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„Glücksmoment“ mit Rikscha: Verein drehMomente möchte Mobilität für ältere Menschen schaffen

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Von: Daniela Weber

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Stolz auf ihr Konzept: Der Verein drehMomente Arnsberg möchte Mobilität für ältere Menschen schaffen. Das Foto zeigt die Gründungsmitglieder im März 2020 – vor der Corona-Pandemie. © Frank Albrecht

Mit einer Rikscha in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen zu Orten ihrer Wahl im Stadtgebiet von Arnsberg fahren und ihnen damit ein Lächeln ins Gesicht zaubern – dieses Ziel möchte der Verein drehMomente Arnsberg zukünftig in die Tat umsetzen. Die Initiatoren hoffen auf weitere Ehrenamtliche und Unterstützer.

Arnsberg – Ob eine Fahrt in das nächste Café, zum Einkaufen in die Stadt oder aber zur nächsten Sehenswürdigkeit, der Verein drehMomente möchte für „Glücksmomente und schöne Erlebnisse“ sorgen.

Getreu dem Motto „Jeder Mensch hat das Recht auf Wind in den Haaren“ (siehe Infokasten) möchten die Initiatoren älteren Menschen ermöglichen, mehr aus ihren eigenen vier Wänden herauszukommen und zeigen, „dass das Leben im Alter noch voller Freude sein kann“.

Jungfernfahrt mit 100-Jährigem

„Unser Ziel ist es Mobilität zu schaffen und Lebensqualität zu schenken“, fasst Barbara Köster-Ewald, Vorsitzende von drehMomente Arnsberg, im Gespräch mit dem SauerlandKurier die Idee zusammen. Was den Initiatoren nun noch fehlt, ist eine Fahrradrikscha. Die Anschaffung der ersten Rikscha, die mit einem Elektromotor betrieben sein wird, ist durch Fördermittel aus dem Leader-Programm gesichert. „Wir hoffen, dass uns unsere erste Rikscha im September zur Verfügung steht. Das ist unser Ziel.“

Wer als erster Fahrgast die Jungfernfahrt im Arnsberger Stadtgebiet bestreiten wird, steht auch schon fest: „Ein 100-Jähriger. Er freut sich schon riesig“, sagt Köster-Ewald mit einem strahlenden Lächeln.

Auf Basis von Spenden

Die Fahrten mit der Rikscha sollen auf Basis von Spenden durchgeführt werden. So kann zum Beispiel ein Enkel für seine Oma gegen eine Spende eine Fahrt buchen. Geplant sind Routen im gesamten Arnsberger Stadtgebiet. Wichtig dabei: „Es sollten schon Strecken sein, die gut zu meistern sind. Also zu enge oder holprige Wege kommen nicht in Frage. Und die Fahrgäste sollen natürlich auch etwas zu sehen bekommen.“

Damit die Fahrten mit der Rikscha getätigt werden können, sucht der Verein zurzeit noch ehrenamtliche Fahrer. „Zwei bis drei Leute haben wir schon. Die sind auch schon total enthusiastisch, an einem solchen Projekt teilzuhaben“, freut sich Barbara Köster-Ewald. Wer als ehrenamtlicher Lenker den Verein unterstützen möchte, muss vorab eine Schulung durchlaufen: „Die Rikscha ist recht sperrig in Kurven. Dafür muss man dann erst einmal ein Gefühl bekommen, auch das Bremsen muss natürlich gelernt sein“, betont die Vorsitzende.

Soziale Fähigkeiten wichtig

Doch nicht nur auf die praktischen Fahrkenntnisse komme es bei den Fahrern an. Auch die sozialen Fähigkeiten hätten eine hohe Bedeutung: „Der Umgang mit älteren Menschen wird auch geschult. Die jungen Leute müssen Empathie für die älteren Menschen zeigen.“

Glücksmomente Rikscha Arnsberg
Glücksmomente schaffen – mit einer solchen Rikscha sollen bald auch im Stadtgebiet Arnsberg ältere Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, an Orte ihrer Wahl gebracht werden. © Radeln ohne Alter Deutschland

„Brücken zwischen den Generationen schaffen“

Dass sich vor allem auch junge Menschen für das Projekt begeistern lassen, hoffen die Initiatoren sehr, denn es gehe auch darum „Brücken zwischen den Generationen zu schaffen“. Eine Idee, wie sie bei Schülern auf sich aufmerksam machen können, haben sie auch schon parat: „Wir möchten unser Konzept in den weiterführenden Schulen vorstellen und auf diese Weise Jugendliche motivieren.“ Natürlich seien auch Erwachsene als Fahrer gerne gesehen.

Mithilfe eines Kalenders möchte der Verein dann zukünftig einen Überblick über freie Fahrten schaffen. Fahrten mit der Rikscha sind alleine oder auch zu zweit möglich. „Unser Wunsch ist es, dass die Menschen mit einem strahlenden Lächeln aus der Rikscha steigen und fragen, wann sie das nächste Mal mitfahren können“, so Barbara Köster-Ewald abschließend.

„Radeln ohne Alter“

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