Positive Jahresbilanz der Pfarreien in Hüsten und Neheim

Auf einem guten Weg

„Machet die Tore weit“ sangen die Kirchenchöre in der Messe, als Prälat Thomas Dornseifer aus Paderborn (r.) die Urkunde der Pastoralvereinbarung für die Pfarrei St. Johannes Baptist Neheim und Voßwinkel dem Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Josef Epping (Mitte) und Michael Filthaut vom Kirchenvorstand überreichte. Foto: Gaby Decker

Rund ein Jahr ist es her, dass in Hüsten aus sechs Pfarreien mit acht Kirchen die Katholische Pfarrei St. Petri Hüsten und in Neheim aus fünf Pfarreien mit sieben Kirchen die Pfarrei St.

Johannes Baptist Neheim und Voßwinkel entstanden ist. Ein langer Prozess der Vorbereitung ging dieser Neuordnung der pastoralen Räume voran. Nun wird seit zwölf Monaten in den neuen Pfarreien gearbeitet und gelebt. Im Gespräch mit dem SauerlandKurier ziehen Pfarrer Dietmar Röttger für Hüsten und Pfarrer Stephan Jung für Neheim eine erste Bilanz.

Die wichtigste Nachricht direkt vorweg: bei beiden fällt das allgemeine Fazit positiv aus. Beide können keine großen Negativ-Stimmungen ausmachen. Und auch der Blick ins Detail zeigt, dass die Zusammenarbeit in den großen Pfarreien an vielen Stellen gut funktioniert.

Pfarrer Dietmar Röttger berichtet: „Im März wurden in die Gremien (Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat) engagierte Personen gewählt, die auf einen guten Weg gekommen sind. Etwa seit den Sommerferien gibt es rund um jeden Kirchturm sogenannte Gemeindeteams, die regional arbeiten, Dinge koordinieren und sozusagen die Gesichter der Gemeinde vor Ort sind.“ Die Befürchtung, dass das kirchliche Leben zu zentral organisiert werde, habe sich so nicht bewahrheitet.

Dies bestätigt auch Pfarrer Stephan Jung. „Mit unserem Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat wurden zwei Gremien gewählt, die mit großer Kompetenz, Ernsthaftigkeit und Engagement die Aufgaben der Gemeinde mittragen. Gemeindeausschüsse an den einzelnen Kirchtürmen haben sich fast überall etabliert.“ Die Zusammenarbeit funktioniere zur Zufriedenheit, auch wenn Verbesserungen immer möglich seien.

Unter anderem die Gottesdienstzeiten wurden vor einem Jahr neu geordnet. An diesem Konzept werde nun auch nichts mehr verändert, auch wenn die 12 Uhr-Sonntagsmesse in Herdringen nicht so als Familiengottesdienst genutzt werde, wie gedacht. Andererseits habe sich die Messe um 17 Uhr im Kloster Oelinghausen gut etabliert, wie Pfarrer Röttger berichtet. „Etwa zu 95 Prozent gehen die Menschen in ihrem Ort in die Kirche, in der Klosterkirche und in St. Petri mischt es sich schon eher.“ Schließlich ermöglicht die neue Gottesdienstordnung auch die Option, zu unterschiedlichen Zeiten Messen zu besuchen. Familien mit vielen Terminen können so beispielsweise flexibler planen, auch was die Taufe betrifft. „Wir taufen jeden Sonntag in einer anderen Kirche. Die Hälfte der Familien wählt eher die Kirche aus, die andere Hälfte eher den Termin“, so Röttger. Auch in Neheim sei eine ausgewogene Gottesdienstordnung geschaffen worden. „Zwischen Voßwinkel und Moosfelde haben die Menschen die Möglichkeit, neun unterschiedliche Sonntagsmessen zu besuchen“, so Pfarrer Stephan Jung. Übrigens habe sich auch die Sakramentsvorbereitung der Kommunion und Firmung, die nun in beiden Pfarreien unter einem großen Dach steht, bewährt und Abläufe vereinfacht.

Spürbare Arbeitsverdichtung

Dadurch dass die Fäden nun alle in St. Petri Hüsten zusammenlaufen, sei eine Arbeitsverdichtung im Pfarrbüro spürbar, auf die Pfarrer Röttger in den nächsten Monaten genauer schauen möchte. „Wir haben auch hier ein sehr engagiertes Team, das allerdings aufgrund der Fülle der Kontakte am oberen Limit arbeitet.“

Neben organisatorischen Abläufen und Synergien durch die Neuordnung bleibe wie Pfarrer Stephan Jung hervor hebt, die eigentliche Herausforderung die Verkündigung des Evangeliums. Für ihn geht es hier besonders darum, die Menschen, egal ob sie regelmäßig, selten oder gar nicht in die Kirche gehen, zu erreichen.

„Haus der offenen Tür sein“

Das erste Jahr der neuen Pfarrei stand in Neheim unter dem Titel „Machet die Tore weit“ und dies ist auch der Leitsatz für die Zukunft. „Wir möchten ein Haus der offenen Tür sein, daher sind beispielsweise die Kirchen an jedem Tag geöffnet. Andersrum ist es wichtig, dass auch wir nach draußen gehen und Kontakt zu den Menschen aufnehmen.“ Eine Initiative ist beispielsweise, dass das pastorale Team jungen Menschen zu ihrem 18. Geburtstag einen Besuch abstattet. „Geöffnete Türen“ gebe es auch in den Köpfen, was etwa die Kooperationen von kfd, Caritaskonferenzen oder Kirchenmusikern angehe. Als weiteres „offenes Portal“ hat die Neheimer Pfarrei seit einiger Zeit eine neue Homepage.

Auch die Pfarrei St. Petri hat eine neue Homepage. Um die Menschen in den Gemeinden über Vorgänge in der Pfarrei zu informieren, gab es Ende 2013 außerdem eine Sonderausgabe der „Petri Post“, die in einer Auflage von 9.000 Stück an alle katholischen Haushalte verteilt wurde. Hierin bilanziert Pfarrer Dietmar Röttger: „Ein spannender Weg, der alle Beteiligten viel Kraft gekostet hat, aber, so wie ich es wahrnehme, die Freude am Glaube neu geweckt und die Zuversicht gestärkt hat, dass wir auch in sich wandelnden Zeiten gemeinsam Glauben leben, bezeugen und feiern können.“ (Von Rebecca Rath, neheim@sauerlandkurier.de)

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