Ploog erläutert: „Pfarrer Böhnke ist der Vorsitzende des Presbyteriums, eigentlich soll das Presbyterium von einem Laien geleitet werden.“ Da wären natürlich die Presbyter gefragt, die schon länger dabei sind, weil dieses Amt eine Menge Erfahrung verlangt. Für Ploog selbst ist mit der Presbyteriumswahl auch ein Abschied verbunden: „Ich werde mich aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl stellen. Sechs Jahre war ich Presbyter für Öffentlichkeitsarbeit und habe dieses Amt sehr gerne ausgeführt. Aber ich werde im nächsten Jahr 75 Jahre alt. Dies ist die Altersgrenze für das Presbyterium. Der Abschied fällt mir nicht leicht.“

Presbyteriumswahlen 2020 - Hintergrund und Termine

Alle vier Jahre steht das Presbyterium zur Wahl. Bis zum 29. November werden Wahlvorschläge gesammelt. Am 24. November ist eine Gemeindeversammlung um 11 Uhr in St. Norbertus. Hier werden die Wahlvorschläge geprüft. Am 17. Dezember gibt es einen Beschluss über den einheitlichen Wahlvorschlag und Vorstellung der Kandidaten. Die Prüfung des Wählerverzeichnisses geht bis Ende Februar 2020. Der 1. März ist der Wahlsonntag. Am 15. März werden die Wahlergebnisse bekannt gegeben. Am 29. März oder am 5. April 2020 erfolgt die Amtseinführung im Gottesdienst. Wahlberechtigt ist man ab 16 Jahren, wählbar ab 18 Jahren und jünger als 75 Jahre. Wer sich zur Wahl stellt muss Mitglied der Kirchengemeinde sein, evangelisch und seit fünf Jahren den ersten Wohnsitz in der Gemeinde haben.

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