Forum Herdringen arbeitet an Pfad mit sieben Stationen 

„Heinrich-Knoche-Welt“ in Herdringen soll an großen Rechenmeister erinnern

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Am Heinrich-Knoche-Platz steht bereits die eine Büste des Rechenmeisters, wie Bernd Morlock, Meinolf Strackbein und Walter Eickel zeigen.

Herdringen - Die bleibenden Erinnerungen an Heinrich Knoche sind in Herdringen noch recht spärlich gesät: Eine Info-Tafel an der alten Schule im Dorf weist auf den großen Rechenmeister aus der Heimat hin, ein „Heinrich-Knoche-Platz“ ehrt den Menschen mit einer Büste. Da geht noch mehr, haben sich die eifrigen Herdringer gesagt und die Idee der „Heinrich-Knoche-Welt“ ins Leben gerufen. Dank Leader sowie des Engagements der BürgerStiftung Arnsberg, die für Finanzmittel des Landes NRW über das Heimatzeugnis Pate stand, soll schon in Kürze mehr geschehen.

„Mit Blick auf die alte Infotafel an der Schule haben wir uns gedacht, dass da doch noch mehr sein muss“, sagt Meinolf Strackbein vom Forum Herdringen. So habe man nach längerer Recherche einen Enkel Knoches ausfindig gemacht und über den Kontakt zur Familie Original-Schriftstücke aus dem Nachlass bekommen.

Und nicht erst mit der Aufstellung des Denkmals für den Rechenmeister auf dem einstigen Dorfplatz, der jetzt Heinrich-Knoche-Platz heißt, ist allen klar: „Das war die bedeutendste Persönlichkeit im Ort und auch noch darüber hinaus“, ist Strackbein überzeugt. Heinrich Knoche war in Herdringen aber nicht nur Mathematiker und ein Lehrer, der diesen Stoff und vor allem seine Didaktik an die Schüler vermittelt hat. „Er war sehr vielseitig in der Gemeinde unterwegs“, ergänzt Walter Eickel beim Rundgang zu den geplanten Stationen im alten Dorf. 

Förderung durch Leader und Heimatzeugnis

Knoche hat Bienen gezüchtet, eine Theatergruppe gegründet, war Küster und Organist in der Kirche und nicht zuletzt auch der erste Dirigent des Hüstener Gesangvereins, der einst in Herdringen probte. Für das Forum Herdringen, das sich um die Aufarbeitung der Herdringer Dorfgeschichte kümmert, sind Leben und Wirken des Gelehrten Anlass genug, sich damit zu beschäftigen. „Wir hatten schon 2017 mit der Stadt gesprochen, um mit der Idee den Ortsteil aufwerten zu können“, erinnert sich Ortsheimatpfleger Bernd Morlock. Über das Leader-Programm konnte sich dann ein Planungsbüro mit der Ausführung beschäftigen, für die nun anstehende Umsetzung der Ideen komme im zweiten Schritt das so genannte Heimatzeugnis und die finanzielle Förderung von mehr als 134.000 Euro zum Tragen, so Morlok. 

An der alten Schule erinnert schon eine Tafel an den Herdringer Lehrer. Walter Eickel, Meinolf Strackbein und Ortsheimatpfleger Bernd Morlock sind mit Blick auf die „Heinrich Knoche-Welt“ sehr guter Dinge.

Insgesamt sieben Stationen soll der Lehrpfad in der neuen Heinrich-Knoche-Welt bekommen, diesen komplett abzulaufen und alle Informationen mit zu nehmen könne rund 45 Minuten dauern. An allen Stationen geben speziell entworfene Stelen mit Fotos und Texten Hinweise zu Knoches Leben und Wirken. So sollen die künftigen Besucher an der Kirche in Herdringen einen Ankunftsplatz für die Heinrich-Knoche-Welt finden. „Hier sind die ersten Informationen zur Idee und zum Leben Knoches im Dorf Herdringen geplant“, beschreibt Morlock. Gleich hinter der Kirche gibt´s die nächsten Infos. Weiter soll es dann zur alten Schule in Herdringen geben, an der jetzt schon eine Erinnerungstafel angebracht ist. Neben einer erklärenden Steele soll ein überdimensionaler Rechenschieber (Abakus) dazu kommen. 

Der alte Speicher im Dorf ist ein Hingucker. Vielleicht, so hofft Walter Eickel, wird er einmal zum Museum für Heinrich Knoche.

Die vierte Station wird am alten Kornspeicher in Herdringen entstehen, in dem einst auch der Dorfschmied gearbeitet hat. Das alte Gebäude könnte später sogar ein kleines Museum zu Heinrich Knoche beherbergen, hofft das Forum Herdringen. An der fünften Station, sollten vor allem Kinder spannende Einblicke in das Leben und Wirken Heinrich Knoches bekommen. Ein „View-Master“ zeigt ihnen verschieden alte Fotos aus dem Leben des Lehrers. Fast schon am Ende angekommen, findet sich die sechste Station am Dorfmodell von Herdringen, das 2010 zum Jubiläum entstanden ist. Auf der dortigen Info-Steele ist Interessantes zum Wirken Knoches als Gärtner geplant. Abschluss und Höhepunkt des Rundgangs ist am jetzt schon vorhandenen „Heinrich-Knoche-Platz“, der schon seit langer Zeit der Dorfplatz ist. 

Spielplatz soll Mehrgenerationenplatz werden

Der zentrale Ort in der Heinrich-Knoche-Welt soll unter anderem als Pausenplatz für Besucher dienen, die auch mit dem Fahrrad nach Herdringen kommen. „Hier wird auch eine neue Pflasterung mit dem Satz des Pythagoras entstehen“, freut sich der Ortsheimatpfleger. Der bereits vorhandene Spielplatz soll zu einem Mehrgenerationenplatz werden, die vorhandene Büste mit einem neuen Info-Tisch und Stelen aufgewertet werden. Geplant ist auf der Grünfläche auch ein Vereinsbaum im Design des gesamten Lehrpfads, an dem für alle 36 Herdringer Vereine Platz ist. Die Umsetzung könnte unter Federführung des Vereinsrings Herdringen noch in diesem Jahr starten.

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