„Wir müssen in guten Zeiten Vorbereitungen treffen“

Ev. Kirchenkreise Arnsberg und Soest beraten über Zusammenlegung

Superintendent Alfred Hammer stellt Leitgedanken des Papiers vor. Foto: Hans-Albert Limbrock

Hochsauerland. Über die Bildung eines zukünftigen gemeinsamen Kirchenkreises beraten derzeit die Vertreter der Evangelischen Kirchenkreise Arnsberg und Soest. So ...

Hochsauerland.

Über die Bildung eines zukünftigen gemeinsamen Kirchenkreises beraten derzeit die Vertreter der Evangelischen Kirchenkreise Arnsberg und Soest. So trafen sich in dieser Woche 100 Delegierte der beiden Kirchenkreise Soest und Arnsberg in Vorbereitung auf ihre Herbstsynoden in Warstein mit dem Soester Superintendent Dieter Tometten und Superintendent des Kirchenkreises Arnsberg, Alfred Hammer.

Zusammen mit Verwaltungsleiter Bernd Göbert und unterstützt vom Wickeder Pfarrer Christian Klein, stellten sie den Stand der Beratungen der Projektgruppe „Zukunft der Kirchenkreise Soest und Arnsberg“ vor. Die Kreissynoden im November in Meschede und Soest werden entscheiden, ob dieses Papier in einem Stellungnahmeverfahren an alle Gremien in den Gemeinden und Kirchenkreisen überwiesen und damit die Bildung eines zukünftigen gemeinsamen Kirchenkreises vorstellbar wird.

Hammer begründete, warum jetzt ein gemeinsamer Kirchenkreis entstehen solle: Mit 100.000 Gemeindegliedern könne dieser sichtbar, vielfältig und profiliert auftreten und alle kirchlichem Arbeitsfelder vorhalten. „Wir müssen in guten Zeiten Vorbereitungen treffen für die Zeiten, in denen wir weniger Geld, weniger Gemeindeglieder und weniger hauptamtliches und ehrenamtliches Personal haben.“ Die Mitglieder der Projektgruppe, die sich zu gleichen Teilen aus Arnsbergern und Soestern zusammensetzt, haben es geschafft, zwei unterschiedliche Kirchenkreise zusammenzudenken, dabei das beim einen Erprobte auch für den anderen zu nutzen, Eigenheiten zu berücksichtigen und eine finanzielle Basis zu schaffen, heißt es. Bezüglich der Pfarrstellenplanung, erläuterte Hammer, dass ausgehend von 2750 Gemeindegliedern pro Pfarrstelle bis zum Jahr 2030 bestehende Pfarrstellen erhalten bleiben können. „Daraus ergibt sich eine hohe Konstanz und Planbarkeit.“

Verwaltungsleiter Bernd Göbert zeigte aufgrund der Planzahlen der beiden Haushalte im Jahr 2016, dass auch auf finanzieller Seite ein Zusammengehen der Kirchenkreise praktikabel sei. „Zu Beginn gab es Unken“, erinnert er sich: „Die große Fläche in Arnsberg, die wertvollen alten Kirchen in Soest – wie soll das denn zusammengehen?“ Aus Sonderfonds sollen die Flächengemeinden eine besondere Zuweisung erhalten und die Wiesenkirche unterhalten werden. Göberts Berechnungen ergeben, dass die Gemeinden zwischen um 0,23 und 22 Prozent höhere Zuweisungen als bisher bekommen könnten.

Die Versammelten stellten konstruktiven Fragen. Die Projektgruppe werde sie in das Papier einarbeiten, das beiden Herbstsynoden vorliegen wird, so der Kirchenkreis Arnsberg. Die Synoden werden darüber abstimmen, ob das Papier jetzt in die Gemeinden, Gremien und Fachbereiche zur Bearbeitung verwiesen oder ob der Prozess abgebrochen werden soll. Stimmen sie einem Stellungnahmeverfahren zu, werden die Reaktionen auf den Synoden im Sommer 2017 diskutiert. Dort wird dann darüber entscheiden, ob die beiden Kirchenkreise sich vereinigen. Ein mögliches Zieldatum ist das Jahr 2019, bis zu dem beide Superintendenten in den Ruhestand gehen. „Bis dahin wäre es gut, eine neue Leitung gewählt zu haben“, sieht Tometten. „Wenn sich aber im Prozess herausstellt, dass Probleme oder neue Fragestellungen auftauchen, deren Lösung mehr Zeit braucht, nehmen wir uns diese. Es besteht kein Handlungsdruck“, wiederholte er Hammers Worte vom Sitzungsbeginn.

Hintergrund

Die Arnsberger Synode wird am Samstag, 19. November, im Mescheder Kreishaus, Steinstraße, um 9 Uhr eröffnet. Weitere Tagesordnungspunkte sind: • Vereinigung der Verwaltungen der Kirchenkreise Soest-Arnsberg, Lüdenscheid-Plettenberg und Iserlohn, • Bericht von der Landessynode, • Finanzen, • Grundsätze für den Pfarrdienst „Kirchenkreisetikette“

Die Kreissynode ist das oberste Entscheidungsgremium des Evangelischen Kirchenkreises Arnsberg. Sie setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der 11 Presbyterien der Kirchengemeinden Wickede, Neheim, Hüsten, Sundern, Arnsberg, Warstein, Meschede, Auferstehungskirchengemeinde Olsberg-Bestwig, Brilon, Marsberg und Medebach, den Gemeinde-und Kreispfarrer/innen und berufenen Mitgliedern zusammen. Zur Zeit gehören der Synode ca. 65 Personen an.

Die Kreissynode tagt öffentlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare