"Wichtige Ergänzung zu vorhandenen Förderprogrammen"

Heimat-Preis Arnsberg würdigt erstmals Initiativen zur Stärkung des Geschichtsbewusstseins

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Für ihren Erfolg in der heimatkundlichen Arbeit dankte Bürgermeister Ralf Paul Bittner (2.v.re.) zusammen mit den Laudatoren aus dem Rat den Vertretern der Vereine.

Arnsberg  Erstmals wurde jetzt in Arnsberg der „Heimat-Preis“ verliehen. Im Bürgerzentrum Bahnhof Arnsberg zeichnete Bürgermeister Ralf Paul Bittner zusammen mit den anderen Laudatoren von Rat und Ausschüssen der Stadt engagierte Initiativen aus, die sich mit ihrem Wirken um die Bewahrung von Heimat einerseits und das Lebendighalten von Geschichte andererseits verdienst gemacht hatten.

Der erste Preis, der mit 3000 Euro dotiert ist, ging an den Verein „Erhaltet den Eichholzfriedhof“, der unter der Leitung von Dr. Norbert Baumeister steht. Bürgermeister Ralf Paul Bittner lobte als erster Laudator das Wirken des Vereins „Erhaltet den Eichholzfriedhof“, der die Grabstätten mit hohem Engagement seit Monaten vor dem Verfall bewahrt hat. Dabei sind Grabmale, Mauern oder Eisengitter instand gesetzt worden. Zudem wurden zu den Grabmalen die Geschichten der Beerdigten recherchiert. „Dort kann man die Stadtgeschichte hautnah erleben“, würdigte der Bürgermeister. 

Zur Verleihung des Heimat-Preises hatte sich die Stadt Arnsberg einer Initiative des Landes Nordrhein-Westfalen und konkret der Ministerin Ina Scharrenbach angeschlossen. „Der Heimatpreis wird nicht in jeder Kommune verliehen“, betonte Bürgermeister Bittner vor den Gästen, in Arnsberg werde das bürgerschaftliche Engagement aber schon seit Jahren groß geschrieben. Bitter erklärte, dass die finanzielle Ausstattung des Heimat-Preises aus Mitteln des Landes komme, das dafür 150 Millionen Euro bis 2022 bereit gestellt habe. Der Preis sei eine wichtige Ergänzung der vorhandenen Heimat-Förderprogramme wie dem Heimat-Scheck oder der Heimat-Werkstatt. 

Um Heimatgeschichte verdient gemacht

Für eine Beurteilung der Arbeit der Initiativen ist ein Zeitraum von 2015 bis 2018 betrachtet worden. Aus einem Kreis von zwölf Bewerbern hat die mit Vertretern von Rat und Ausschüssen sowie Stadtarchivar Michael Gosmann besetzte Jury die drei Hauptpreise gewählt, die sich wegen eines doppelten dritten Preises auf vier Initiativen verteilen. Zudem seien wegen der Vielzahl überzeugender Beiträge noch drei Sonderpreise vergeben worden. In allen Fällen ausgezeichnet wurden Initiativen, die sich „in herausragender Weise um die Recherche beziehungsweise Darstellung der Heimatgeschichte Arnsberger beziehungsweise ihrer Ortsteile verdient gemacht haben“, heißt es in der Begründung der Stadt. 

Über die Arbeit und den persönlichen Einsatz von Abbé Franz Stock informiert eine Wanderausstellung unter dem Titel„Franz Stock – Versöhnung durch Menschlichkeit“, die den zweite Platz erreichte. Peter Blume, Vorsitzender des Ausschusses für Kultur, Tourismus, Weiterbildung und Sport, hob die persönlichen Fähigkeiten Franz Stocks hervor und lobte zugleich den Einsatz des Franz-Stock-Komitees. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert. 

Gegenwart genießen und in Geschichte eintauchen

Der dritte Platz des Heimat-Preises Arnsberg wurde schließlich doppelt vergeben: Mit je 500 Euro wurden der Förderverein Rodentelgenkapelle Bruchhausen für den Erhalt und die Wiedereröffnung des historischen Denkmals im Ortsteil sowie der Heimatbund Neheim-Hüsten für seine schriftliche Dokumentation „Wahlen und Wähler in Hüsten während der Weimarer Republik“ in den Heimatblättern ausgezeichnet. Laudatorin Margit Hieronymus, stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Kultur, Tourismus, Sport und Weiterbildung, hob hervor, dass auch hier die Entscheidung für die Jury schwer gefallen sei. Überzeugt habe aber unter anderem die Tatsache, dass die Wiederherstellung der Rodentelgenkapelle nur durch viele Unterstützer auf verschiedenen Gebieten möglich geworden sei. In dem neuen Veranstaltungsort für die ganze Stadt könne man nun lebendige Heimatgeschichte erleben, Gegenwart genießen und zudem in die Geschichte eintauchen. Für den zweiten Teil des dritten Heimatpreises sei der Heimatbund Neheim-Hüsten zurecht ausgezeichnet worden. Er habe in seiner Dokumentation erschreckende Erkenntnisse über lokale NSDAP-Größen in der Stadt geliefert. 

Die mit jeweils 300 Euro dotierten Sonderpreise gingen an den Arbeitskreis Dorfgeschichte Holzen für das Projekt „Homebase Dorfarchiv – Aus (Dorf-)Geschichte (Dorf-)Zukunft machen“. Ferner freut sich der Arbeitskreis Dorfgeschichte Voßwinkel über eine Würdigung seiner „Dorfgeschichtstafeln“ im Ort. Letztlich wurde auch das Forum Herdringen für die Idee der „Herdringer Postkarten“ ausgezeichnet. Als Lobredner hob Frank Dietzel, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Soziales, allgemeine Bürgerdienste und bürgerschaftliches Engagement, die in allen Fällen gezeigte große Verbundenheit zu Dorf- und Heimatgeschichte sowie deren Öffnung für die Allgemeinheit hervor.

Für den Heimat-Preis Arnsberg hatten sich insgesamt 12 Initiativen aus der Stadt beworben Eine Übersicht über alle Initiativen im Wettbewerb ist für die nächsten drei Wochen auf Stelltafeln im Foyer des Rathauses zu sehen

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