„Alle müssen mitziehen“

Klimaziele im Fokus bei erster Sitzung des neuen Arnsberger Klimaschutzausschusses 

Klimaschutzausschuss Arnsberg Verena Verspohl erste Sitzung
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Im neuen Klimaschutzausschuss der Stadt Arnsberg sprachen Verena Verspohl (Grüne) und Tim Breuner (SPD) unter anderem über die städtischen Klimaziele.

Der Klimaschutzausschuss der Stadt Arnsberg traf sich jetzt zur ersten Präsenzveranstaltung im Wildwald Vosswinkel. Diskutiert wurde über den Masterplan Mobilität, die Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie und die Potentiale der Windkraft.

Arnsberg - „Wenn etwas erreicht werden soll, müssen alle mitziehen“, erklärte die Ausschussvorsitzende Verena Verspohl (Grüne) im Gespräch mit dem Sauerlandkurier. „Die Themen des Ausschusses müssen in die Breite der Gesellschaft getragen werden. Es soll eine Roadmap bis Ende des Jahres mit der Verwaltung und externer Hilfe erstellt werden. Sie soll die Transformationsfelder und die Zielerreichungsfelder definieren. Arnsberg soll bis 2030 klimaneutral werden“.

Sebastian Witte, Klimaschutzbeauftragter der Stadt Arnsberg, erklärte in seinem Referat, dass es Zeit sei zu handeln. Die ambitionierte Zielsetzung seien die 1,5 Grad des Abkommens von Paris. „Es gibt eine gesellschaftlichen Wandel hin zu diesem Ziel. Wir müssen umgehend die Erarbeitung einer Roadmap Arnsberg 2030 einleiten, die die notwendigen Transformationsfelder und wesentlichen Zielerreichungspfade definiert. In dieser Roadmap werden die Kosten für die Handlungsfelder ermittelt, es werden aber auch die Kosten für ein Nicht-Handeln aufgestellt. In den Planungen für den Haushalt 2022/23 soll eine Anschubfinanzierung für die notwendigen personellen Ressourcen und die Umsetzung erster Maßnahmen berücksichtigt werden. Ein Berichterstattungsprozess wird den gesellschaftlichen Wandel zu einer nachhaltigen Gesellschaft unterstützen.“

Gedanken und Ideen zur Roadmap gewünscht

Tim Breuner, Vorsitzender des SPD Stadtverbandes Arnsberg erklärte, dass seine Partei allem vollumfänglich zustimme. „Wir brauchen alle dafür, wir wollen mit ganz Arnsberg arbeiten.“ Sebastian Witte ergänzte seinen Vortrag: „Es ist eine politische Notwendigkeit, uns ambitionierte Ziele zu setzen. Wir müssen alle Akteure einbinden.“ Verena Verspohl bedankte sich, dass alle diesen Tagesordnungspunkt wohlwollend zur Kenntnis genommen hätten. „Gedanken und Ideen zur Roadmap sind erwünscht“, ermunterte sie zum Mit- und Weiterdenken.

Den Masterplan Mobilität 2030 stellte Dr. Birgitta Plass, Fachbereichsleitung Planen Bauen Wohnen gemeinsam mit Hauke Karnath, Verkehrsplanung und Radverkehrsbeauftragter, vor. „Es geht um eine spürbare Entlastung der Co2 Emissionen“, so Birgitta Plass. „Hier gilt es auch den Fuß- und Radverkehr auszubauen. Eine Haushaltsbefragung in 2015 ergab, dass auch kurze Strecken, sogar bis zu einem Kilometer (18 Prozent) mit dem Auto erledigt werden. Auch der moderate Ausbau des ÖPNV ist vorgesehen.“

Hauke Karnath, Verkehrsplaner und Radverkehrsbeauftragter wies unter anderem auf den RadeXpressWeg (RXA) hin. „Auf einer parallel zur Ruhr laufenden Trasse übernimmt der Weg auch wichtige Stadtteilverbindungsfunktionen.“ Hier sind auch weitere Abschnitte geplant.

Aktuelle Informationen zum Neubau des Busbahnhofs

„Der Zentrale Omnisbusbahnhof“, kam Birgitta Plass auf das nächste Thema zu sprechen, „ist eine wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Der Baubeginn für die Erneuerung ist frühestens 2022.“ Ebenfalls wichtiger Punkt: Die Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge, Carsharing, ÖPNV, Fahrrad und Zufußgehen – Letzteres soll komfortabel gestaltet werden – werden bei dem Masterplan verstärkt in den Blick genommen.

Raum für Windkraft?

„Sind überhaupt noch Potentiale für Windkrafträder da?“ Diese Frage stellte Dieter Hammerschmidt von der Abteilung Umwelt und Ressourcen. „Ein großes Problem ist alleine schon der Abstand zu den Wohnhäusern. Es ist vorgesehen und wird auch so kommen, dass der Abstand 1000 Meter betragen muss. In Arnsberg wird es nur noch wenig Platz für Windkraftanlagen geben. 40 Prozent der Fläche des Arnsberger Gebietes sind unter Naturschutz gestellt und unter FFH - Flora Fauna Habitat. Was noch zur Verfügung stehen könnte liegt nördlich von Bruchhausen in Richtung Möhnesee und nördlich von Herdringen. Es sind also nur noch wenig Flächen dafür geeignet.“

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