Spaziergang nimmt aufregende Wendung

Aus Übung wird Ernstfall: Feuerwehr rettet feststeckenden Hund von Flussufer

Nach der Rettung durch die Feuerwehrkameraden aus Höingen konnte Tobias Böcker seine geliebte Hündin „Peaches“ unversehrt wieder in die Arme schließend.
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Nach der Rettung durch die Feuerwehrkameraden aus Höingen konnte Tobias Böcker seine geliebte Hündin „Peaches“ unversehrt wieder in die Arme schließend.

Neheim - Eigentlich sollte es nur ein entspannter Abendspaziergang mit Husky-Hündin „Peaches“ werden, doch dann nahm der Abend für Tobias Böcker und seine Mutter Ursula Romstadt aus Neheim eine aufregende Wendung.

Wie an so vielen Abenden waren Tobias Böcker und seine Mutter Ursula Romstadt am Donnerstagabend mit „Peaches“ zum Spaziergang aufgebrochen. „Wir gehen öfter im Bereich Schafsbrücke spazieren“, berichtet Böcker, die Hündin habe dort im Wald reichlich Auslauf.

Doch an diesem Abend rannte „Peaches“ plötzlich durch die Büsche in Richtung Flussufer der Möhne und kam auch nach mehrmaligem Rufen nicht zurück. „Wir konnten sie nicht sehen, haben aber immer wieder etwas rascheln und platschen gehört“, schildern Mutter und Sohn, wie Sorgen und Ängste in ihnen hochstiegen. Tobias Böcker versuchte, durch eine Schneise durch das Gebüsch zu seiner Hündin zu gelangen, doch „Peaches“ war nicht zu sehen. „Ich habe am ganzen Körper gezittert, so aufgeregt war ich“, beschreibt Ursula Romstadt ihre Gefühle, „wir hatten schon überlegt, selbst ins Wasser zu gehen, aber das wäre zu gefährlich gewesen“. Sohn Tobias ergänzt: „Jede Minute kommt einem da vor wie eine Stunde, Peaches steht für mich ganz oben, für meine Mutter ist sie wie ein Enkelkind.“

Feuerwehr muss die Hündin retten

So entschieden sie sich schließlich, die 112 zu wählen und die Feuerwehr Neheim zu rufen. Diese sicherte Unterstützung zu und bat Tobias Böcker, zur Straße zu gehen, um den Kameraden die Stelle zu zeigen. „Als ich rüber ging, sah ich auf dem Feld einen Feuerwehrmann stehen. Ich fragte ihn, ob er da sei, um meinen Hund zu retten.“

Doch der Kamerad von der Löschgruppe Höingen aus der Nachbargemeinde Ense war eigentlich dort, um eine Übung vorzubereiten. „Sofort griff er zum Funkgerät und rief: ‘Umwandlung in Live-Einsatz’. Kurz darauf kamen direkt zwei Feuerwehrwagen angefahren“, berichtet Tobias Böcker vom schnellen Handeln der Feuerwehr. Da die Stelle, an der die Hündin vermutet wurde, sehr steil und nur schwer zugänglich war, seilte sich ein Feuerwehrmann mit Absturzsicherung zum Möhneufer ab und schaffte es schließlich, „Peaches“ zu befreien. 

Sorge verwandelt sich in Erleichterung

„Sie muss im Schlamm festgesteckt haben, denn sie war ganz dreckig, nass und völlig verstört, ihr Herzchen klopfte“, erinnert sich Tobias Böcker an den Moment, als sich bei ihm und seiner Mutter schließlich Sorge in Erleichterung verwandelte: „Wir haben sie gestreichelt, sie beruhigt und ihr gut zugeredet.“

Bei den Höinger Feuerwehrkameraden bedankten sich die beiden für das schnelle Eingreifen und die gelungene Rettung der geliebten Hündin. „Die Feuerwehrleute bedankten sich daraufhin für die super Übung. Der Abend verlief ja für sie auch anders als erwartet“, so Tobias Böcker. Die zwischenzeitlich eingetroffenen Rettungskräfte aus Neheim konnten unverrichteter Dinge wieder einrücken. Und „Peaches“? Nach einer gründlichen Dusche hat sie tief und fest geschlafen, um die Aufregung zu verarbeiten.

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