Versorgung verbessert

Klinikum Hochsauerland baut Intensivkapazitäten aus

Dr. Timur Sellmann, Dr. Sarah Brett, Dr. Martin Bredendiek, (Ärztlicher Direktor), Dr. Robert Pannewitz, Holger Zens-Gerke und Meike Lamprecht freuen sich über die Inbetriebnahme der neuen Station, deren Kernstück die neue Intensivleitstelle ist. Foto: Frank Albrecht

Arnsberg. Der Bedarf nach intensivmedizinischen Betreuungsplätzen am Klinikum Hochsauerland ist gewachsen. Mit der Inbetriebnahme der neuen Intensivstation am Standort Marienhospital geht das Klinikum einen ersten Schritt zur besseren Versorgung von schwerverletzten oder -kranken Patienten. In wenigen Monaten wurden die Bettenkapazitäten auf der vorhandenen Intensivstation gesteigert und die Intensivstation in Gänze modernisiert.

Am Standort Marienhospital stehen den Ärzten jetzt 15 Intensivbetten zur Verfügung. Damit wurde die Zahl von acht vorhandenen Betten fast verdoppelt. Patienten, die einer besonderen medizinischen Überwachung bedürfen, können nach dem Umbau der Intensivstation auf sechs Doppelzimmer sowie in drei Einzelzimmer verteilt werden. „Vor allem bei Traumaverletzungen nach Verkehrsunfällen kann nun eine verbesserte Versorgung vor Ort erfolgen“, erklärte Dr. Timur Sellmann, Chefarzt für Intensiv- und Notfallmedizin. Zudem dient der Ausbau der Versorgung von Patienten nach neurochirurgischen Eingriffen.

In zahlreichen Fällen hatte sich zuvor das Klinikum Hochsauerland wegen fehlender Kapazitäten von der Intensivversorgung abmelden müssen. So gab es an den drei Arnsberger Standorten des Klinikums Hochsauerland zuvor nur 23 Intensivplätze. „Wir haben aber einen Bedarf von 44 Betten für unsere Standorte ausgerechnet“, erklärte Klinikums-Geschäftsführer Werner Kemper. Um dem weitgehend gerecht zu werden, rüstet das Klinikum auch am Karolinen Hospital die Bettenzahl auf. So sollen die acht Plätze in Hüsten um zehn weitere auf insgesamt 18 Intensivplätze ausgebaut werden. Mit der Erweiterung der Bettenzahl am Standort Johanneshospital in Neheim um zwei Betten könne man, so Kemper, nach Abschluss aller Arbeiten 41 Intensivbetten bereit stellen.

Drei Millionen Euro investiert

Am Standort Marienhospital ist die Erweiterung der Bettenzahl für die Intensivstation aus eigenen Mitteln erfolgt. „Das Klinikum hat dazu drei Millionen Euro investiert“, so Kemper. Umgesetzt worden sei der Ausbau der Intensivstation in Arnsberg in sechs Monaten Bauzeit. Dazu wurden am Marienhospital 21 Spezialcontainer aufgestellt und mit dem Altbau so verbunden, dass ein nahtloser Übergang möglich ist. Zu den neuen Bettenkapazitäten hat das Klinikum in Arnsberg die Intensivstation auch personell verstärkt.

Vier intensivmedizinisch geschulte Oberärzte und dazu passende 28 weitere Pflegekräfte arbeiten jetzt im Team rund um die Intensivstation. Dabei, so erklärte der Geschäftsführer, müsse der nun geforderte Personalschlüssel von einer Pflegekraft für zwei Patienten eingehalten werden. Täglich melde das Klinikum den Stand der Personalbesetzung im Intensivbereich. Im Falle einer Unterbesetzung dürften Betten nicht belegt werden. Das zu verhindern, nutze man am Klinikum alle Möglichkeiten, den Nachwuchs im eigenen Hause auszubilden. Darüber hinaus blicke man auch in das europäische Ausland.

Die jetzt fertig gestellte Intensivstation am Marienhospital ist mit neuen Intensivbetten und entsprechender Technik wie Beatmungsgeräte nicht nur auf dem aktuellen Stand: Für Patienten, Ärzte und Pfleger sowie Besucher gibt es ein größeres Platzangebot, so Holger Zens, Pflegerischer Leiter der Intensiv- und Notfallmedizin. Im Zentrum der neuen Station steht zudem die neue Leitstelle, die einer verbesserten Überwachung der Patienten dient.

Um die Zahl der erforderlichen Intensivbetten schnell zu erreichen, wird auch am Karolinen Hospital in Hüsten mit der Containerlösung gearbeitet. Dort werden bis zu 30 Spezialcontainer aufgestellt. Nach Abschluss der Arbeiten im zweiten Quartal 2019 sollen dem Klinikum hier dann die geplanten 18 Intensivbetten zur Verfügung stehen.

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