Klima, Bildung, Schuldenabbau

Bürgermeister Hans-Josef Vogel sprach über die Themen 2011 in der Stadt Arnsberg.

Die krisenbedingte Verschuldung, der klimatische und auch der demografische Wandel werfen heute und in Zukunft viele Fragen auf. Die Stadt Arnsberg gibt jetzt Antworten auf diese Fragen und stellte sie in der Jahrespressekonferenz im Alten Rathaus vor.

"Die drei großen Themen 2011 und auch in den nächsten Jahren sind die Krisenfolgen, der demografische Wandel und das Klima", betonte Bürgermeister Hans-Josef Vogel gleich zu Anfang. Besonders die Schuldenabbau nach der Krise werde die Stadt in den nächsten 15 Jahren weiter beschäftigen.

Die krisenbedingte Verschuldung der Stadt liege im Zeitraum von 2009 bis 2014 bei 131 Millionen Euro. "Dieses Geld haben wir nicht ausgegeben, es fehlt einfach", macht Vogel deutlich und veranschaulicht: "Von diesem Geld hätten wir 12 bis 15 Schulen mit moderner Ausstattung oder 100 Straßenkilometer völlig neu bauen können."

Krisenschulden abgebaut

Allerdings gibt es auch etwas Positives zu berichten: War das erklärte Ziel 2010 noch, den weiteren Anstieg der krisenbedingten Verschuldung abzubremsen, konnten tatsächlich im vergangenen Jahr 10,6 Millionen der Krisenschulden abgebaut werden. Den Großteil machen dabei Gewerbesteuereinnahmen durch die unerwartet positive Leistung der heimischen Wirtschaft aus. Auch 2011 sollen die Schulden weiter abgebaut werden, etwa mit der Erhöhung der Gewerbesteuer um 1,9 Prozent sowie durch ein neues Kulturkonzept und den Abbau von Verwaltungskosten.

Als Antwort auf den Klimawandel nennt Bürgermeister Vogel unter anderem den Einsatz des Konjunkturpaketes II. Dabei wurde auch in die energetische Erneuerung von Bildungseinrichtungen in der Stadt investiert. "Über 80 Prozent der Aufträge der Stadt Arnsberg wurden an heimische Unternehmen vergeben", sagt Vogel. So werden die Wirtschaft und besonders das Handwerk gestärkt.

Ein neues Klimaschutzkonzept wird in den nächsten Tagen fertiggestellt. Darin verpflichtet sich die Stadt Arnsberg unter anderem der Reduzierung der Treibhausgase und dem Holz. Zudem fordert Vogel: "Klimaschutz muss Pflichtaufgabe der Kommunen werden, nur dann ist er sinnvoll." Gleichzeitig appellierte er an jeden einzelnen Konsumenten: "Klimaschutz funktioniert nur zusammen."

"Veränderte Kindheit"

Was den demografischen Wandel betrifft, so liegt der Schwerpunkt 2011 auf der "veränderten Kindheit". Im Vergleich vom Jahr 1975/76 zu 2015/2016 wird es in der Stadt 40 Prozent weniger Schüler aller Schulformen geben. Entwicklungsunterschiede bei den Kindern verschärfen die Situation in den Schulen zusätzlich. "Kann eine Zentralisierung dann der richtige Weg sein? Wir wollen als Stadt dafür werben, kleinere Systeme zu nutzen, um flexible Lösungen zu finden."

Die Antwort lautet hier: Bildungsstadt Arnsberg mit der Einrichtung eines Bildungshauses. Stichworte dieses Projektes sind etwa "maßgeschneiderte Integration" oder "ohne Eltern geht es nicht". Der Bürgermeister erklärt: "Schulen, Erzieher, Kindergärten und Eltern sollen hier zusammenarbeiten. Die Kinder arbeiten in altersgemischten Gruppen. So können beispielsweise Ältere ihr eigenes Wissen mit einbringen und Jüngeren kann die Angst vor der Schule genommen werden."

Zusammenfassend stellte Bürgermeister Vogel heraus: "Neuen Notwendigkeiten können wir nicht mit alten Antworten begegnen."

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