Forstliches Bildungszentrum für Waldarbeit und Forsttechnik wurde 1949 gegründet

"Grünes Klassenzimmer" im Arnsberger Wald feiert 70-jähriges Bestehen

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Das Berufsbild des Forstwirts hat sich in den vergangenen Jahrzehnten sehr gewandelt.

Arnsberg/Hochsauerland. Schon vor 70 Jahren hatten Forst- und Waldbauern mit dem Borkenkäfer zu kämpfen. Um diese und andere Aufgaben mit qualifizierten Menschen gezielt anzugehen, entstand 1949 die nordrhein-westfälische Waldarbeitsschule in Rinkerode bei Münster, die seit 1952 ihren festen Platz im „grünen Klassenzimmer“ mitten im Arnsberger Wald in Neheim hat.

Das Forstliche Bildungszentrum für Waldarbeit und Forsttechnik NRW (FBZ) ist Teil des Lehr- und Versuchsforstamts Arnsberger Wald. Seine Kernkompetenz sind die forstlichen Ausbildungsberufe in NRW. Darüber hinaus bietet es Forstunternehmen, Waldbesitzenden und Privatpersonen Seminaren zum Thema Waldarbeit und Forsttechnik. Für Interessierte richtet das FBZ den Zertifikatslehrgang Waldpädagogik aus. 

Deutlich gewandelt hat sich in den vergangenen Jahren das Berufsbild – vom Waldarbeiter zum Forstwirt – und unter anderem die Einführung der Motorsäge in den 60er Jahren habe die Arbeit enorm verändert. Künftig werde auch die Digitalisierung den Arbeitsalltag mehr und mehr prägen. Im Rahmen der Festveranstaltung widmeten sich Experten aus der Forstwirtschaft und Forstwissenschaft vor allem der Zukunft der Branche. In verschiedenen Fachvorträgen wurden unter anderem die Aspekte des Klimawandels, der Digitalisierung im Wald und die Innovationen in der Forsttechnik betrachtet, sowie der Frage nachgegangen, wie ein Forstbetrieb in der Zukunft aufgestellt sein muss und den Anforderungen der Zukunft weiter gerecht zu werden.

Beim Festakt: v.l.n.r.: Dr. Rainer Joosten, Umweltministerium NRW, Dr. Bertram Leder, kom. Leiter Forstliches Lehr- und Versuchsforstamt, Ralf Dreeke, Geschäftsführer Wahlers Forsttechnik, Uffenheim Prof. Dr. Alfred Ulrich, TH Köln Institut für Bau- und Landmaschinentechnik IBL Andreas Wiebe, Leiter Wald und Holz NRW Johannes Röhl, Leiter Wittgenstein-Berleburg’sche Rentkammer Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Umweltministerium NRW Thilo Wagner, Leiter Forstliches Bildungszentrum NRW Prof. Dr. Jürgen Roßmann, RWTH Aachen

„Den Folgen des Klimawandels und auch anderen Schäden im Wald- und Forstbereich können wir nur mit technisch versiertem und fachlich gut ausgebildetem Personal begegnen“, hob Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im NRW-Umweltministerium beim Festakt zum 70-jährigen Bestehen hervor. Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW ergänzte, dass das Bildungszentrum im Bundesvergleich hervorragende Kompetenzen aufweisen könne, derzeit werde das neue Kompetenzzentrum „Wald und Holz 4.0“ (Smart Forest Lab) aufgebaut. „Aber wir brauchen auch Akzeptanz für Waldarbeit. Wenn wir zum Beispiel mit großen Maschinen in den Wald fahren, dann machen für dies aus guten Gründen mit klugen Plänen, das heißt nicht gleich Kahlschlag“, so Wiebe weiter.

"Vielfalt ist unser Trumpf"

5000 Gäste verzeichnete das Bildungszentrum im vergangenen Jahr, 90 junge Menschen pro Jahr wollen Forstwirt werden (NRW-weit). „Die Ausbildungszahlen sind über die Jahre stabil. Unser Trumpf im Kampf um die Köpfe ist die Vielfalt, die der Beruf bietet“, so Thilo Wagner, Leiter des Forstlichen Bildungszentrums.

Übrigens: Wie vor 70 Jahren ist der Borkenkäfer bekanntlich auch aktuell ein bestimmendes Thema im Forst: Um eine andere Möglichkeit der Lagerung zu testen, erprobt Wald und Holz NRW derzeit ein Verfahren zur Lagerung ganzer Holzstapel in Folie. 

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