Betrachter tauchen selbst in Kunstwerke von Dennis Rudolph ein

Hololens-Brille macht Gemälde im Kunstverein Arnsberg erlebbar

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Der Künstler Dennis Rudolph versetzt den Betrachter mit seinen Malereien und der dazugehörenden Hololens-Brille in Erstaunen.

Arnsberg. Der Künstler Denis Rudolph bringt die Menschen zum Staunen. Er setzt ihnen eine Hololens-Brille auf, stellt sie vor seine barocken Gemälde und sie verschwinden mit ihrer Wahrnehmung in einer anderen Dimension. Vom heutigen Freitag bis zum kommenden Sonntag, 23. September, gibt es im Kunstverein in Arnsberg diese Ausstellung, die im Zusammenhang nur mit einer Hololens-Brille zu betrachten ist.

Dennis Rudolph ist einer der Pioniere, der die Verbindung von Malerei und dem Medium der Augmented Reality (erweiterte Realität) eingeht und nach eigenen Angaben der erste, der in dieser Art und Weise damit arbeitet. Er bringt nun einen Teil seiner Arbeit nach Arnsberg. Rudolph wählt für seine Arbeiten barocke Motive aus. Die Bilder, die im Kunstverein an den Wänden hängen, zeigen barocke Engel. Setzt man die Brille auf, steigen die Engel aus ihrem Rahmen. Sie schweben in der Luft, man kann um sie herum oder näher heran gehen, dann wird der Engel nur ausschnittweise gesehen, entfernt man sich ein paar Meter, zeigt er sich in seiner vollen Größe. 

"Mit der Brille gelingt die perfekte Illusion"

Seine Arbeitsweise erklärt der Künstler so: „Ich arbeite in der Regel an beiden Dingen. Ich male auf der Leinwand und male auch mit einer Brille. Es ist eine andere Brille, als die, die ich hier mit gebracht habe. Ein spezielles Programm erlaubt es, dass ich mit den Händen virtuell male. Ich setze die Brille auf, nehme eine virtuelle Farbpalette, die ich mir auf den Handrücken setze, einen virtuellen Pinsel und beginne mit der Hand in der Luft zu zeichnen. Dadurch entstehen Skulpturen, die einerseits als ganz normale Gemälde auf der Leinwand zu sehen sind, so wie wir es gewohnt sind, aber die Hololens-Brille verhilft uns zu einem ganz neuen Sehen. So entsteht die Mischung von Realem und Virtuellem, und durch die barocken Motive, bei denen die Illusion eine große Rolle spielt und schon immer gespielt hat, gelingt mit der Brille die perfekte Illusion.“ 

Die Programm für die Brille programmierte Dennis Rudolph gemeinsam mit Enno Henze. „Ohne seine Hilfe hätte ich das alles nicht verwirklichen können.“ Die realen Bilder, die in der Ausstellung zu sehen sind, wurden einem Projekt in Hamburg entliehen. Hier entstand für das virtuelle Ereignis eine dramatische Opera in sieben Akten. Die Musik dazu schrieb Justin Polisky. Diese Oper wird jetzt in einzelnen Szenen im Kunstverein aufgeführt. „Die Musik von Wagner vermischt sich mit der heutigen Popkultur“, erklärt Kurator Vlado Velkov, der auch daran erinnert, dass diese völlig neue und interessante Art der Ausstellung auch für Familien gedacht sei. „Ich glaube, dass dieses neue Sehen besonders für Jugendliche und Kinder interessant ist.“

Hintergrund und weitere Infos

Die Ausstellung ist nur für drei Tage im Kunstverein Arnsberg zu sehen: Freitag, 21. September, 19 bis 21 Uhr, Samstag, 22. September, 11 bis 17 Uhr und Sonntag 23. September 11 bis 17 Uhr.  

Die Werke der Präsentation stammen ursprünglich aus der virtuellen Weiterentwicklung von Rudolphs Projekt „The Portal“, ein Tor, das die Schwelle der Westlichen Zivilisation in der kalifornischen Wüste markieren sollte. Rudolph zeigte „The Portal TV“ 2015 im Lichthaus Arnsberg und realisierte dieses Jahr das Projekt in einer AR-Opera. 

Die Jubiläumsausstellung „Seinerzeit“ wird bis zum 28. Oktober verlängert. Diese Ausstellung wird ausschließlich in virtueller Realität gezeigt.

www.kunstverein-arnsberg.de

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