Start verlief positiv - Impfbereitschaft der Mitarbeiter hoch

Impfstopp trifft auch Klinikum Hochsauerland: „Situation ist sehr unbefriedigend“

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Sie war eine der ersten Beschäftigen, die eine Impfung erhielten: Luisa Papenkort, Pflegefachkraft der Intensivstation am Standort Marienhospital.

Lange hatte das Pflegepersonal darauf gewartet – am Montag ging es endlich los: Die ersten Ärzte und Pfleger des Klinikums Hochsauerland haben Anfang der Woche im eigens in der ehemaligen Petrischule eingerichteten Impfzentrum ihre Corona-Schutzimpfungen erhalten. Die NRW-weite Stornierung der Impstofflieferungen für Erstimpfungen in Krankenhäusern sorgte dann jedoch auch vor Ort für einen abrupten Stopp. 

Arnsberg/Hüsten - Insgesamt knapp 2.000 Mitarbeiter des Klinikums hatten sich für die Schutzimpfung entschieden. Am Anfang der Woche ging Markus Bieker, Leiter des Geschäftsbereichs der Infrastruktur, noch davon aus in der ersten Woche rund 1.350 Impfdosen zu erhalten. Dann hätten pro Tag bis zu 350 Mitarbeiter an den vier bis temporär fünf Impfplätzen geimpft werden können.

Jedoch erhielt das Klinikum Hochsauerland Dienstagabend zunächst die „unerfreuliche Nachricht“, dass entgegen der bisherigen Zusagen keine Impfstofflieferung an die Krankenhäuser erfolgen würde. „Als Begründung wurden uns Lieferschwierigkeiten genannt. Daher können am (heutigen) Mittwoch nur vorhandene geringe Restmengen geimpft werden“, so Richard Bornkeßel, Pressesprecher des Klinikums.

Impstofflieferungen für Erstimpfungen in Krankenhäusern im Januar storniert

Am Mittwochmorgen dann die nächste Hiobsbotschaft: Einem Erlass des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW folgend, wurden alle Impstofflieferungen für Erstimpfungen in Krankenhäusern im Januar storniert. „Demgemäß können voraussichtlich erst ab dem 1. Februar wieder Erstimpfungen in Krankenhäusern durchgeführt werden“, berichtet das Klinikum.

Wenn die Lieferungen es wieder möglich machen, würden – wie schon Anfang der Woche – als erstes die Mitarbeiter mit den meisten Kontakten geimpft. Das Klinikum melde die Zahl der Geimpften dann übrigens direkt an das RKI.

Impfstart verlief positiv - „Wer mitmacht, rettet Leben“

Dr. Norbert Peters, ärztlicher Direktor der Arnsberger Standorte des Klinikums, berichtete kurz nach dem Start der Impfungen nicht nur von einer hohen Impfbereitschaft der Mitarbeiter, sondern auch von Dankbarkeit und Freude, dass endlich diejenigen versorgt würden, die an vorderster Front im Einsatz sind. Er sei sehr stolz, dass „die Mitarbeiter sich so diszipliniert verhalten“. Peters appellierte: „Die gute Nachricht ist, man kann Viren durch Impfungen aufhalten. Impfen ist klug. Wer mitmacht, rettet Leben.“

Der ärztliche Direktor des Standortes St. Walburga Meschede, Uwe Zorn, war Anfang der Woche selbst in die Impfungen vor Ort eingebunden und sagte: „Die Verträglichkeit ist bis jetzt sehr gut. Das einzige, was bereits Geimpfte berichten, sind Schmerzen an der Einstichstelle. Die Kollegen sind von der Impfung überzeugt.“ Fragen gebe es wenige. Eine Impfung sei außerdem neben der sowieso schon zur Verfügung stehenden Schutzkleidung ein zusätzlicher Schutz für das Personal. Ebenso werde der Schutz der Patienten weiter erhöht. Pressesprecher Bornkeßel resümierte: „Am Montag und Dienstag dieser Woche sind die Lieferungen sowie auch die freiwilligen Impfungen ohne Komplikationen und reibungslos verlaufen.“

Enormer Vorbereitungsaufwand

Gleichzeitig machte das Klinikum darauf aufmerksam, dass es für die Teams nicht einfach sei, die Arbeit im Impfzentrum additiv zu den bestehenden Aufgaben zu meistern. „Vieles war hier vorzubereiten. Die Mitarbeiter, die sich zur Unterstützung des Impfzentrums gemeldet haben, sind hochmotiviert und leisten hervorragende Arbeit“, berichtete der Sprecher der Geschäftsführung, Werner Kemper, zu Beginn der Woche. Und schon da machte Uwe Zorn auf einen Spannungszustand aufmerksam: „Fest steht, wir könnten mehr impfen, wenn es schneller produziert wird.“

Wann es nun mit den Impfungen vor Ort weiter gehen kann, ist ungewiss. Konkrete Liefertermine für die ausstehenden und gegebenenfalls weitere Impfstoffdosen seien bislang nicht bekannt, teilte das Klinikum mit. „Insbesondere vor dem Hintergrund des enormen Vorbereitungsaufwandes sowie der bereits vergebenen eng getakteten Impftermine ist die Situation für alle Beteiligten sehr unbefriedigend.

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