Nachhaltigkeit hat Priorität

Klimawandel beschäftigt Arnsberger Förster nicht nur am heutigen Tag des Waldes

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Nach dem Orkan "Friederike" laufen noch mehrere Monate die Aufräumarbeiten.

Arnsberg. Die Folgen des Orkans „Friederike“ werden die Forstleute noch Monate beschäftigen. Wahrscheinlich bis in den Herbst werden die Aufräumarbeiten in Arnsberg andauern, berichtet Stadtförsterin Petra Trompeter, die anlässlich des heutigen „Tag des Waldes“ auch einen Blick auf den Wald der Zukunft wirft.

Aufgrund der andauernden Arbeiten nach dem Orkan, der am 18. Januar über NRW fegte, sei nach derzeitiger Planung Aufforstung der betroffenen Flächen erst im Frühjahr 2019 ein Thema. Dabei stehe aber grundsätzlich die Nachhaltigkeit an oberster Stelle, hebt die Stadtförsterin hervor. „Dieser Begriff kommt eigentlich aus der Forstwirtschaft. Hier geht es genau darum, dass der Wald so bewirtschaftet wird, dass künftigere Generationen genauso ihren Nutzen davon haben wie wir heute“, sowohl in ökologischer, ökonomischer und auch sozialer Hinsicht. „Wir müssen jetzt überlegen, welche Bäume hier in 50 Jahren stehen sollen“, verdeutlicht Petra Trompeter, die für den Arnsberger Stadtwald mit einer Gesamtwaldfläche von 2300 Hektar zuständig ist. 

Generell werde teilweise die natürliche Verjüngung genutzt, in einigen Bereichen seien beispielsweise auch kleine Buchen unter die Altbestände gepflanzt worden. „Gerade wegen des Klimawandels versuchen wir vorauszusehen, die Erwärmung ist ja unbestritten“, erläutert Stadtförsterin Petra Trompeter. Daher würden zum Beispiel auch vermehrt Lärche, Douglasie und Eiche gepflanzt: „Diese haben tiefere Wurzeln und die Wasserversorgung ist auch bei längerer Trockenheit gesichert.“ Insgesamt streben die Forstleute eine breite Baumvielfalt an, damit in einem möglichen Schadensfall (wie zum Beispiel beim Eschentriebsterben) nicht gleich der gesamte Bestand betroffen ist.

Die Blätter der Esskastanie unterscheiden sich deutlich von den der heimischen Rosskastanie

Zum heutigen Tag des Baumes haben Forstleute und Waldbesitzer zusammen mit Wald und Holz NRW im Münsterland Esskastanien, den Baum des Jahres 2018, gepflanzt. Die Esskastanie ist eine südländische Baumart, die bald zum Bild der Wälder in Nordrhein-Westfalen dazugehören könnte. Mit Blick auf den Klimawandel sagte auch Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW: „Der Klimawandel zwingt unseren Wäldern eine ausgeprägte Dynamik auf. Gesetzmäßigkeiten, die für Jahrhunderte galten, wandeln sich mit dem Klima. Gemeinsam mit den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern haben unsere Forstleute schon vor Jahren begonnen, unsere Wälder auf den Wandel vorzubereiten." So gibt es auch in Arnsberg bereits seit rund fünf Jahren eine Fläche, wo Esskastanien wachsen. Diese seien aber nicht bestandsbildend, so Petra Trompeter.

Klima-Trends bis 2050 (laut Wald und Holz NRW):

- Niederschläge: Zunahme im Winter, dadurch Probleme in der forstlichen Bewirtschaftung, Abnahme im Sommer bedeutet Probleme durch Trockenheit für die Waldbäume

- Insgesamt wärmer, feuchter, stürmischer

- Weitere Verlängerung der Vegetationsperiode

www.tag-des-waldes.de

Wald und Holz NRW

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