Lehren aus Corona-Zeit gezogen

Kein gemeinsamer Neubau für Feuer- und Rettungswache in Arnsberg

In dem Containerkomplex sind die hauptamtlichen Feuerwehrbeamten sowie die Mitarbeiter des Rettungsdienstes übergangsweise untergebracht.
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In dem Containerkomplex sind die hauptamtlichen Feuerwehrbeamten sowie die Mitarbeiter des Rettungsdienstes übergangsweise untergebracht.

Arnsberg – Für den Neubau der Feuer- und Rettungswache in Arnsberg hat der Rat der Stadt Arnsberg nun eine gravierende Änderung beschlossen: Durch die Corona-Pandemie sei deutlich geworden, dass eine räumliche Trennung der beiden Wachen sinnvoller als ein gemeinsamer Neubau sei. Dieser war bislang am Standort des Feuerwehrgerätehauses an der Ruhrstraße geplant.

Eine gemeinsame Feuer- und Rettungswache Arnsberg (FRWA) bringt nicht nur Synergien mit sich, sondern auch erhebliche Risiken, diese Erkenntnis reifte während Analysen zu Zeiten des Corona bedingten Lockdowns. 

„Beispielsweise müssen bei einer Infektion eines Mitarbeiters direkt Kolleginnen und Kollegen von Feuerwehr und Rettungsdienst aus dem Dienst genommen werden. Das lässt sich bei einer Trennung vermeiden“, erläutert Harald Kroll, Fachdienstleitung Feuerwehr bei der Stadt Arnsberg. Eine getrennte Rettungswache ermögliche auch eine transparentere Kostenermittlung. „Dies ist insbesondere im Rettungsdienst wichtig, da diese Kosten durch die Krankenkassen getragen werden“, so Kroll weiter. 

Neue Rettungswache an der Clemens-August-Straße

Ebenfalls positiv: Da der für eine Rettungswache benötigte Platz schon heute am Standort Klinikum nicht ausreiche, könne das Vorhaben als Einzelprojekt nun beschleunigt fertiggestellt werden. Der Neubau der Rettungswache Arnsberg soll auf dem stadteigenen Gewerbegrundstück an der Clemens-August-Straße 124 (nahe des Feuerwehrmuseums „Brennpunkt“) umgesetzt werden. Zur Finanzierung des Neubaus sollen 900.000 Euro von dem Anteil Feuerwache verschoben werden.

Bis Ende 2020 soll auf Grundlage der geänderten Planungen eine Kostenberechnung erstellt werden. Es sei jedoch davon auszugehen, dass die bisherige Veranschlagung von rund 10,7 Millionen Euro nicht ausreiche. 

Umzug von Neheim nach Arnsberg

Auf der neuen Feuerwehr in Arnsberg werden künftig ständig sechs Beamte rund um die Uhr im Dienst sein (plus vier Mitarbeiter in der Verwaltung und fünf weitere Feuerwehrbeamte im Tagesdienst). Diese Stellen werden mit Fertigstellung des Verwaltungsteiles des Neubaus, wie im Brandschutzbedarfsplan vorgesehen, von Neheim nach Arnsberg verlagert, so Harald Kroll weiter. Wie viele Mitarbeiter dort stationiert sind, richtet sich nach der Rettungsbedarfsplanung, die in der Stadt Arnsberg alle fünf Jahre erfolgt. "Der Neubau wird jedoch so geplant, dass auch Erweiterungen möglich sind", ergänzt der Fachdienstleiter. 

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