Viele Ideen vorgetragen

Das "Integrierte Handlungskonzept Altstadt Arnsberg" nimmt Gestalt an

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Bei der zweiten Veranstaltung zum "Integrierten Handlungskonzept Altstadt Arnsberg" konnten sich nun Bürger über konkrete Planungen informieren.

Arnsberg. Wie geht es weiter mit der Arnsberger Altstadt? Welche konkreten Planungen stehen bereits auf dem Papier? Über diese und andere Fragen konnten sich jetzt im Rahmen der zweiten Veranstaltung zum „Integrierten Handlungskonzept Altstadt Arnsberg“ die Bürger informieren lassen. Die Stadt hatte zusammen mit dem Planungsbüro ASS aus Düsseldorf eingeladen, um die Umsetzung der Vorschläge aus der ersten Diskussionsrunde mit Bürgern zu präsentieren. Mit großem Interesse wurden die Vorschläge rund um die Erschließung des Schlossbergs betrachtet.

Rund 30 Zuhörer konnten in der KulturSchmiede gezählt werden, die eine intensive Vorstellung der Ideen für die Altstadt präsentiert bekamen und eifrig mit diskutieren konnten. Und so ergriff Hans-Joachim Hamerla nach der Begrüßung durch Stadtplanerin Michaela Röbke gleich die Initiative. „Wir sind jetzt seit eineinhalb Jahren in der Altstadt unterwegs und haben bewusst keine isolierte Zielrichtung“, so Planer Hamerla. 

Die Arnsberger Altstadt müsse als historisch gewachsener Stadtteil gesehen werden, bei dem kein Thema einseitig gesehen werden könne. „Wir brauchen ein Gesamtvorstellung für die Altstadt und nicht nur eine grandiose Maßnahme“, mahnte Hamerla an.

Um das zu erreichen habe man einen Masterplan für die Altstadt entwickelt der verschiedene Leitprojekte und Maßnahmen vorsieht. Gesehen werden sollen dabei nach Vorstellungen der Stadtplaner, die Baukultur in Arnsberg als Gesamtkunstwerk, die historische Achse von der Klosterstraße bis zum Alten Markt, die Jäger- und Königsstraße als nordwestliches Eingangstor sowie der Neumarkt als lebendiger Platz im Zentrum. 

Wichtig, so Hamerla, sei die Mobilität neu zu ordnen. Ein Shuttle zwischen Schloss und Kloster oder die Anbindung des Schlossbergs und der Oberstadt über eine Schrägbahn gehörten dazu. Letztlich müsse man auch die Wegeführung in der Altstadt durch ein attraktives Schildersystem aufwerten.

Regelung für das Parken

In der Vorstellung der möglichen Maßnahmen, die jetzt abermals den Bürgern zur Diskussion vorgestellt wurden, machte Hamerla deutlich, dass ein Teil der Maßnahmen ineinander übergehen müsse. So sie die Entwicklung der Baukultur in Arnsberg als Gesamtkunstwerk nicht von einer Auffrischung der Fassaden zu trennen. Auch müsse weiter an der Gewinnung von bedeutsamen Bauten wie auf dem Alten Markt gearbeitet werden, selbst wenn sich die Eigentümer dagegen sperrten. 

Standen bei der letzten Infoveranstaltung im April noch vor allem die Fragen des Verkehrs und im Speziellen die des Parkens im Mittelpunkt der Diskussion, konnte diesmal auch anderes angesprochen werden. Der Verkehr behält nach wie vor seinen Schwerpunkt, solle sich nach Plänen des Büros ASS aber für die Altstadt hinsichtlich der Verkehrsführung nicht ändern.

Informierten über die Pläne im Handlungskonzept Altstadt Arnsberg: die Arnsberger Stadtplanerinnen Michaela Röbke und Dr. Birgitta Plass sowie Hans-Joachim Hamerla und Jens Ebener (Büro ASS)

Wichtig sei, das Parken auf dem Steinweg / Alter Markt endgültig zu regeln. „Wir brauchen einen eindeutigen Umbau“, so Hamerla, der auch mit versenkbaren Pollern arbeite. Die Parksituation sei nicht dauerhaft zu kontrollieren. Damit verbunden sei auch ein Umbau der Straße, wobei es verschiedene Gestaltungsoptionen gebe.

Besonderen Wert müsse man, so Hamerla, auf die speziellen Eingangssituationen in die Stadt legen. Jäger- und Königistraße sollen als nordwestliches Eingangstor besser für Radfahrer nutzbar gemacht werden. Die bereits kaputt gefahrene Klosterstraße müsse umgebaut und als Entrée zum Kloster Wedinghausen gestaltet werden. Gerade die Radfahrer hat das Handlungskonzept für die Altstadt im Blick. So ist auch ein direkte Anbindung der Radfahrer von der Jägerstraße in die Altstadt geplant.

Talbahn als Idee

In Sachen Mobilität will sich Arnsberg für die Zukunft rüsten. So wurden den Bürgern unter anderem ein Shuttle-Service vorgeschlagen, der mit Haltepunkten unter anderem am Neumarkt eine andere Form der Verbindung von Sehenswürdigkeiten in der Stadt möglich macht. 

Genau in dieses Konzept fällt auch die alltagstaugliche Erschließung des Schlossberges und der Oberstadt. So konnte das Büro ASS den Bürgern in der Kulturschmiede eine Reihe verschiedener Lösungen aus anderen Kommunen, wie zum Beispiel bei der Burg Altena mit Erlebnisaufzug vorstellen. 

Als eine Idee präsentierte Hans-Joachim Hamerla eine Lösung, die eine Talbahn in der Nähe des Lidl/Rewe-Parkplatzes an der Ruhrstraße vorsieht. Ein Ständerwerk könnte am Parkplatz für zusätzliche Stellplätze sorgen, die die Plätze für die Kunden nicht beeinträchtigen. Die Schrägbahn würde auf dem Weg nach oben zur Bergstation in der Oberstadt Halt machen und so von den Anwohnern auch für tägliche Einkäufe genutzt werden können.

In der anschließenden Diskussion ging es natürlich nicht ganz ohne das Parkplatz-Thema. Dazu verwies Hamerla aber auch die Pläne für die Schrägbahn und die Möglichkeiten autonomen Fahrens von Kleinbussen. 

Diskutiert wurde auch über den Vorschlag, vor der Festhalle einen Multifunktionsplatz in Korrespondenz zur weiteren Ruhrterrassen an der Promenade zu schaffen. Hier sieht Hamerla die Chance auf einen optischen Brückenschlag. 

Neben Fragen rund um die energetische Problematik bei der Gebäude- und Fassadensanierung gab es für die Vorstellung am Donnerstag auch einiges an Lob. „Es ist schon toll zu sehen, was Arnsberg sich zu denken traut“, so ein Teilnehmer.

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