Anwohner versorgen Feuerwehrleute

Großbrand auf Bauernhof: Polizei ermittelt wegen Brandstiftung - so hoch ist der Schaden

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Wennigloh - Großeinsatz für die Feuerwehr in Wennigloh: In der Scheune eines Bauernhofes sind am Dienstagvormittag Strohballen in Brand geraten, das Feuer hat auf das Gebäude übergegriffen. Die Feuerwehr war bis in die Nacht im Einsatz. Nun gibt es erste Erkenntnisse zur Brandursache.

Update 21. August, 11.06 Uhr: Die Polizei hat am Mittwochvormittag auf Nachfrage erste Erkenntnisse zur möglichen Ursache des Großbrandes auf dem Bauernhof in Wennigloh bekanntgegeben. Demnach werde wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt. Das Feuer sei laut Polizei mutmaßlich aufgrund von Arbeiten auf dem Hof ausgebrochen. "Ein technischer Defekt kann als Ursache ausgeschlossen werden", sagte Polizeisprecherin Laura Burmann. Auch zur Schadenshöhe haben die Ermittler Angaben gemacht. Diese liegt im "mittleren sechsstelligen Bereich". 

Für eine schöne Geschichte von der Einsatzstelle sorgten unterdessen die Wennigloher Bürger: Wie ein Feuerwehrmann, der bei dem Großbrand auf dem Bauernhof im Einsatz war, in einer Facebook-Gruppe berichtete, hätten diese die Einsatzkräfte sehr gut unterstützt. Demnach hätten die Anwohner sie +während der Löscharbeiten mit Speisen und Getränken versorgt. "Darüber haben wir uns sehr gefreut und wir bedanken uns bei den Bewohnern Wenniglohs ganz herzlich", schreibt der Feuerwehrmann. 

Lesen Sie hier unsere ursprüngliche Berichterstattung:

Die Einsatzkräfte wurden gegen 11.15 Uhr zu "brennenden Strohballen" zu dem Bauernhof in der Straße "Am Loh" alarmiert. Vor Ort stellte sich allerdings heraus, dass das Feuer von den Strohballen bereits auf die Scheune übergegriffen hatte, in der die Ballen gelagert waren. Eine große Rauchsäule war sogar in weiteren Arnsberger Stadtteilen sichtbar.

Bei Eintreffen der ersten Kräfte stand das Gebäude bereits in Vollbrand. "Unser Einsatz hat sich dann schnell darauf konzentriert, ein Übergreifen der Flammen auf das angrenzende Wohnhaus zu verhindern. Von der Scheune war schon nichts mehr zu retten", erklärte Feuerwehrsprecher Patrick Robel.

Dazu baute die Feuerwehr eine Riegelstellung auf, die erfolgreich verhinderte, dass das Haus durch das Feuer in Mitleidenschaft gezogen wurde. "Es handelt sich aber um ein sehr offenes Gebäude, daher wird sicher Schaden durch den Rauch entstanden sein", mutmaßte Robel. 

Keine Menschen und Tiere zu Schaden gekommen

Weil der Gebäudekomplex unter Umständen einsturzgefährdet war, war zunächst nur ein Außenangriff möglich. Diesen nahmen die Einsatzkräfte - zum Teil unter Atemschutz - allerdings von allen Seiten des Gebäudes vor. Örtliche Landwirte sowie die Stadtwerke Arnsberg unterstützten die Feuerwehr bei der Versorgung mit Löschwasser.

Die gute Nachricht: Weder Menschen noch Tiere sind bei dem Brand zu Schaden gekommen. Die in dem landwirtschaftlichen Betrieb lebenden Kühe wurden allesamt rechtzeitig auf einer Weide in Sicherheit gebracht und mussten mit ansehen, wie ihre "Unterkunft" den Flammen zum Opfer fiel. 

Etwa 90 Kräfte im Einsatz

Die Arnsberger Feuerwehr war zu Spitzenzteiten mit mehr als 100 Kräften und 24 Fahrzeugen im Einsatz. Vor Ort waren neben den beiden Hauptwachen aus Arnsberg und Neheim die Löschzüge Bruchhausen/Niedereimer und Arnsberg, die Löschgruppen Wennigloh und Müschede sowie der Fernmeldedienst, die Wehrführung und der Einsatzführungsdienst. Auch Polizei und Rettungsdienst waren am Brandort im Einsatz. 

Wie die Polizei via Twitter mitteilte, waren die Straßen rund um die Einsatzstelle in Wennigloh zum Teil gesperrt. Die Nachlöscharbeiten zogen sich noch bis in die Nacht hin. Die Feuerwehr forderte dafür einen Bagger an, der die Strohballen nach und nach aus der Scheune holte und auseinanderzog. "Da der Giebel des Gebäudes einsturzgefährdet ist, schicken wir niemanden in die Scheune", erklärte Patrick Robel. Bis zum Nachmittag waren die Brandschützer in "voller Mannschaftsstärke" vor Ort, nach erfolgten Aufräumarbeiten rückten aber nach und nach die ersten Einheiten ab.

Wie das Feuer in dem Wennigloher Bauernhof ausgebrochen ist, ist noch völlig unklar. Wie Patrick Robel berichtete, habe die Kriminalpolizei die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Großbrand auf Bauernhof in Wennigloh: Die Bilder

Großbrand auf Bauernhof: Scheune fällt Flammen zum Opfer

Video von der Einsatzstelle

Hier brannte die Scheune:

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