„Vorzeigeprojekt in NRW“

Feierliche Grundsteinlegung in der Rodentelgenkapelle Bruchhausen

Die Grundsteinlegung an der Rodentelgenkapelle nahm Dr. Bettina Heine-Hippler vor. Neben ihr Dieter Ischen, der das Ganze mit Mörtel verfüllte.

Bruchhausen. Es war ein Festtag für Bruchhausen (Arnsberg) und besonders für diejenigen, die die Renovierung der Kapelle voran gebracht haben. Die Grundsteinlegung am vergangenen Montag hatte viele Bruchhausener Bürger, aber auch zahlreiche Ehrengäste in der Rodentelgenkapelle zusammen gebracht. Die Feierstunde, in der die Grundsteinlegung erfolgte, begann mit dem Schlagen der alten Glocke.

Einige Kinder des Kindergartens St. Maria Magdalena sangen das Lied vom fleißigen Handwerker. Der erste Vorsitzende des Fördervereins Rodentelgenkapelle, Meinolf Reuther, begrüßte die Gäste und gab seiner Freude Ausdruck, die alte Glocke endlich wieder zu hören. „Es wurde in den vergangen Jahrhunderten mehrfach versucht, diese Kapelle dem Verfall Preis zu geben“, so Reuther, aber es gab immer „guter Leute Hilfe, die es instand gebracht haben“, so das Zitat Reuthers, das er allerdings auf Plattdeutsch zitierte. Bürgermeister Hans-Josef Vogel machte in seinem Grußwort deutlich, dass die 1424 erstmalig erwähnte Kapelle auch eine große Bedeutung als Wallfahrtsort gehabt habe. Durch die Renovierung entstünde nun aber auch ein vitaler Ort des Zusammenlebens. Dr. Bettina Heine Hippler von der LWL Denkmalpflege, zeigte sich erleichtert darüber, dass man nun endlich am Ziel angelangt sei. „Wir müssen immer Respekt vor dem haben, was andere erschaffen haben“, und, so fuhr Heine-Hippler fort, „ Wir haben nicht zu viele Denkmalbauten, wir haben nur nicht genug Ideen.“ Dr. Eckhard Uhlenberg, Vizepräsident des Landtages überbrachte ein Grußwort der NRW-Stiftung. Er lobte die Ehrenamtler, die dieses Projekt auf den Weg gebracht hatte. Grundsteinlegung soll Zeichen setzen Nachdem die jungen Bläser der Grundschule die „Ode an die Freude“ gespielt hatten, wurde die Rolle vorbereitet, die eingemauert werden sollte. Den Spruch zur Grundsteinlegung verlas Edwin Müller vom Förderverein, (hier ein Auszug davon: Liebe Kapelle, du bist schon alt, du wirst noch lang hier stehen. Hier suchten viele Menschen Halt, du wirst du noch viele sehen). „Mit der Grundsteinlegung“, so Edwin Müller auf Nachfrage des SauerlandKurier , „soll ein Zeichen dafür gesetzt werden, dass es vielschichtige Nutzungen und damit eine sichere Zukunft für diese Kapelle gibt. Es hat auch schon einige Anfragen von Vereinen – zum Beispiel Chören – gegeben, die gerne den Raum der Kapelle nutzen wollen.“ Dr. Heine-Hippler hatte den Anstoß zur Grundsteinlegung gegeben. „Die Rodentelgenkapelle ist inzwischen zu einem Vorzeigeprojekt in NRW geworden“, so Dr. Bettina Heine-Hippler. Pfarrer Daniel Meiworm segnete alles, dann wurde die Rolle mit der aktuellen Tageszeitung, einer Urkunde und einer Konkretisierung der Finanzen befüllt. Dr. Heine-Hippler legte die Rolle in das dafür vorbereitete Fach in der Mauer und der zweite Vorsitzende Dieter Ischen verfüllte mit einer kleinen Schaufel und etwas Mörtel den Spalt. Mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Ein Haus voll Glorie“ ging die Feierstunde zu Ende.

Hintergrund

Im Jahr 1424 wurde die Rodentelgenkapelle in Arnsberg-Bruchhausen erstmalig erwähnt. Als Wallfahrtskirche und Gotteshaus für die Einwohner Bruchhausens hat sie eine lange Geschichte hinter sich. 2009 gründete sich ein Förderverein, um die Kapelle vor dem Verfall zu retten und sie neuen Bestimmungen zuzuführen.  Vor wenigen Wochen überreichte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) einen symbolischen Fördervertrag über 80.000 Euro für die  Gesamtinstandsetzung der Rodentelgenkapelle. Um den unaufhörlichen Verfall der Kapelle zu stoppen, sorgt der Förderverein mit sehr viel Eigeninitiative dafür, dass sie für die Zukunft erhalten bleibt und neu belebt wird.

www.rodentelgenkapelle.de

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