Heike Wiegand-Baumeister stellt im Kloster Wedinghausen aus

Ein faszinierender Ort

In ihrer aktuellen Ausstellung „Metamorphose – Transformation“ zeigt Heike Wiegand-Baumeister drei Werkgruppen: Kreuz, Zeitspuren und Anthropozän. Foto: Denise Weber

Um uns herum ist alles immer in Bewegung und verändert sich permanent, mal deutlich sichtbar, mal versteckt.

Das zeigen auch die Werke der Ausstellung „Metamorphose – Transformation“, die heute im Kloster Wedinghausen in Alt-Arnsberg eröffnet wird. „Wir haben nicht oft Ausstellungen in diesen Räumen, da diese sehr speziell sind und auch die Exponate zu der Umgebung passen müssen“, erklärt Kathrin Ueberholz vom Kulturbüro der Stadt Arnsberg.

Mit Heike Wiegand-Baumeister und ihren Bildern wurde jedoch eine passende Künstlerin gefunden, die ihre Werke zum größten Teil speziell für diese Ausstellung schuf. „Mich hat dieser Ort schon immer fasziniert. Vor einiger Zeit war er fast vergessen, doch durch den gelungenen Umbau wurde er wiederentdeckt und in mir der Impuls geweckt einmal hier auszustellen“, sagt die Künstlerin.

Die aktuelle Ausstellung „Metamorphose – Transformation“ ist für Heike Wiegand-Baumeister bereits die zweite Gelegenheit, ihre Kunst in den historischen Räumlichkeiten zu präsentieren, auf die sie auch in ihren Bildern und Objekten Bezug nimmt. Insgesamt werden drei Werkgruppen ausgestellt, mit den Titeln Kreuz, Zeitspuren und Anthropozän.

Im ersten Ausstellungsraum dominiert das Kreuzzeichen und der Bezug zwischen Kreuz und Kloster ist klar. Die Bilder hier wirken jedoch nicht unbedingt friedlich oder besinnlich, wie anzunehmen wäre. „Eigentlich stehen der Begriff und das Symbol „Kreuz“ für Friede und Verheißung, doch während meiner Arbeit an den Bildern wechselte dieses Gefühl oft ins Gegenteil zu Tod, Krieg und Bedrohung“, erklärt Heike Wiegand-Baumeister ihre Werke.

Weiter geht es mit den „Zeitspuren“, hier werden Werke der Veränderung und des Verfalls präsentiert. Dabei geht es in erster Linie aber um den Wandel von Strukturen und damit auch immer wieder einem möglichen Neubeginn. Fließend geht dieser Ausstellungsabschnitt in die Werkgruppe „Anthropozän“ über, die den Einfluss des Menschen auf die Erde versinnbildlicht. Passend zum ehemaligen Skriptorium, das einst in den Klosterräumen untergebracht war, arbeitete die Künstlerin auch mit Büchern und erschuf einige Buchobjekte, die, teils passend zu den verschiedenen thematischen Abschnitten der Ausstellung, diese wie ein roter Faden durchlaufen. „Im früheren Skriptorium waren Bücher Schätze und von großem Wert, heute sind sie oft einmal gelesene Wegwerfprodukte, daraus wollte ich etwas Neues schaffen“, sagt Heike Wiegand-Baumeister.

Liebe zum geschriebenen Wort

Auch in einigen ihrer Bilder und sogar den Holzskulpturen wird die Liebe der studierten Literaturwissenschaftlerin zum geschrieben Wort deutlich. Durch die einerseits so verschiedenen Objekte, die andererseits einen deutlichen Bezug zu einander und zu den Räumlichkeiten des ehemaligen Klosters haben, erwartet den Besucher eine abwechslungsreiche und vielschichtige Ausstellung, bei der es lohnenswert ist, sich auf die einzelnen Werke bewusst einzulassen. Dazu trägt auch das Fehlen der Bildtitel bei, obwohl jedes der Werke einen besitzt, der auf Wunsch auch einsehbar ist. „Die Besucher sollen sich lieber erst einen eigenen Eindruck von meinen Bildern machen und selbst ein Gefühl für sie entwickeln“, meint die Künstlerin. Solch ein Gefühl entwickelt sich schnell und hinter der sofort ersichtlichen Ausdrucksstärke der Werke, verbirgt sich für den Betrachter noch viel mehr.

Das mag auch an der Arbeitsweise der Künstlerin liegen. „Wenn ich anfange zu malen, dann habe ich keine konkrete Vorstellung, sondern einfach nur Lust auf eine bestimmte Farbe. Ich arbeite dann so lange daran, bis das Ganze beginnt eine Form anzunehmen und mit mir zu „sprechen“. Daraus entwickelt sich dann ganz von alleine der spätere Titel“, erklärt Heike Wiegand-Baumeister. Meist arbeitet sie mit Acrylfarben und selbst angerührter Spachtelmasse, die auf die Leinwand aufgetragen, wieder abgekratzt und weiterbearbeitet wird. So entstehen Bilder mit teils 40 Schichten, die dadurch viel Tiefe und Struktur erhalten.

Eröffnung

Die Eröffnung der Ausstellung im Westflügel des Kloster Wedinghausen ist am heutigen Sonntag, 25. Oktober um 17 Uhr. Bis zum 15. November ist „Metamorphose - Transformation“ immer mittwochs von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 15 bis 17 Uhr, sowie nach Vereinbarung geöffnet.

Die Künstlerin wird an den meisten Tagen selbst zugegen sein, um sich mit den Besuchern auszutauschen.

Mehr über Heike Wiegand-Baumeister, ihre Arbeit und Kursmöglichkeiten erfahren Interessierte online: www. heikewiegandbaumeister.de. (Von Denise Weber, neheim@sauerlandkurier.de)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare