68 Ermittlungsverfahren und 19 Festnahmen

Kirmes-Bilanz 2017: Polizei verzeichnet Zunahme der Aggressivität und Respektlosigkeit

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Viele tausend Besucher strömten auch in diesem Jahr zur Kirmes nach Hüsten.

Hüsten. Einen deutlichen Anstieg der erforderlichen polizeilichen Maßnahmen verzeichnet die Polizei in ihrer Bilanz zur diesjährigen Hüstener Kirmes. 68 Ermittlungsverfahren wurden im Zusammenhang mit der Kirmes eingeleitet. Überwiegend handelte es sich hierbei um kirmestypische Delikte wie Körperverletzungen, Diebstähle und Sachbeschädigungen.

Bei typischem Herbstwetter strömten an den fünf Kirmestagen 250.000 Besucher aus allen Himmelsrichtungen zum Kirmesgelände. Um die Besucher zu schützen und um einen friedlichen Ablauf der Kirmes zu gewährleisten, waren in diesem Jahr neben den Polizeibeamten des Hochsauerlandkreises auch Einsatzkräfte der Alarmhundertschaft des Polizeipräsidiums Hagen eingesetzt, was aufmerksamen Bürgern sofort positiv auffiel. Mit Blick auf die zahlreichen Ermittlungsverfahren bedauert der Einsatzleiter der Polizei, Erster Polizeihauptkommissar Rudolf Figgen, allerdings insbesondere die starke Zunahme der Aggressivität und Respektlosigkeit alkoholisierter Jugendlicher und junger Erwachsener gegenüber seinen eingesetzten Polizisten. Dies gipfelte in der Nacht von Freitag auf Samstag in der Befreiung einer durch die Polizei in Gewahrsam genommenen Person durch sich solidarisierende insgesamt 30 Störer. Allein in dieser Nacht mussten acht Personen in Gewahrsam genommen werden. Freunde dieser erschienen vor der Polizeiwache Arnsberg, um sich aggressiv für ihre Freilassung einzusetzen. Dabei wurden selbst Mitarbeiter der Arnsberger Polizeiwache körperlich angegangen, heißt es in der Bilanz. 

Positive Resonanz auf polizeiliche Präsenz

Um die Sicherheit der Veranstaltung an den folgenden Tagen zu gewährleisten, musste die Anzahl der Polizeibeamten in der Nacht von Samstag auf Sonntag daher deutlich erhöht werden. Dies bedeutete für die zur Hilfe gerufenen Beamten aus dem gesamten Hochsauerlandkreis eine Doppelschicht, denn sie versahen zunächst Spätdienst in ihren Wachbereichen, um dann zur Unterstützung nach Hüsten zu fahren. An den fünf Veranstaltungstagen kam es zu acht Fällen von Widerstand gegen die Staatsgewalt, wobei zwei Polizeibeamte verletzt wurden. Insgesamt musste die Polizei 22 Platzverweise aussprechen und nahm 19 Personen in Gewahrsam. Die meisten von ihnen konnten nach Ausnüchterung wieder entlassen werden. Trotzdem fielen Rudolf Figgen die vielen positiven Rückmeldungen aus der Bevölkerung, seitens des Veranstalters und der Stadt Arnsberg auf. Die Arnsberger waren offensichtlich mit dem polizeilichen Konzept und dem Auftreten ihrer Polizeibeamten einverstanden, so das Fazit. Daher bedankt er sich bei allen Kirmesbesuchern, die im Gegensatz zu einigen Wenigen zu einem ansonsten friedlichen Verlauf der Hüstener Kirmes beigetragen haben.

Platzverbot für Randalierer

Die Hüstener Kirmesgesellschaft selbst bilanziert zum Thema Sicherheit: "Auf dem Festplatz gab es eine hohe Präsenz von Sicherheitsdienst und Polizei. Außerdem fanden Taschen- und Personenkontrollen statt. Viele Besucher fanden das in Ordnung und haben dies über die sozialen Medien mitgeteilt. Bei einem Fest mit über 300.000 Besuchern sind leider auch einige darunter, die über die Stränge schlagen und für Schlagzeilen sorgen. Aber die Polizei hatte die Situation immer unter Kontrolle. Für die Randalierer droht neben der Strafanzeige ein Platzverbot für das kommende Fest."

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