Presbyterium offen für Vorschläge

Gestaltungsbeirat diskutiert über künftige Nutzung der Neheimer Pauluskirche

Die Pauluskirche ist als geistliche Heimat für die Menschen bald nicht mehr verfügbar. Sie wird einer anderen Nutzung zugeführt. Foto: Gaby Decker

Neheim. Die zukünftige Verwendung der Pauluskirche in Neheim war eines der Themen der 24. Sitzung des Beirats für Stadtgestaltung. Daher trafen sich Bürger und Fachleute am Montag direkt im Gebäude an der Graf-Gottfried-Straße, wo Gundel Busse, Finanz- und Baukirchmeisterin des Presbyteriums der evangelischen Gemeinde in Neheim, zunächst noch einmal auf die Geschichte der Pauluskirche einging. Sie betonte, dass die Kirche geistige und geistliche Heimat für mehrere Generationen gewesen sei.

Stadtplaner Thomas Vielhaber bestätigte das. „Ich weiß, dass diese Kirche den Gemeindegliedern sehr am Herzen liegt.“ Heute sei man hier zusammengekommen, um herauszufinden, wie man den Weg beschreiten könne, um zu einer Entscheidung zu kommen. Heiner Farwick, Vorsitzender des Beirats, erklärte, dass die Diskussion um die Zukunft der Kirche offen geführt werden müsse. „Das, was wir hier erarbeiten, kann allerdings immer nur eine Empfehlung sein. Was letztendlich mit der Kirche geschieht, muss die Kirchengemeinde entscheiden.“ Pfarrer Arnoldi, der verschiedene Vorschläge aufzählte, die aber alle bei näherer Betrachtung und aus den unterschiedlichsten Gründen nicht durchführbar gewesen seien, erklärte, dass das Presbyterium für alle Möglichkeiten offen sei. Klaus Humpe, Vorsitzender des Bezirksausschusses Neheim, griff die Idee eines Kolumbariums wieder auf. Diese Idee war schon einmal im Gespräch gewesen, aber wieder verworfen worden, weil die Stadt die Kosten für zu hoch hielt. 

Kolumbarium oder Wohnungen? 

Klaus Humpe machte klar, dass die Menschen in der heutigen Zeit für ihre Angehörigen eine möglichst pflegeleichte Begräbnisstätte wünschten. „Der Raum der Kirche eignet sich sehr gut für ein Kolumbarium, außerdem kann das Außengelände mit einbezogen werden. Hier kann neben Rasenbestattungen noch ein Ewigkeitsbrunnen geschaffen werden. In solch einem Brunnen werden die Urnen, die nach 15 Jahren aus dem Kolumbarium herausgenommen werden müssen, dann wirklich für die Ewigkeit versenkt.“ Die Vertreter des Presbyteriums zeigten sich zwar von der Aufnahme der Idee angetan, erklärten aber gleichzeitig, dass die Finanzierung nicht in kirchlicher Hand liegen könne. Dies sei finanziell nicht zu stemmen. Von Architekt Andreas Fritzen kam der Vorschlag, einen deutschlandweiten Investoren-Wettbewerb auszuschreiben. Diese seien in der Lage, für eine Kirche mit einer solch hohen räumlichen Flexibilität Vorschläge zu erarbeiten. Die Landschaftsarchitektin Christine Wolf brachte die Überlegung in die Runde, hier für Menschen allen Alters Wohnungen zu schaffen. „Natürlich muss dann einiges an der Kirche um- und angebaut werden. Aber es könnte dann ein gemeinschaftlich orientiertes Wohnen entstehen und die Kirche bliebe als Ort der Gemeinschaft erhalten.“ Den Abschiedsgottesdienst zur Entwidmung der Pauluskirche feiert die Evangelische Kirchengemeinde Neheim am kommenden Sonntag, 28. Oktober, um 10 Uhr. Der Beirat für Stadtgestaltung trifft sich in regelmäßigen Abständen, um Empfehlungen für unterschiedliche Bauten innerhalb der Stadt auszusprechen. Der Beirat besteht aus Mitgliedern der Stadtverwaltung und externen Fachleuten.

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