Frau findet mit Drähten versehene Scheiben

Giftköder auf beliebter Hundewiese? Polizei ermittelt - und gibt Tipps

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Diese roten, runden Köder wurden auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Müschede gefunden.

Müschede - Hundehalter in Müschede machen sich Sorgen: Auf einer beliebten Hundewiese im Eulendorf wurden offenbar Rattengift-Köder gefunden. Die Polizei ermittelt nun, gibt aber auch vorsichtig Entwarnung.

Der Vorfall wurde in der Facebook-Gruppe "Müschede" veröffentlicht. Dort berichtete eine Nutzerin, dass sie an zwei Stellen am ehemaligen Truppenübungsplatz in Müschede "mit spitzen Drähten versehenen Köder" gefunden habe, von denen sie drei Fotos postete. Mittlerweile wurde der Beitrag im sozialen Netzwerk mehr als 800 Mal geteilt, um andere Hundehalter zu warnen (Stand 20. März, 12.46 Uhr).

Die Frau sammelte die runden, roten Köder ein und brachte sie direkt zur Polizei. "Es handelt sich vermutlich tatsächlich um Rattengift", erklärte Polizeisprecher Holger Glaremin auf Nachfrage. Deswegen prüfe die Kreispolizeibehörde den Fall nun sorgfältig. "Die Ermittlungen dauern an", heißt es aus Meschede.

"Noch viele Fragen offen"

Denn noch seien laut Glaremin "viele Fragen offen". So werde derzeit geprüft, ob die Köder vielleicht sogar dort ausgelegt werden dürfen. "Vieles deutet darauf hin, dass es sich um spezielle Köder für den landwirtschaftlichen Bereich handelt", sagte Polizeisprecher Sebastian Held. Diese würden in Betrieben, die mit Rattenbefall zu kämpfen haben, ausgelegt oder aufgehängt. Letzteres würde auch die Drähte in den Ködern erklären. Darüber hinaus prüfe die Polizei, ob es sich bei den Fundorten um ein Naturschutzgebiet handelt.

Auf diesem Bild sind die spitzen Drähte gut zu erkennen (für Vollbild oben rechts klicken).


Die gute Nachricht: "Bei uns haben sich bislang keine geschädigten Hundebesizter gemeldet", berichtete Holger Glaremin. Demnach seien derzeit auch (noch) keine Tiere zu Schaden gekommen. Grundsätzlich gibt die Polizei vorsichtig Entwarnung: "Wir sehen keine akute Gefahr für Hunde", erklärte Sebastian Held. Dennoch prüfen die Ermittler auch eine mögliche Strafbarkeit. Allerdings müsse ebenfalls noch geklärt werden, wie die Köder überhaupt auf die beliebte Hundewiese gekommen sind. 

Diese Tipps gibt die Polizei

Allerdings war der Truppenübungsplatz auf dem Spreiberg offenbar nicht der einzige Ort, an dem die roten "Scheiben" gefunden wurden. Am Dienstag teilte eine weitere Nutzerin in der Facebook-Gruppe mit, dass die auch am Müscheder Friedhof solche Köder gesehen habe. "Passt gut auf Eure Vierbeiner auf", kommentierte eine andere Nutzerin.

Um zu verhindern, dass Hunde durch solche Köder - ob mutwillig ausgelegt oder nicht - vergiftet werden, gibt die Polizei Tipps: "Wir raten Hundehaltern, ihre Tiere immer anzuleinen. Darüber hinaus sollten sie stets darauf achten, was die Hunde zu sich nehmen", sagte Holger Glaremin.

Hier wurden die Köder gefunden:

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