Modern und multifunktional

Kolping-Bildungswerk investiert 7 Millionen Euro in neuen Standort am Campus Berliner Platz

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In offener, moderner Bauweise soll das neue Gebäude am Campus Berliner Platz auch künftigen Anforderungen gerecht werden.

Arnsberg/Hüsten. Seit über 40 Jahren sind die Kolping-Bildungszentren in Arnsberg an drei Standorten als Bildungsträger tätig. Das soll sich nun ändern: Das Kolping-Bildungswerk Paderborn stellte in dieser Woche die Neubaupläne für das Berufsförderungszentrum am Campus Berliner Platz in Neheim-Hüsten vor. Hier sollen die Standorte künftig in einem modernen und innovativen Gebäude gebündelt werden.

Die Kolping-Bildungszentren bieten eine breite Palette an Angeboten zur beruflichen Bildung, primär für benachteiligte Jugendliche und Erwachsene. Im Auftrag von Jobcenter und Agentur für Arbeit helfen die Bildungszentren so Jugendlichen mit schulischen Defiziten, mangelnden Sozialkompetenzen oder auch Erkrankungen beim Start in die Berufswelt. Derzeit werden rund 300 bis 400 Teilnehmer im Stadtgebiet im Gewerbegebiet Schefferei (Maler und Tischler), im Kolpinghaus in der Arnsberger Altstadt (Hauwirtschaft und Küche) sowie an der Neheimer Stembergstraße (Ausbildungsbegleitende Hilfen) ausgebildet. 

"Moderne und ansprechende Schulungsräume bieten"

„Mit dem Neubau werden die Standorte in Neheim und der Schefferei geschlossen. Die Verwaltung, die bislang im Kolpinghaus untergebracht ist, wird ebenfalls umziehen. Der Bereich Fachpraktiker Hauswirtschaft und Küche bleibt jedoch im Kolpinghaus“, berichtet Werner Hellwig, Geschäftsführer des Berufsförderungszentrums Arnsberg. „Es geht also nicht um eine Alternative, sondern einen attraktiven, technisch bestens ausgestatteten neuen Standort.“ 

Die Anforderungen an ein Schulungszentrum hätten sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. „Als leistungsstarker Bildungsträger ist es uns wichtig, moderne und ansprechende Schulungsräume zu bieten. Mit der Auswahl des Standortes auf dem Bildungscampus Berliner Platz bieten wir unsere Leistungen an einem zentralen und attraktiven Ort an, mit der Nähe zum Bahnhof sind wir optimal zu erreichen und die direkte Nachbarschaft zum Berufskolleg ist ein weiterer Standortvorteil“, so Hellwig, der seinen Posten zum 1. April an Nachfolger Markus Rickert übergeben wird. 

In Skelettbauweise geplant

Geplant wurde der zweigeschossige Neubau von Plan Bee Architekten aus Paderborn. „Das Gebäude wird in einer Skelettbauweise errichtet, das heißt es ist gibt keine tragenden Wände“, erläuterte Architekt André Reckeweg. So sind die Größen von Werkstätten und Unterrichtsräumen flexibel und können an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst werden. Von der Grundanordnung her sind die lärmenden Werkstätten zur Straßenseite hin geplant und die Bereiche, in denen Ruhe und Konzentration erforderlich sind, ebenso wie der Veranstaltungsraum zur Grünseite hin. 

Auch an Barrierefreiheit ist natürlich gedacht. Als Bauherrin tritt die Kolping-Stiftung auf, sie investiert rund 7 Millionen Euro in die Maßnahme. „Das Gebäude ist wesentlich multifunktionaler als die Gebäude jetzt, denn keiner kann sagen, was in zehn Jahren wirklich benötigt wird“, hob Lothar Heimann vom Aufsichtsrat positiv hervor. 

Kanal muss an zwei Stellen verlegt werden

Auch Bürgermeister Ralf Paul Bittner zeigte sich angetan: „Wir unterstützen das Vorhaben sehr. Es ist wichtig, dass der Standort hier langfristig gesichert ist, schließlich verstehen wir uns auch als Bildungsstadt. Die Lage direkt am Campus ist ideal.“ Als entscheidenden Faktor für den Standort Neheim nennt Planungsdezernent Thomas Vielhaber die Erreichbarkeit: „Das Umfeld gibt hier mehr her als etwa der Bahnhof in Arnsberg, hier sind mehr Synergien möglich. So erreichen wir auch zusätzliches Leben am Campus.“ 

Der grüne Innenbereich biete Aufenthaltsqualität, auch zum Lernen. Allerdings gebe es auch noch einiges zu klären, der Kanal müsse an zwei Stellen verlegt werden, dies könne voraussichtlich mit Mitteln der Städtebauförderung geschehen. Auf der Bahnhofsseite soll ein Park+Ride-Parkplatz eingerichtet werden, der auch Stellplätze für das Berufsförderungszentrum beinhalte. Ein Straßenübergang für die Kleinbahnstraße sei ebenfalls geplant. 

Laut Kolping-Geschäftsführer Wolfgang Gelhard sieht der Zeitplan vor, dass in Kürze der Bauantrag gestellt wird. „Wir hoffen, dass wir dann im Frühsommer mit dem Bau beginnen können. Es wäre schön, wenn der Neubau dann zum Ausbildungsbeginn 2020 fertig wäre.“ 

Arnsberg ist einer von elf Standorten der Kolping-Bildungszentren in Südwestfalen. Im HSK gibt es neun Standorte.

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