Wildwald-Försterin päppelt kleines Waschbärenkind auf

Auf dem Weg in die Freiheit

Der kleine Waschbär wird aktuell im Wildwald Voßwinkel von Försterin Anneli Noack aufgezogen.

Verlassen, unterkühlt und hilflos – so wurde ein winziger Waschbär kürzlich im Raum Arnsberg aufgefunden. Ein bisschen Glück hatte er dann doch in seinem bärigen Unglück, denn er „landete“ schließlich bei Wildwald- Försterin Anneli Noack.

Sie kümmert sich seit etlichen Jahren um aufgefundene Wildtiere, zieht sie groß – um sie nach Möglichkeit wieder auszuwildern. „Ich ziehe junge Tiere mehr oder weniger anonym und ohne trubeligen Publikumsverkehr groß. So haben sie die besten Möglichkeiten – ohne Stress – und ohne allzu starke Fehlprägung in freier Wildbahn zurecht zu kommen. Und das ist dann der schönste Moment und eine wunderbare Belohnung für durchwachte Nächte: Wenn man ein gesundes Wildtier in die Freiheit entlassen kann.“

Zuerst kommt der verwaiste Waschbär aber erst einmal unter die Wärmelampe. Regelmäßige Fütterungen mit Katzenaufzuchtsmilch, anschließende vorsichtige Bauchmassage und viel Ruhe und Schlaf – und so allmählich wird es aufwärts gehen mit dem 400 Gramm-Tierchen.

„Wildtier ist kein Kinderspielzeug“

„Waschbären gelten als schlau, intelligent und sehr anpassungsfähig“, berichtet Anneli Noack im Gespräch mit dem KURIER. „Hier im Wildwald haben wir auch freilebende Waschbären. Die Art breitet sich immer mehr aus.“ In den letzten Jahren seien daher auch häufiger vermeintlich hilflose Tiere aufgefunden worden. Die Expertin warnt jedoch davor, einen Waschbären mit nach Hause zu nehmen, um ihn dort zu pflegen oder aufzupäppeln: „Auch wenn es gut gemeint ist, häufig fehlt doch das Fachwissen, es wird falsches Futter gegeben oder Ähnliches. Ein Wildtier ist eben kein Kinderspielzeug“, macht sie deutlich.

Wer einen Waschbär oder ein anderen Wildtier findet, kann sich gerne an die Experten im Wildwald Voßwinkel wenden.

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